Student Julian Thoma aus Kelheim will ein „Lego Master“ werden

Dass Julian Thoma (22) aus Kelheim mal wegen seiner großen Leidenschaft ins Fernsehen kommen könnte, hätte der Student der OTH Regensburg nicht gedacht. Schon als kleiner Junge baute er gerne mit Legosteinen und schreckte auch vor umfangreichen Bau-Sets nicht zurück. Inzwischen hat Julian seine Baukunst so professionalisiert, dass Talent-Scouts auf ihn aufmerksam wurden.
Nun ist er einer der 16 Teilnehmer der „Lego-Masters-Staffel 2023“, deren erste Folge am morgigen Freitag ab 20.15 Uhr bei RTL ausgestrahlt wird. „Mein erstes größeres Set, das ich gebaut habe, war eine Zuganlage mit einem ICE. Da war ich fünf oder sechs Jahre alt“, erinnert sich Julian an die Anfänge seiner Baustein-Faszination.
Beim Aufbau hat er damals freilich noch ein bisschen Unterstützung von der Familie erhalten. Das sollte sich aber schnell ändern. „Mit zehn Jahren habe ich zu Weihnachten ein großes Piratenschiff bekommen, das eigentlich für das Alter 16+ ausgelegt war. Das habe ich komplett alleine gebaut“, so Julian.
Das tolle Stück ziert immer noch sein Zimmer, in dem außer seiner Freude an Lego auch seine Begeisterung für Rock-Musik nicht zu übersehen ist. Neben dem Hogwarts-Express, Star-Wars-Modellen sowie zahllosen Mini-Figuren aus Mittelerde (Herr der Ringe, Hobbit) zieren etliche Konzertkarten und Julians Gitarre den Raum. „Von Star Wars habe ich so ziemlich alles, was ab 2013 aufgelegt wurde.“
Geld in Bausteine gesteckt
Was das Taschengeld zusätzlich zu Weihnachten und den Geburtstagen hergegeben hat, hat er lange in die Bausteine investiert. Und damit auch seinen jüngeren Bruder Lukas angesteckt. „Die großen Projekte sind alle Gemeinschaftswerke von Lukas und mir. Es ist total schön, dass wir das gleiche Hobby haben“, erzählt Julian begeistert.
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Das habe dem Brüderpaar auch sehr über die in allen Bereichen extrem eingeschränkte Corona-Zeit geholfen. „In der Pandemie haben wir uns mit unseren ersten eigenen Bauten beschäftigt“, erklärt der Student. Vorher hätten beide immer fertige Bausätze aus den unterschiedlichen Welten zusammengesetzt. Dann wagten sie den Sprung ins großformatige freie Bauen.
Nach und nach wurde der Fundus an aus vielen, vielen Einzelteilen zusammengekauft. Um den Überblick zu behalten, ist alles systematisch nach Farben, Größen und Formen in Kleinteilmagazinen sortiert.
Über monatelange Detailarbeit entstand aus etwa 15 000 Teilen eine große Ritter-Szenerie, die die beiden 2021 bei der Messe „Faszination Modellbau“ als Mitglied des Vereins Bricking Bavaria in Friedrichshafen ausgestellt haben. „Wir ergänzen uns sehr gut beim Bauen, wir verbinden unsere Ideen und bringen uns beide auf Augenhöhe ein“, betont Julian. Überhaupt ist der Staffel-Teilnehmer das Arbeiten in Teams gewohnt. Bei der nächsten großen Messe 2022 starteten sie als Vierer-Gruppe mit einer detailreichen Wikingerwelt, mit der sie per Besucherabstimmung den dritten Platz gewonnen hatten. Das Modell war so beeindruckend, dass dadurch die Scouts von RTL auf Julian aufmerksam wurden.
„Ich stand bei unserem Wikinger-Modell und wurde gefragt, ob ich mich nicht bei Lego Masters bewerben möchte“. Der minderjährige Lukas ist leider noch zu jung, deswegen kam er zumindest heuer noch nicht für „Lego-Masters“ in Frage.
Bei Casting überzeugt
Julian beeindruckte nicht nur mit seinen Lego-Bauten, sondern auch insgesamt beim Casting. Er wurde letztendlich als einer von 16 Staffelteilnehmern, die in acht Teams antreten werden, auserkoren. Als echter Lego Fan habe er das Format natürlich schon gekannt und auch angeschaut.
„Ich habe es als sehr herausfordernd angesehen, bei „Lego Masters“ teilzunehmen und war mir nicht sicher, ob ich wirklich das Zeug dazu habe“, so Julian. Schließlich baue er noch nicht so lange eigene Modelle. Aber sein Wagemut obsiegte. Ab diesem Freitag kämpft er gemeinsam mit seinem Team-Partner Matthias (42) um den Titel „Lego Masters 2023“.

