AfD-Vorsitzende Alice Weidel im Schlossgarten: Im Hexenkessel der System-Zerstörer

Ampel-Schelte, Söder- und Aiwanger-Verriss: Die AfD-Bundesvorsitzende lässt im Schlossgarten kein gutes Haar an den „Altparteien“. Auch die bayerische Spitzenkandidatin Katrin Ebner-Steiner polterte gegen die CSU, aber auch gegen die Ampel und die Freien Wähler.
Die ersten Buhrufe erntete die Polizei. „100 Leute stehen vor der Tür“, sagt ein Organisator der AfD-Veranstaltung im Schlossgarten. „Aber die Polizei lässt keinen mehr rein – wegen Überfüllung!“ Die nächsten Buhrufe bekam Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ab. „Wer hofft, mit den Schwarzen würde es besser – Fehlanzeige“, rief die Bundesvorsitzende Alice Weidel den AfD-Anhängern entgegen.
Söder als Chaoten bezeichnet
„Von Energiewende bis Massenmigration − das ist noch die alte Merkel-Partei.“ CDU-Chef Friedrich Merz nannte Weidel „Merzl“. „Aber Euer Markus Söder ...“ – die Menge buhte – „... dieser Chaot, der ist auch nicht besser. Was soll man denn schon erwarten von einem Selbstdarsteller und Wendehals?“ Zuvor hatte Ebner-Steiner Hubert Aiwanger als Söders „Schoßhund“ bezeichnet.
Die AfD hatte im Schlosshof in Abensberg eine Demonstration angemeldet. Bier und Leberkässemmeln gingen schnell aus, doch der Stimmung tat das keinen Abbruch. „Ich habe genug von den Parteien, ganz Europa lacht über uns“, so eine Besucherin, die sich nicht namentlich zitieren lassen wollte. Weidel und die Spitzenkandidatin in Bayern, Katrin Ebner-Steiner, spielten geschickt mit dieser Stimmung. Ebner-Steiner sprach von Gruppenvergewaltigern, von „hunderttausenden Minus-Leistern“, von „klimareligiösem Pack“. Weidel rief laut: „Wir werden von Wahnsinnigen regiert und von Idioten.“
„Die verquere Welt der Grünen und Linken“
Die „verquere Welt der Grünen und Linken“ sehe so aus, „dass sie uns vorschreiben wollen, als was man sich an Fasching verkleiden und was man nicht essen darf“. Dafür dürfe man sich nun „einmal im Jahr aussuchen, ob man Männlein oder Weiblein sein will“, so die offen lesbische AfD-Spitzenpolitikerin. Die Tirade auf die Ampel gipfelte in diesem Satz Weidels in Anlehnung an ein Bild, das Olaf Scholz kürzlich für die Atomkraft verwendete: „Dieser Kanzler und diese Bundesregierung sind tote Pferde. Wir fordern Neuwahlen!“
Bürgergeld ist ein „weiteres Migrationsmagnet“
Dass die Wähler der AfD vor allem die Migrationspolitik ablehnen und auch man in der Union keine Lösungen parat hat, schlachteten die Redner bis zuletzt aus. „Deutschland ist das Sozialamt der Welt. Aber im eigenen Land lohnt sich das Arbeiten nicht mehr“, lautete ein Schlüsselsatz der Weidel-Rede. Sie schimpfte über Bürgergeld und Kindergrundsicherung. „Jeder kann reinkommen, jeder kann Sozialleistungen empfangen“, sagte Weidel. „Das ist ein weiterer Migrationsmagnet.“ Dem stellte sie „unsere arbeitenden Leute und Rentner“ gegenüber. Die Ampel denke nicht daran, die Grenzen zu schließen „und hunderttausende Ausländer, die illegal im Land sind, einfach abzuschieben“. Wie die AfD illegale Migration eindämmen will, sagte Weidel nicht – man erahnte es aber ohnehin nach dieser Rede.