Landtagswahl: Gerhard Hopp (CSU) will das Land reformieren und zusammenhalten

Von Stefan Weber · 9. September 2023 um 11:00

Gerhard Hopp sitzt bereits seit 2013 als Direkt-Kandidat der CSU im Wahlkreis im Bayerischen Landtag, ist also unter den Bewerbern ein „alter Hase“. Für ihn kein Grund, sich in seinem dritten Wahlkampf auszuruhen: „Es gilt heute mehr denn je, um jede einzelne Stimme zu kämpfen“, sagt er: „Vor allem mit Blick auf populistische Positionen.“

Zehn Jahre Arbeit im Landtag, in fünf verschiedenen Ausschüssen und nicht zuletzt das Verfassen eines neuen Grundsatzprogrammes für die CSU – und dabei jede Menge Krisen, die sich weltweit in immer schnellerer Abfolge aufgetan hatten, das seien schon Herausforderungen gewesen.

Politisch interessiert war der heute 42-Jährige schon immer, sagt er. Neben dem Studium der Politologie und Amerikanstik sowie Geschichte und Ost-West-Studien in Regensburg samt Promotion war er bereits ab 2005 im oberpfälzer Bezirksverband der Jungen Union aktiv. Ab 2010 war er außerdem Büroleiter des damaligen Staatssekretärs im Bayerischen Ministerium für Arbeit und Soziales, Markus Sackmann sowie des Bundestagsabgeordneten Karl Holmeier.

Wahlkampf damals und heute

Ab 2013 hatte er eigentlich eine Stelle als Büroleiter des Vorsitzenden des Gesamtbetriebsrates von EADS, heute Airbus angetreten – bis Markus Sackmann schwer erkrankte und sein früherer Büroleiter in kürzester Zeit als Nachfolger aufgebaut werden musste: Wahlkampf von Mai bis September für den damals in der breiten Öffentlichkeit eher unbekannten Gerhard Hopp, das sei aufregend und arbeitsintensiv gewesen, aber auch erfolgreich.

Sein Wahlkampf heute unterscheide sich alleine schon deshalb von dem damaligen, weil der Terminkalender eines Landtagsabgeordneten im Landkreis Cham immer voll gefüllt sei, auch ohne Wahlkampf. Den Kontakt zu seinen Wähler suche er seit seiner ersten Wahl ständig; nicht nur auf vielen Veranstaltungen, sondern auch bei über 150 Bürgersprechstunden, die ihn regelmäßig in die 39 Gemeinden des Landkreises führten.

Themen verschoben

Die Themen hätten sich im vergangenen Jahrzehnt massiv verschoben, sagt er heute.Angefangen habe er es mit Barrierenabbau im Freistaat, vergleichbaren Lebens-Chancen in Stadt und Land im Freistaat und etwa, wie sich Bayern im Bund bestmöglich positionieren könne. Doch dann folgten „Migrations-Krise, Corona-Pandemie und der Krieg in der Ukraine“ mit massiven Folgen, auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Heute gelte es vor allem, den „Stand zu halten, das Land zu reformieren und vor allem zusammenzuhalten“, zeigt sich Gerhard Hopp überzeugt.

Die „schnelle und einfache Antwort auf alle Fragen“, wie sie nicht nur in Deutschland sondern weltweit Konjunktur hätten, die gebe es nicht, sagt er. Nicht polarisieren, sondern Ausgleich schaffen und Kompromisse finden, das es, was die Herausforderungen der Zeit von der Politik verlangten. „Wir sind im Moment leider nicht mehr sehr weit weg von Verhältnissen wie in den USA, wo alle nur übereinander, aber nicht mehr miteinander reden“, sagt Hopp. Die Welt verändere sich gerade, was die Leute auch spürten und was verständlicherweise Sorgen verursache. Gerade jetzt sei es wichtig, dass die CSU als Volkspartei, in der viele verschiedene Meinungen und Schwerpunkte vereint würden, die bürgerliche Mitte zusammenführe und eben nicht noch meher spalte, wie es populistische Gruppierungen täten. Nur so könne auch Bayern als Bundesland etwa seine Position als wichtiger Forschungsstandort in Europa erhalten – dazu brauche es auch weitere Investitionen in die Infrastruktur, die Bildung und mehr Unabhängigkeit etwa der heimischen Landwirtschaft und bei der Energieversorgung – wie zum Beispiel mit der genossenschaftlichen Lösung, wie sie der Landkreis Cham nun anstrebe. Sich von vornherein aber nur auf eine einzige Technologie wie etwa Elektroautos festzulegen, das halte er für falsch. Auch hier gebe es nicht die eine einfache Lösung, wie von vielen Seiten im Moment gerne vermittelt werde.

„Wir müssen auch die Kurve dahin kriegen und klar sagen, dass der Staat nicht alles regeln kann“, zeigt er sich überzeugt. Es gebe im Moment zu viel Bürokratie und zu viel staatliches Engagement, das über seine eigentlichen Aufgaben wie Sicherheit, Bildung und Infrastruktur hinausgehe. „Ein starker Staat, der muss den Rahmen, aber nicht die Lösung für alles bieten“, sagt er – und könne auch nicht die Lösung für alles versprechen. „Diejenigen, die vor der Wahl am meisten versprechen, die würde ich mir darum ganz genau anschauen“, sagt er. Wichtiger als Versprechen, die in einem demokratischen System mit Kompromissen auf Basis von Diskussionen nicht zu halten seien, seien Politiker, die sich um jedes Thema kümmerten, nicht nur um einzelne – und das sei es, was er seit 2013 tue und was er auch ab dem 9. Oktober weiter machen wolle.