Nackt am See liegen – ein Problem? FKK-Bader am Schwetzendorfer Weiher gesichtet

Sommerzeit ist Badezeit und das gerne auch mal nackt – obwohl entweder verboten oder nicht erwünscht. FKK ist auch im Landkreis Regensburg Thema, zum Leidwesen einiger Kommunen.
„Bei uns kommt das seit Jahren immer wieder vor“, sagt Pettendorfs Bürgermeister Eduard Obermeier. Auch heuer seien bereits einige Beschwerden über Nacktbader am Schwetzendorfer Weiher eingegangen. In der Satzung sei das FKK-Verbot klar geregelt. Wenn jemand erwischt werde, werde er darauf hingewiesen, für Wiederholungstäter könne Bußgeld verhängt werden. „Wir können da schon was machen“, betont der Bürgermeister. „Wir sind der Hausherr und zur Not gibt es Strafen, da spaßen wir nicht.“
Es gehe schließlich auch um die Kinder, die vor Ort seien. Manche FKK-Bader verhielten sich einfach sehr unachtsam. In der Bevölkerung schwinde das Bewusstsein für Regeln grundsätzlich ein wenig, meint Obermeier. Es gebe Individualisten, die vieles ausklammerten. Das sei mit dem Eisbaden im Winter genauso. Auch das sei verboten im Schwetzendorfer Weiher, komme aber immer wieder vor. „Eigentlich müsste einem der gesunde Menschenverstand schon sagen, dass man das nicht macht“, findet der Bürgermeister.
Negative Beispiele
Am Guggenberger See, am Sarchinger Weiher und am Roither See habe es in diesem Jahr noch keine Vorfälle gegeben, berichtet Pascal Ferstl vom zuständigen Verein für Naherholung im Raum Regensburg. Der Sicherheitsdienst vor Ort habe keine Beobachtungen gemacht und es seien auch keine Beschwerden eingegangen. In den Waldbädern in Hemau und Wörth sei FKK-Baden gar kein Thema, teilen Doris Wirth von der Stadt Hemau und Elisabeth Hack von der Stadt Wörth mit. Und auch an den Badestellen in Etterzhausen, Duggendorf, Kallmünz und Sinzing kenne man das Nacktbaden nicht, sagen Andreas Engl, Ordnungsamt Markt Nittendorf, Uwe Auburger, Verwaltungsgemeinschaft Kallmünz, und Sinzings Bürgermeister Patrick Grossmann.
Bekannter Ort fürs Nacktbaden im Landkreis Regensburg dagegen ist der Almer Weiher. „Das ist schon seit 40 Jahren so“, sagt Hans Holler, Vorsitzender des Anglerbunds Regensburg, dem das Gewässer gehört. „Begeistert sind wir davon nicht, es wird halt geduldet.“ Die meisten FKK-Bader seien zwar vernünftig, es gebe aber immer solche und solche – und eben auch die negativen Beispiele.
Immer wieder fühlten sich Nacktbader durch die Angler gestört – obwohl der Weiher ja explizit Vereinsgewässer sei. Sie belästigten die Angler und verscheuchten ihnen etwa die Fische. Das sei übrigens sogar eine Ordnungswidrigkeit, was viele nicht wüssten, informiert Holler.
Beschwerden bei der Polizei
Von Anzeigen habe man bislang aber abgesehen. FKK-Bader dagegen beschwerten sich gelegentlich bei der Polizei wegen der Angler. Zu Reibereien komme es immer wieder, berichtet Holler, und dazu, dass Angler sich rechtfertigen müssten. Das sei schade, jeder sollte seinen Platz finden an so einem Gewässer – in einem guten Miteinander, wünscht sich der Vorsitzende des Anglerbunds.
Das stelle für die andere Seite aber genauso ein Problem dar: Manche Angler sagten, sie könnten wegen der Nacktbader nicht mehr mit ihren Kindern zum Fischen an den Almer Weiher. Und die FKK-Schwimmer seien wirklich immer da, sagt Holler. Vom Frühjahr bis zum Herbst, auch wenn es noch richtig kalt sei. Eine richtige Szene sei da mit der Zeit entstanden – und eigentlich schon auch zu viel Trubel.