Massenhaft ausgesetzte Katzen in Regensburg alarmieren Tierschützer

Bis zu 500 ausgesetzte Tiere in Stadt und Landkreis Regensburg innerhalb eines Jahres sind alarmierend. Eine besondere Last hat dabei das Tierheim Regensburg zu tragen. Dort warten aktuell 54 Katzen, 25 Hunde, elf Kaninchen, ein Meerschweinchen und zwei Vögel auf neue liebevolle Besitzer.
Unter der Regie der Vorsitzenden und Stadträtin Ariane Weckerle arbeiten zur Zeit 18 Beschäftigte in Voll- und Teilzeit im Tierheim in Pettendorf. Darunter auch eine ausgebildete Tierärztin. „Das größte Problem haben wir aktuell mit ausgesetzten und wild lebenden Katzen“, berichtet Ariane Weckerle.
Ausgesetzt am Rastplatz in Pentling
Ein Beispiel: Vor drei Wochen wurden in Pentling am Autobahnrastplatz zwei Perserkatzen in einer Transportbox ausgesetzt. Darauf war nur ein Zettel mit dem Alter und der Info, dass sie Schwestern sind. Bella und Foxi waren total unterernährt und völlig verstört. Im Tierheim wurden sie dann als erstes entwurmt, geimpft, gechipt und kastriert. Jetzt suchen die beiden dringend ein neues Zuhause.
Ein besonders tragischer Fall ereignete sich kürzlich in Regensburg. Stups und Percya, wurden von ihrem Besitzer mit heißem Wasser verbrüht. Leider hat nur der Kater überlebt und ist inzwischen außer Lebensgefahr. Ebenfalls ausgesetzt wurde kürzlich ein Kaninchenpärchen am Parkplatz der Walhalla. Zwei Tage später gab es mit sechs Hasenbabys eine Überraschung im Tierheim.
Bußgeld bis zu 25000 Euro
Die Schwierigkeit besteht darin, wenn wilde Katzen nicht kastriert werden vermehren sie sich explosionsartig. Aktuell gibt es in Deuerling einen Platz mit über 20 Katzen jeglichen Alters. Sie sind auf die Gnade der Nachbarn angewiesen, um nicht zu verhungern. Grundsätzlich ist das Aussetzen von Tieren verboten und kann mit einem Bußgeld von bis zu 25000 Euro geahndet werden.
Nicht weniger groß sind die Probleme im nördlichen Landkreis. Sylvia van der Zahn von der Privaten Katzenhilfe Regenstauf ist verzweifelt. „In der Urlaubszeit werden Katzen überall ausgesetzt, besonders im Wald. Alle Aufnahmestationen sind voll. Wir bräuchten in Bayern dringend eine Kastrationspflicht. Katzen können schon mit vier Monaten gedeckt werden und kriegen bis zu dreimal im Jahr Junge. Wir vermitteln etwa 200 bis 300 im Jahr“, erklärt van der Zahn. In den 38 Jahren ihres Wirkens seien es insgesamt etwa 10000 gewesen. „Bei mir zuhause in Hirschling im Regental habe ich sogar eine Katzenklappe beim Haus. Ähnlich wie bei einer Babyklappe kann man da Katzen abgeben ohne sie irgendwo aussetzen zu müssen“, sagt die engagierte Tierschützerin.
Um ein ganz anderes Thema kümmert sich Percya Schwarzer aus Regensburg. Sie sorgt sich um die Abholung und Identifizierung von Streunern und tot gefundenen Katzen falls sie gechipt sind.
Streuner im Hafengebiet
Im vergangenem Jahr waren das über 200 tote Katzen in Stadt und Landkreis. Von etwa 20 Prozent konnten die Besitzer ermittelt werden, die ihre toten Tiere dann abholten. Ein Brennpunkt mit etwa 20 unkastrierten Streunern ist der Regensburger Hafen.
Neben der von allen Befragten empfohlenen Kastrationspflicht für Katzen braucht es auch finanzielle Unterstützung, um die Kosten tragen zu können. Dabei helfen Spenden und Patenschaften. Das Tierheim verhandelt außerdem mit Stadt und Gemeinden über höhere Zuschüsse.
