Markt Bruck investiert über eine Million Euro in neuen Hochbehälter

Von Renate Ahrens · 11. August 2023 um 19:00

Die Sanierung des Trinkwasser-Hochbehälters Silberberg ist fast abgeschlossen. Der Ferienausschuss der Marktgemeinde Bruck machte sich bei einer Ortsbegehung ein Bild von dem Gebäude, das Anfang September planmäßig fertiggestellt sein soll und nun in neuem Glanz erstrahlt.

Dringend erforderlich sei die Maßnahme gewesen, erläuterte Diplom-Ingenieur Johann Gleixner vom Planungsbüro Kehrer den Räten. Unter anderem waren bereits Rostschäden im Hochbehälter aufgetreten. „Außerdem tropfte es schon von der Decke.“ Der Hochbehälter wurde in den Jahren 1972/73 gebaut – er ist also bereits 50 Jahre alt. Im November 2021 beschloss der Marktrat die Sanierung.

Wasser immer wieder Thema für den Marktrat

Überhaupt beschäftigt die Wasserversorgung sehr oft den Marktgemeinderat. Denn auch der zweite Hochbehälter in Randsberg soll in naher Zukunft saniert werden. Die Planungen sind bereits in Gange. Wie in vielen Kommunen sind jedoch in Bruck nicht nur die Behälter, sondern auch die Wasserleitungen sanierungsbedürftig. Teilstücke der Wasserleitungen wurden in diesem Jahr bereits erneuert, weitere Maßnahmen sollen erfolgen.

Der Hochbehälter am Silberberg ist nun sowohl funktionell als auch optisch auf dem neuesten Stand. Das mit Lärchenholz verkleidete Haus fügt sich gut in die Landschaft ein und lässt zunächst nicht erahnen, dass es sich hier um einen Trinkwasserbehälter handelt. Ein Blick in das Innere beeindruckte die Markträte: Beide Wasserkammern sind vollständig mit Edelstahl ausgekleidet, um eine möglichst langlebige und hygienisch einwandfreie Lösung zu gewährleisten.

Die Bauarbeiten zogen sich fast zwei Jahre hin, da die Wasserkammern nach und nach umgerüstet werden mussten und eine in Betrieb blieb, um die Versorgung sicherzustellen. Das Wasser stammt aus zwei Brunnen mit 101 und 87 Meter Tiefe aus der Bodenwöhrer Senke, einem sehr wasserreichen unterirdisches Reservoir, wie Wasserwart Stefan Bräu erklärte. „Das Wasser hat hervorragende Qualität. Es ist sehr kalkarm und muss nicht behandelt werden, bevor es in die Leitungen an die Verbraucher fließt.“

1000 Kubikmeter Fassungsvermögen

Die beiden neuen Kammern im Hochbehälter fassen jeweils rund 500 Kubikmeter Wasser, also insgesamt 1000 Kubikmeter, was auch im Hochsommer dem täglichen Verbrauch in Bruck entspricht. Im Winter fließen etwa 800 Kubikmeter täglich an die Einwohner, erklärt Bräu. Damit bleibe man sogar unter dem Verbrauchsdurchschnitt in Bayern.

Die Räte waren zufrieden mit dem Baufortschritt. Die Kammern werden demnächst noch gereinigt und desinfiziert. Anfang September soll dann das wertvolle Nass einfließen und für die Bürger zur Verfügung stehen. Mit einer Pumpe an der Staatsstraße werde es in alle Haushalte verteilt. Lediglich die Ortsteile Schöngras, Kölbldorf und Hofing liegen höher als der Hochbehälter – dorthin muss das Wasser hinaufgepumpt werden.

Die Gesamtkosten für die Maßnahme liegen bei rund 1,1Millionen Euro. Eine Förderung war nicht möglich, da laut Wasserwirtschaftsamt Weiden die sogenannte Härtefallschwelle nicht erreicht wurde. Das ist darauf zurückzuführen, dass in den vergangenen 25Jahren zu wenig in die Wasser- und Abwassereinrichtungen investiert wurde.

Die Sanierung des Hochbehälters sei ein wichtiger Schritt für die Versorgung mit einwandfreiem Trinkwasser, betonte Bürgermeisterin Heike Faltermeier. Um auch den Bürgern einen Einblick in den Hochbehälter zu gewähren, überlegt sie, einen Tag der offenen Tür im September abzuhalten. Fotos vor und nach der Sanierung sollen den Unterschied demonstrieren.

Beeindruckt von den vollständig mit Edelstahl verkleideten Wasserkammern zeigten sich die Räte und Bürgermeisterin Heike Faltermeier beim Ortstermin. Foto: Renate Ahrens