Irmgard Maier aus Au ist die beste Hopfenzupferin der Hallertau

24 Teilnehmer hatten sich für die Deutsche Hopfenzupfermeisterschaft, die heuer zum 44. Mal in Siegenburg ausgetragen wurde, angemeldet. Die Marktgemeinde und der Hallertauer Trachtenverein hatten für diesen Anlass ein zweitägiges Programm auf die Beine gestellt.
Thomas Kratzl, 1. Vorstand des Hallertauer Volkstrachtenvereins, begrüßte am Sonntagvormittag erneut die Gäste, unter ihnen auch einige Abgeordnete, viele Bürgermeister aus den umliegenden Gemeinden. Auch 1. Bürgermeister . Johann Bergermeier, unterstützt von seinen beiden Stellvertretern Siegfried Gehrmann und Gernot Seefelder, hieß alle Besucher und Ehrengäste herzlich willkommen.
Beim Programm setzte man auf Altbewährtes. Anders waren dennoch zwei Dinge: Am Samstagabend hatten die Musiker aus der Partnergemeinde Hollenstein aus Niederösterreich zünftig aufgespielt, was es so noch nicht gegeben hatte. Ein Abend, der sicherlich allen in besonderer Erinnerung bleibt.
Die Gäste aus Hollenstein kosteten auch das Fest am Sonntag noch bis zur letzten Minute ihrer Abfahrt aus, es gab gemeinsame Musik und viele Geschenke: Manuela Zebenholzer, 1. Bürgermeisterin von Hollenstein, bedankte sich herzlich für die Gastfreundschaft und hatte gleich ein ganzes Geschenkpaket dabei: „Einfach genießen“, erklärte sie. „Es sind lauter gute Sachen aus unserer Heimat drin!“
Für die Marktgemeinderäte hatte sie eine eigens entworfene Schokolade dabei. Die Gäste mussten allerdings ihrerseits auch nicht mit leeren Händen nach Hause aufbrechen: Gleich drei Schilder mit dem Aufdruck „Partnergemeinde Markt Siegenburg“ konnten überreicht werden und werden nun ihren Platz an den Ortseinfahrten von Hollenstein finden.
Großes Aufgebot an Hoheiten
Außerdem neu in diesem Jahr: Am Sonntagnachmittag, gab es statt der Krönung einer neuen Hopfenkönigin einen ganz besonderen Auftritt: Die Bühne füllte sich mit über 30 Produktköniginnen, die eine nach der anderen sich und ihr Produkt vorstellten, unter ihnen die Botschafterinnen für Spargel, Apfel, Honig, den Wald, für Kraut oder Rosen und noch viele andere mehr.
Ein schönes Bild und mindestens so schön wie eine „Krönung“. Denn die bisherige Hopfenkönigin ist heuer in Siegenburg auch die neue. Nach ihrem ersten Jahr der Regentschaft hatte sich Annika Schierlinger für eine weitere Runde in diesem Amt entschieden. Für das Bürgerfest und die traditionelle Deutsche Hopfenzupfermeisterschaft hatte sie sich daher Unterstützung bei all den anderen Produktköniginnen geholt.
Nach der Vorstellung der „Hoheiten“ und ihrer Produkte konnte HVT-Vorstand Thomas Kratzl endlich gegen 16 Uhr verkünden: „Zufpa dea ma“. In vier Gruppen mit jeweils sechs Teilnehmern ging es in die erste Runde. Die jeweiligen Reben von der Sorte „Hallertauer Tradition“ aus dem Hopfengarten der Familie Schierlinger waren per Los gewählt worden.
Die Aufgabe: In fünf Minuten möglichst viele Hopfendolden pflücken. Doch nicht nur auf die Menge kommt es an: Die sechsköpfige Jury aus echten Hopfenprofis der Region hatte auch ein Augenmerk auf die Qualität des abgelieferten Inhalts. Nicht nur schnell sollte man also sein, sondern auch sorgfältig arbeiten.
„Und immer schön ausputzen“ mahnte Thomas Kratzl die Zupfer daher, wenn sich die Zeit langsam dem Ende neigte. Ganz wie in den alten Zeiten, als der Hopfen noch von Hand gezupft wurde, sind auch in diesem Wettbewerb Blätter im Korb nicht gerne gesehen. Hochkonzentriert waren die Hopfenzupfer bei der Arbeit und ließen so, begleitet von Anfeuerungsrufen des Publikums, Dolde um Dolde in die Körbe gleiten.
100 Gramm Dolden
Zur Bewertung gab es Punkte pro 100 Gramm gepflückter Dolden und weitere für die Sauberkeit. Wer zu schlampig arbeitete, konnte sogar noch bei den Punkten für die Menge zurückgestuft werden. Ein ausgeklügeltes System also, das schließlich ein eindeutiges Ergebnis lieferte.
Den ersten Platz mit 97,5 Punkten ergatterte – nicht zum ersten Mal – Irmgard Maier aus Au. Sie war die einzige, die in der Kategorie Sauberkeit die volle Punktzahl erreichte. Zweiter Sieger wurde mit 97,0 Punkten Franz Zeitler aus Siegenburg und mit 94,5 Punkten kann sich Margarete Fellner aus Mainburg über den dritten Platz freuen. Sie hatte mit 370 Gramm mit Abstand die größte Menge gepflückt, musste jedoch bei der Bewertung der Sauberkeit Feder lassen.
Thomas Kratzl bedankte sich bei allen 24 Teilenehmern und überreichte an alle Urkunden und Pokale.
