Auf dem Cave Gladium lagert jemand, der vom belgischen König Albert II zum Ritter ernannt wurde

Von Alexander Frimberger · 19. August 2023 um 05:00

Wer hätte das gedacht, auf dem Cave Gladium lagert auch ein echter Ritter. Schon zum dritten Mal ist er aus Belgien angereist und nimmt am Further Mittelalterfest teil.

Wer das Zelt von Robert Wellens aus Hove in der Nähe von Antwerpen besucht, sieht sofort, dass Kunst seine Passion ist. Der 67-Jährige war Professor an der Kunsthochschule Sint-Niklaas. „Ich habe Bildhauerei, Portrait und Aktmalerei unterrichtet“, sagt er. Außerdem hatte er einen Lehrstuhl für Restauration von Holz und Stein. Er sieht sich durchaus als gesegnet an, weil er „das ganze Leben machen durfte, was er wollte.“

Ein Ritter des belgischen Kronenordens

Trotzdem ist dem belgischen Königshaus nicht verborgen geblieben, was er in seinem Bereich für die Jugend geleistet hat. Auf Vorschlag des 1. Ministers wurde er im Jahr 2010 von „Seiner Majestät König Albert II“ zum „Ridder in der Kroonorde“ ernannt. Zu deutsch etwa „Ritter des Kronenordens“. Begleitet wird die Ernennung mit einer Urkunde und einem Orden.

„Nein“, sagt Wellens und schüttelt den Kopf, mit einem Schwert zum Ritter geschlagen habe man ihn nicht. Dafür wurde ihm die Ritter-Ehre fünf Jahre später noch einmal zuteil. Da wurde er in den Leopolds-Orden des ehemaligen Königshauses aufgenommen.

Adelig sei er deswegen nicht, allerdings wurde der Name Wellens bereits im Jahr 1340 erstmals urkundlich erwähnt. Seit dem 15. Jahrhundert existiert ein zum Haus Wellens gehöriges Wappen in verschiedenen Ausführungen. Auch er führt so ein Wappen in der Familie. Bereits zum dritten Mal ist er heuer auf das Cave Gladium gekommen, hat unter anderem seine Frau und seinen kleinen Hund mitgebracht, der statt einer Hundehütte ein eigenes kleines Zelt am Lagerplatz hat.

Das Herz hängt an der Bildhauerei

Dort zeigt Bob, wie er sich im Gespräch vorstellt, woran sein Herz hängt: an der Bildhauerei. „Ich arbeite mit Holz, Stein und manchmal auch Eisen.“ Als Beruf möchte er das, was er tut, eigentlich nicht beschreiben. Es ist seine Leidenschaft. So hat er an der Statue des Heiligen Georg, Ritter und Drachentöter, während der Corona-Zeit genau ein Jahr lang gearbeitet. „Von Februar bis Februar“, sagt er. Das Original steht in gleicher Größe im Museum in Brüssel. Die dortige Statue ist bemalt. Robert Wellens mag es ohne lieber. Ob er sie denn bei einem entsprechenden Angebot verkaufen würde? „Nein“, antwortet er, „unverkäuflich.“