Navigieren im Operationssaal: Neue Geräte für komplexe Eingriffe in Neurologie und Unfallchirurgie angeschafft

Es funktioniert wie ein modernes Navigationsgerät beim Auto. Millimetergenau kann ein Ziel über eine vordefinierte Route angesteuert werden“, erklärt Hischam Bassiouni, Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie am Klinikum.
Der aktuelle Neuzugang im OP des Klinikums stammt vom Unternehmen Brainlab, dahinter steckt ein Navigationsgerät auf höchstem universitären Niveau, teilte das Klinikum Amberg mit. „Es ist das Modernste, was es aktuell gibt und kommt vor allem bei besonders kritischen Patientenfällen zum Einsatz.“ Premiere hatte Brainlab bereits erfolgreich bei einer Patientin mit einer Gefäßmissbildung (Kavernom) im Bewegungszentrums des Gehirns, der es laut Bericht des Klinikums nach der Operation ohne Einschränkungen sehr gut geht.
Es handelt sich dabei um ein umfassendes Operationssystem, das vor allem bei Eingriffen im Gehirn, an der Wirbelsäule und am Becken zum Einsatz kommt.
Präzisionsarbeit in schwierigen Bereichen wie Gehirn und Wirbelsäule ist möglich
„Ein wahrer „Game-Changer“, auch für uns Unfallchirurgen. Wir können Schrauben noch genauer, noch exakter setzen, was zum Beispiel an der Halswirbelsäule einen deutlichen Vorteil bietet“, betont Antonio Ernstberger, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie. „Zusätzlich habe ich mit dem Ziehm RF 3D-Scanner, einem der modernsten intraoperativen Röntgengeräte, die Möglichkeit, mein OP-Ergebnis bereits während der OP exakt darzustellen und dementsprechend weitere operative Eingriffe zu vermeiden. Operationsfortschritte lassen sich damit leicht verfolgen und wir können schnell reagieren.“ Patienten profitieren vom neuesten Zuwachs besonders bei minimalinvasiven Operationen in komplexen Regionen des Körpers.
Dank 3D-Simulationen sind genaue Anaysen möglich
„Mit Hilfe von aufwändigen 3D-Simulationen sind wir in der Lage, schon vorher den zu operierenden Bereich genau zu analysieren. So können wir gerade im Bereich des Gehirns wichtige Nervenbahnen und –zentren schützen und den schonendsten operativen Zugangsweg für den Patienten finden“, erklärt Bassiouni. „Was im Umkehrschluss für den Patienten bedeutet: Erhaltung der Lebensqualität und maximale Schonung und schnelle Genesung.“