So läuft der Sommer im Kreis Schwandorf: Erste Bilanz von Freibädern, Biergarten- und Gastrobetrieben

Die vergangenen Wochen waren von extremen Wetterumschwüngen geprägt – vor allem die ersten zwei Augustwochen fielen eher ins Wasser. Die Mittelbayerische hat sich bei Freibädern und Gastronomen im Landkreis umgehört: Die Betriebe ziehen eine erste Bilanz.
200.000. Badegast in Schwandorfs Erlebnisbad:
Durchwegs positiv sieht Leiter Michael Maget auf die bisherige Saison: „Ich bin beeindruckt, wie viele Leute wieder ins Freibad gehen.“ Die aktuellen Besucherzahlen seien auf einer Höhe mit den Zahlen vor der Pandemie. Seit Anfang Mai laufe die Saison im Schwandorfer Erlebnisbad – diese Woche konnte sogar der 200.000.Gast begrüßt werden, so Maget. Abgesehen von kleineren Verletzungen könne er glücklicherweise auf eine unfallfreie Saison blicken.
Weniger Ausflügler in der Kugelwirtschaft:
Die Holzkugel am Steinberger See ist ein beliebtes Ausflugsziel bei angenehmen Wetter. Das weiß auch Richard Krestel, Betriebsleiter der Kugelwirtschaft. Aufgrund des schwierigen Wetters sei die Saison bislang jedoch mittelmäßig. Extreme Hitze sei ideal für die Badegäste auf der Liegewiese am Steinberger See, so Krestel. Für die Urlauber, Wanderer und Radler, die einen Ausflug zur Holzkugel planen würden, seien Hitze oder starker Regen ein Grund, den Ausflug abzusagen. Krestel sehe dennoch optimistisch auf die kommenden Wochen: Bei kühleren Phasen würden die Gäste lieber draußen im Biergarten sitzen.
Mehr Saunagäste im Bulmare in Burglengenfeld:
Für Geschäftsführer Reiner Beck läuft der Sommer bislang sehr gut: „Wir können eine positive Bilanz ziehen.“ Der Vorteil des Bulmares sei die Kombination aus Frei- und Hallenbad. Bei Gewitter könnten die Gäste in das Hallenbad umziehen, erklärt Beck. Trotz des schlechten Wetters sei das Haus im August voll gewesen – vor allem die Saunagäste seien mehr geworden. „Bislang haben wir eine unfallfreie Badesaison. Das ist das Wichtigste“, fügt Beck hinzu.
Restaurant Miesberg in Schwarzenfeld hat viel Zulauf:
Trotz des wechselhaften Wetters kann Markus Neudert, Chef des Restaurants Miesberg, bislang auf eine „super Sommersaison“ zurückblicken. Das liege auch daran, weil immer mehr seiner Mitbewerber zusperren. „Wir haben noch mehr Geschäft gemacht als im vergangenen Jahr“, sagt Neudert. Von der aktuellen Krise würde sein Betrieb glücklicherweise wenig mitbekommen. „Wir versuchen, die Preise human zu lassen und den Gewinn lieber über die Masse der Gäste zu erzielen“, erklärt der Schwarzenfelder.
Panoramabad Wackersdorf verzeichnet normale Saison:
Im Vergleich zu den Besucherzahlen im Vorjahr ist die Bilanz laut Pressesprecher Michael Weiß positiv. Die Laune der Schwimmer sei sehr gut, auch wenn sich „saisonbedingt“ die Gaststruktur in den vergangenen Wochen gewandelt habe. Statt der eingefleischten Stammgäste, die sich derzeit im Urlaub befänden, seien viele Feriengäste aus dem Oberpfälzer Seenland im Schwimmbecken. Für die kommenden Wochen erhofft sich das Wackersdorfer Team ein „Freibad-taugliches Wetter“ – sowohl für Familien als auch für die Wassersportler.
Positive Bilanz im Teublitzer Gasthof Hintermeier:
Mit der bisherigen Saison zeigt sich Inhaberin Sonja Mahan zufrieden. Die Stimmung unter den Teublitzer Gästen des Landgasthofes Hintermeier sei gut. „Bei schlechtem Wetter können unsere Kunden nach drinnen ausweichen“, erklärt die Gastronomin. Wann der Biergarten heuer schließen werde, stehe noch nicht fest. Mahan bleibt optimistisch: „Ich hoffe darauf, dass wir ab September noch etliche Wochen aufhaben können.“
Zu wenig Besucher im Nittenauer Freizeitbad:
Andreas Hanka, Schwimmmeister im Freizeit- und Erholungsbad, blickt auf einen bislang „verhaltenen Ansturm“ von Badegästen. Auch bei gutem Wetter seien die Besucherzahlen diese Saison nicht überragend. Über den Grund kann Hanka nur Vermutungen anstellen: „Früher hatten wir auch viele Gäste aus Regensburg. Vielleicht überlegen es sich inzwischen viele Ausflügler wegen der hohen Spritpreise.“ Mit Blick auf die nächste Saison bleibe er optimistisch – wenn der Ansturm jedoch so verhalten bleibe, müsse man sich etwas Neues einfallen lassen.
Gute Stimmung beim Bodenwöhrer Brauereigasthof:
„Das gute Wetter hat uns positiv in die Hände gespielt“, sagt Alexander Jacob, Leiter des Brauereigasthofs Jacob. Die Stimmung unter den Gästen in Restaurant und Hotel sei grundsätzlich gut. Während viele Gastronomen Personalmangel zu beklagen hätten, könne sich Jacob glücklich schätzen: „Ich kann auf ein tolles Team zurückgreifen.“
Viele Feriengäste zu Besuch im Neunburger Freibad:
Im Erlebnisfreibad sind laut Chefin Rosa Schafbauer derzeit weniger Einheimische im Becken: Dafür kämen in den Ferien viele Urlauber, um ihre Bahnen zu ziehen. „Die Badesaison ist immer wetterabhängig“, sagt Schafbauer. Im Juni und Juli sei das Bad sehr gut besucht worden, im August gingen die Zahlen aufgrund des schlechten Wetters zurück. „Bei Gewitter müssen die Schwimmer das Wasser verlassen“, bemerkt Schafbauer.
Stabile Saison im Nabburger Gasthof „Zum Stern“:
Dass Essengehen Luxus geworden ist, stellt Inhaber Jörg Podlesny fest. Das Geschäft laufe dennoch gut, erzählt der Gastronom, jedoch merke er die momentane Inflation am Umsatz. Die Gäste würden sparen, statt drei bis vier Bier seien es inzwischen oft nur noch ein oder zwei Getränke. Auf die kommenden Wochen blickt Podlesny hoffnungsvoll.