Die eiserne Lady aus Regensburg: Gaby Mehrl nimmt am Ironman auf Hawaii teil

3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Fahrradfahren und anschließend 42,2 Kilometer Laufen – und das bei Temperaturen bis zu 40 Grad. Das erwartet die Regensburgerin Gaby Mehrl, die sich für die Ironman-WM der Frauen auf Big Island, Hawaii, qualifiziert hat.
Am 14. Oktober wird sie an dem Langdistanz-Triathlon teilnehmen, einem der anspruchsvollsten Ausdauerkämpfe der Welt. „Hawaii ist schon der eine große Wettkampf“, sagt die 37-Jährige, „und auch von der Landschaft her ist es natürlich etwas Besonderes.“ Mehrl, die im Landkreis in Nittendorf aufgewachsen ist und seit zehn Jahren in der Stadt wohnt, weiß, wovon sie spricht. Bereits 2016 war sie beim Ironman Hawaii dabei. „Dort waren die besten Sportler der Welt, alle wahnsinnig durchtrainiert. Ich habe mich gefühlt wie im falschen Film“, erinnert sie sich. Doch Mehrl zieht es durch und schafft es mit einer Zeit von 11 Stunden, 58 Minuten und 28 Sekunden ins Ziel.
Nun, sieben Jahre später, konnte sie sich die Triathletin Ende Juni beim Ironman in Nizza erneut für Hawaii qualifizieren. „Schon allein wieder mitmachen zu dürfen, ist toll. Aber es wäre auch gelogen, wenn ich sage, dass mir meine Zeit egal ist“, sagt sie. Um ihr Ergebnis aus 2016 vielleicht sogar noch toppen zu können, bereitet sie sich intensiv vor. An ihrer Seite steht dabei Trainer Michael Krell aus Nürnberg.
Schwimm-Training in der Donau
„Die drei Monate vor dem Wettkampf sind in der Vorbereitung schon aufwendig“, sagt sie, „am Samstag oder Sonntag fahre ich fünf bis sechs Stunden Rad.“ Um den Körper an das hawaiianische Klima zu gewöhnen, geht sie zudem nicht nur am frühen Morgen, sondern auch öfter einmal in der Hitze zum Laufen. Geschwommen wird im Westbad, in der Donau, „oder im Guggi“.
Auch unter der Woche läuft das Training. Mehrl, die in der Verwaltung der Stadt Regensburg arbeitet, schiebt am Abend „ein bis zwei Einheiten Sport“ ein und achtet auf ihre Ernährung. „Auf Alkohol versuche ich so gut wie ganz zu verzichten. Aber das ist für mich nicht schlimm“, sagt sie.
Neben ihrem Trainer kann Mehrl auf die Unterstützung ihrer Familie setzen. Ihre Zwillingsschwester hat selbst schon Langdistanzen absolviert − und auch die Eltern haben mittlerweile schon bei einem Triathlon mitgemacht. „Die beiden sind inzwischen sehr sportlich“, sagt Mehrl stolz.
Mit Mitte 20 kam Gaby Mehrl zum Laufen
Obwohl sich in ihrer Familie schon immer alle gern bewegt hätten, habe sie selbst früher keinen Leistungssport gemacht und sei mit Mitte 20 durch einen Bekannten zum Laufen und so schließlich zum Triathlon gekommen. „Ich habe dann zum Spaß an einem kleinen Jedermann-Triathlon in Amberg teilgenommen“, erklärt sie, „mit der Zeit habe ich dann gemerkt, dass mir längere Strecken mehr liegen.“
Mit einem sogenannten Jedermann- oder Volkstriathlon zu beginnen, kann Mehrl interessierten Hobby-Sportlern nur ans Herz legen. 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und zehn Kilometer Laufen stehen dabei auf dem Programm. „Zum Anfangen reichen eine Taucherbrille, Laufschuhe und ein Fahrrad“, sagt sie, „und dann einfach schauen, ob es Spaß macht.“
Für Mehrl selbst wurde aus diesem „Ausprobieren“ schließlich die große Leidenschaft. „Natürlich ist man erschöpft, aber mir ging es auch nach einer Langdistanz eigentlich noch nie schlecht“, sagt sie, „das liegt sicher auch an der richtigen Vorbereitung.“
Eltern sind bei ihren Wettkämpfen immer dabei
Neben ihres umfangreichen Trainings ist es aber auch die Familie, die Mehrl bei den Wettkämpfen Kraft gibt. Ob nach Österreich, Italien, Mallorca, Frankreich oder eben in die USA: Ihre Eltern und oft auch ihre Zwillingsschwester begleiten sie und sind dabei, wenn die Triathletin an den Start geht. „Das ist nicht selbstverständlich“, sagt sie.
Auch im Oktober auf Hawaii werden ihre Eltern wieder dabei sein. „Meine Familie ist mein Glücksbringer“, sagt Mehrl. Insgesamt dreieinhalb Wochen wird die Reise dauern: Zwei Wochen vor dem Ironman zur Vorbereitung, die restliche Zeit danach zum Urlaub machen. „Ich suche mir tatsächlich immer schöne Orte für die Wettkämpfe aus – und meine Familie darf natürlich auch ein Wörtchen mitsprechen bei den Zielen.“


