Teurer Spaß? Das kostet ein Besuch auf der Regensburger Herbstdult

Auf der Regensburger Herbstdult sind nicht alle Preise im Vergleich zum vergangenen Jahr gestiegen. Wir geben einen Überblick.
Die Herbstdult ist in vollem Gange. Allerdings liefen die ersten Tage für die Beschicker nicht wie erhofft. Der große Andrang blieb aus. Schuld daran waren aber nicht die Preise für gebrannte Mandeln, Autoscooter und Co., sondern der Regen. Nichtsdestotrotz lohnt sich ein Blick auf die Preistafeln der Buden, Zelte und Fahrgeschäfte. Was ist im Vergleich zur letzten Herbstdult teurer geworden? Und wo muss heuer vielleicht sogar weniger gezahlt werden als noch vor einem Jahr?
Die Nachfragen bei den Süßwarenständen ergeben ein einhelliges Bild: Viele Preise seien gleich geblieben, sagt eine Verkäuferin. Tatsächlich kosten 100 Gramm gebrannte Mandeln zwischen vier und fünf Euro – genauso wie im vergangenen Jahr. Für einen Liebesapfel muss man 2,50 Euro auf den Tresen legen. Im Vorjahr gab es die knallrote Süßigkeit allerdings schon ab zwei Euro. Die Lage ist weiter angespannt, auch wenn nicht alle Süßwarenhändler ihre Preise erhöht haben. Vor allem die Rohstoffe seien weiter sehr teuer, sagt Silvia Braumandl, die die Zuckersüße Hütte und den BonbonBär betreibt. Die Kosten für „Zucker oder Obst sind brutal“.
Dult-Beschicker: „Momentan haben wir einen Gipfel erreicht“
Aber auch wer Herzhaftes anbietet, musste in den vergangenen Jahren kräftig an der Preisschraube drehen. 100 Gramm Emmentaler beziehungsweise Bergkäse gab es 2019 noch ab 2,50 Euro. Nach der Corona-Pause waren es im vergangenen Jahr dann schon 2,80 Euro. Heuer kostet der Käse mindestens drei Euro. Es sei alles teurer geworden, sagt Metzger Christian Hamperl dazu. Jetzt gelte es, die Preise zu halten. Hamperl ist zuversichtlich, dass das klappt. „Momentan haben wir einen Gipfel erreicht“, glaubt er. Durch neue Verträge sei beispielsweise der Strom wieder günstiger.
Hamperl hofft, dass er im kommenden Jahr auf eine Preiserhöhung verzichten kann. „Dann ist der Kunde zufrieden, dann sind wir zufrieden.“ Und sind die Kunden zufrieden? Fragen oder Kritik zu den Preisen seien eher selten, sagt Hamperl. Die Menschen würden es ja selbst im Alltag merken, dass alles teurer wird. So sieht das auch Silvia Braumandel: „Außerdem wissen die Leute, dass es bei uns Qualität gibt.“
Regensburger wollen sich die Volksfestlaune nicht vermiesen lassen
Tatsächlich nehmen die befragten Besucher die Preise auf der Dult eher gelassen: „Die Dult gehört für mich einfach dazu, auch wenn es viel teurer ist als noch vor einigen Jahren“, sagt beispielsweise Herbert Schmiedel, 71. Der Regensburger ist gerade auf dem Weg ins Glöckl-Zelt, wo er sich mit Freunden trifft. Da dürfe dann auch die Mass nicht fehlen, auch wenn sie mittlerweile 12,20 Euro koste. „Dann zahlt man statt vier Euro halt mal sechs Euro für die Halbe.“ Auch Erna Stumpf will sich von den Preisen nicht die Volksfestlaune vermiesen lassen. „Ja mei, so ist das eben heutzutage“, sagt die 80-Jährige. Ihre beiden Freundinnen, mit denen sie auf dem Dultplatz „eine Runde dreht“, nicken zustimmend. Eine Tüte Mandeln sei immer drin, sagt Stumpf, „egal ob drei, vier oder fünf Euro“. Die Beschicker könnten ja nichts dafür. Nur in die Zelte gehen Stumpf und ihre Freundinnen nur noch zweimal zum Essen. „Früher waren wir bestimmt fünfmal“, sagt die Regensburgerin.
„Manche Preise finde ich schon heftig“, sagt ein Dult-Besucher
Es sei schon verständlich, dass es teurer wird, sagt auch Klaus Stangl. Aber: „Manche Preise finde ich schon heftig.“ Gerade habe er sechs Euro für eine große Breze mit ein bisschen Brokkoli gezahlt, sagt der 58-Jährige. Übrigens: Auch die „normale“ große Breze kostet mittlerweile mehr als noch im Vorjahr. Im Straßenverkauf gibt es die Breze heuer ab 3,50 Euro – 50 Cent mehr als 2022.
Stangl geht trotzdem gerne auf die Dult. „Zweimal ist Pflicht“, sagt der Hemauer. Nach einem einstündigem Rundgang auf der Dult sei man dann aber zu zweit schon 50 bis 60 Euro los. „So ist das eben.“
Für Fahrgeschäfte interessiert sich Stangl allerdings nicht. „Aus dem Alter bin ich raus.“ Tatsächlich gab es hier sogar eine Preissenkung: Die Fahrt mit dem Autoscooter kostet heuer 3,50 Euro, im vergangenen Jahr waren es noch vier Euro. „Das zeigt, es kann auch in die andere Richtung gehen“, freut sich Marina Lösel, die mit ihren beiden Töchtern, fünf und sieben Jahre alt, die Dult besucht. Sie seien gerade auf dem Weg zum Riesenrad, sagt sie. Das kostet heuer für Erwachsene sieben Euro, ein Euro mehr als im Vorjahr.
