Der Further Festwirt Matthias Strauß zieht ein gemischtes Fazit – und hat einen Wunsch

Von Alexander Frimberger · 23. August 2023 um 19:00

Viel Licht, aber auch Schatten: So könnte man die persönliche Drachenstichfest-Bilanz von Festwirt Matthias Strauß zusammenfassen. Im Gespräch spart er auch nicht mit Selbstkritik – und denkt über die Zukunft des Further Volksfestes nach.

Es gab selbstverständlich die Höhepunkte, also die Tage, an denen das Bierzelt und der Biergarten rappelvoll waren. Deshalb die Feststellung: „Wir waren grundsätzlich zufrieden, auch wenn der Umsatz niedriger war als letztes Jahr. Aber es war ein harmonisches Fest, es gab keine einzige Rauferei im Festzelt, auch nicht in der Freinacht.“ Präziser gesagt: „Die Samstage waren gut besucht.“ Auch der Städte- und Gemeindetag oder der Abend des Spielertreffens lief hervorragend. „Und was wir in 15 Jahren noch nicht erlebt haben, das Zelt war am Sonntag beim Historischen Festzug am Nachmittag voll.“

Während der Woche weniger Gäste

Es gibt weitere positive Beispiele, aber eben auch problematische Tage. „Unter der Woche und an Sonntagabenden ist es schwierig, das Zelt zu füllen.“ Er will das aber auf gar keinen Fall als Kritik an der Bevölkerung verstehen. Die Gründe sind vielschichtiger. Es kommen zu wenig Gäste aus dem Umland. Auch das sei aber nicht ungewöhnlich. Schließlich haben in Bad Kötzting, Cham und Roding schon große Volksfeste stattgefunden und zur selben Zeit laufe auch das Gäubodenfest in Straubing. „Das hat ja fast Dimensionen wie das Oktoberfest.“ Eine Verlegung des Fests hält Matthias Strauß für unmöglich: „Ohne Drachenstich, das geht nicht.“ Die Frage ist für ihn also, „ob man so ein Volksfest diesen Ausmaßes zur Drachenstichzeit braucht?“

Das liegt momentan aber nicht in seinem Verantwortungsbereich. Der Vertrag mit der Stadt ist ausgelaufen. „Wir verschließen uns aber nicht weiteren Gesprächen.“ Vielleicht könne man es kleiner und schöner machen. Das Cave Gladium, das ja auch in die Zeit des Volksfestes fällt, „passt super zum Drachenstich. Mein höchstes Lob an alle, die da mit anpacken, die arbeiten sehr gut zusammen.“ Im Umkehrschluss passt das Rahmenprogramm eines bayerischen Volksfestes eben nicht dazu. Wenn der Chef der Brauerei Dimpfl für die Zukunft einen Wunsch frei hätte, dann könnte er sich ein kleineres Volksfest im Stil der „Oidn Wiesn“ vorstellen. Ein bereits existierendes Zelt, doppelt so groß wie die Weißbierhütte Drachen-Olm, ein großer Biergarten und Retro-Schausteller, die alte Fahrgeschäfte anbieten. „Das könnte funktionieren, weil die Schausteller keine Standgebühren bezahlen. Die werden vom Festwirt übernommen.“ Dafür seien die Preise sehr niedrig, und das könnte Publikum anziehen.

Natürlich ist ihm auch die Kritik am diesjährigen Festumzug zu Ohren gekommen. Der war ja in diesem Jahr erstmals in die entgegengesetzte Richtung gestartet. „Ich kann mich nur entschuldigen, weil ich einfach etwas überfordert war“, räumt Strauß ein.

Hintergrund: Normalerweise hat er mit dem Ablauf nichts zu tun, ist praktisch Gast auf seinem eigenen Festzug. Weil aber der etatmäßige Einweiser verhindert war, musste er übernehmen. Einen weiteren Kritikpunkt, er habe während der Wartezeit im Brauereiinnenhof trotz Hitze keine Getränke ausgegeben, kann er nicht so stehen lassen: „Mir geht es dabei sicher nicht um die paar Liter Bier, aber wir haben keine Toiletten und keine Ausschankgenehmigung im Hof.“

Drachenstichfest: Dank an alle Helfer

Wer Matthias Strauß kennt, der hat bemerkt, dass er in den vergangenen Wochen häufiger nicht gesund ausgesehen hat. „Ich bin ausgebrannt, ich kann nicht mehr“, gibt der 61-Jährige unumwunden zu. Deshalb sei er auch im Festzelt nicht immer so offen und freundlich rübergekommen, wie es seine Gäste verdient hätten.

Um so mehr möchte er sich bei allen, vor allem auch freiwilligen Helfern bedanken, die ihn über die Zeit getragen haben. Allen voran seiner Frau Martina und seinem Sohn Michael, der die komplette Abwicklung des Ausschanks am Cave Gladium übernommen hat. Als Halb-Chef bezeichnet Strauß Bernhard Lehrhuber. Der Braumeister fängt im Oktober offiziell bei ihm an. Übernahmegespräche (wir berichteten) folgen dann nach einer Einarbeitungszeit.

In diesem Zusammenhang gibt Dimpfl-Chef Matthias Strauß noch ein Versprechen: „Die Brauerei hat so viel Potenzial, ich bin auch wegen Personalmangels einfach nicht mehr nachgekommen. Das wird jetzt besser.“

Matthias Strauß ist froh, dass er Bernhard Lehrhuber an seiner Seite hat. Fotos: Frimberger