Regensburger Hafen gibt Weg nicht frei: „Kein Interesse an Fußgängern und Radfahrern“

Der Weg wäre fertig, doch er bleibt abgesperrt: Warum eine Verbindung von der Regensburger Innenstadt durch den Westhafen nicht zustande kommt.
Der Hochwasserschutz im Bereich Donaulände/Westhafen schirmt eine Fläche von 80 Hektar und gut 5000 Einwohner vor Überschwemmungen ab. Im November 2022 wurde die Fertigstellung dieser wichtigen Baumaßnahme gefeiert – doch neun Monate später sorgt eine Absperrung für Verwirrung: Sie macht den an der neuen Hochwasserschutzmauer entlanglaufenden Schotterweg von der Donaulände zur Budapester Straße unpassierbar.
Wurde hier einfach der Abtransport des Bauzauns vergessen? Mitnichten. „Das ist ein nicht-öffentlicher Betriebsweg. Ein Ersatzweg für Fußgänger und Radfahrer ist hier nie vorgesehen gewesen“, klärt Verena Riehl, Sprecherin des Bayernhafens in Regensburg, ein offensichtlich weit verbreitetes Missverständnis auf. Denn von seinem Verlauf wirkt der Weg tatsächlich wie ein Ersatz für die Budapester Straße, die früher durchgehend vom Hafen bis zur Donaulände/Babostraße führte, im Zuge des Baus des Hochwasserschutzes aber gekappt und damit zur Sackgasse gemacht wurde.
CSU-Stadtrat sieht Versäumnis der Stadt
Vor allem für Radler wäre die Nutzbarkeit des Schotterwegs als direkte und schnelle Verbindung zwischen der Innenstadt über den Hafen und die Schwabelweiser Eisenbahnbrücke in den Stadtnorden hochattraktiv. „Wir hätten den Weg gerne geöffnet gehabt“, sagt deshalb auch Rainer Zimmermann, Projektleiter Hochwasserschutz beim Wasserwirtschaftsamt Regensburg. Seine Behörde habe aber keine Entscheidungsbefugnis darüber. Diese liege allein beim Hafen – und dessen Ablehnung einer Öffnung sei „aus betrieblichen Gründen nachvollziehbar“.
Sein Namensvetter, CSU-Stadtrat Josef Zimmermann, hat Wohnhaus und Firmensitz direkt am Beginn des Wegs in der Budapester Straße und kennt die Situation daher aus dem Effeff. Er sagt: „Der Eigentümer des Grunds sitzt am längeren Hebel – und der Hafen hat hier an allem Interesse, nur nicht an Fußgängern und Radfahrern.“
Lösung durch einen Bebauungsplan?
Dass es für sie nun kein Durchkommen an dieser Stelle gibt, sieht er als Versäumnis der Stadt. Diese hätte sich im Vorfeld der Hochwasserschutz-Planung mit dem Hafen abstimmen müssen – doch das sei nicht geschehen. Im weiteren Verlauf der Verbindung hat der Stadtrat gleich noch ein weiteres Defizit ausgemacht: „Ich habe auch keine Kenntnis von Gesprächen der Stadt mit der Bahn bezüglich der längst notwendigen Verbreiterung des Radwegs auf der Schwabelweiser Eisenbahnbrücke.“
Bleibt die Querung des Westhafens zu Fuß und per Rad also dauerhaft unbefriedigend? „Irgendwelche Lösungen wird es schon geben. Aber die Möglichkeit für eine Lösung aus einem Guss ist weg“, meint CSU-Mann Josef Zimmermann. Hochwasserschutz-Planer Rainer Zimmermann ist weniger kritisch: „Die Stadt hatte bisher wenig Chancen. Mit der Aufstellung eines Bebauungsplans könnte sich das ändern.“
