Start am 1. September: Eltern löchern BRK mit Fragen zum neuen Waldkindergarten

Von Jan Lange · 4. August 2023 um 12:45

Veronika Baumgärtner und ihre Kolleginnen Daniela Schückel und Radmila Vujicic waren am Donnerstagabend gefragte Ansprechpartnerinnen. Das BRK hatte zu einem weiteren Infoabend zum Waldkindergarten in das Neunburger Rathaus eingeladen und die anwesenden Eltern wollten jede Menge vom künftigen Betreiber wissen.

Ob sich die Kleinen auch mal im Container aufhalten könnten oder immer nur draußen sind, wollte beispielsweise eine Mutter wissen. Veronika Baumgärtner, die Leiterin des derzeit entstehenden Neunburger Waldkindergartens, versicherte ihr, dass sich die Kleinen natürlich auch drinnen aufhalten könnten. Wenn ein Kind das individuelle Bedürfnis habe, werde man es ihm nicht verwehren. In der Regel sei man aber draußen.

Aufenthalt im Freien ist Grundpfeiler des Waldkita-Konzepts

Der ganzjährige Aufenthalt im Freien ist ein Grundpfeiler des Waldkita-Konzepts. Nur bei sehr schlechtem Wetter würden die Kinder den Tag in der Notunterkunft verbringen. Im Vorjahr sei das in den bereits bestehenden BRK-Waldkindergärten etwa zweimal vorgekommen, erklärte Sebastian Weigl, BRK-Fachbereichsleiter Kinder- und Jugendhilfe.

Ob die Kinder mit Hausschuhen in den Container gehen, ob sie die ganze Zeit den Rucksack mit sich herumtragen, ob die Matschhose eine Bundhose sein sollte oder ob es Stifte und Papier in der Waldkita gebe, waren weitere Fragen, mit denen die Eltern die Betreuerinnen förmlich löcherten.

Eine Mutter nahm es besonders genau und wollte jedes noch so kleine Detail wissen. Sie habe Angst, etwas falsch zu machen, gab sie zu. „Ihr seid sicher schon genervt von mir“, meinte sie nach ihrem unbändigen Wissensdurst. Sie solle sich nicht so viele Gedanken machen, beruhigten die Betreuerinnen die Mutter. Es werde sich alles entwickeln.

Start am 1. September mit einer kleinen Gruppe

Los geht es auf jeden Fall am 1. September – erst mal mit einer kleineren Gruppe von sieben Kindern, berichtete Weigl. Es sei ganz normal, dass Waldkindergärten nicht sofort voll sind, sondern erst mal kleiner starten. In der Waldkita in Bodenwöhr, die ebenfalls vom BRK betrieben wird, waren es laut Weigl am Anfang fünf Kinder. Innerhalb des ersten Jahres sei die Zahl auf acht angewachsen. Mittlerweile sei die Einrichtung komplett belegt, erklärte der BRK-Fachbereichsleiter.

Die Belegungszahlen würden ab dem zweiten Jahr erfahrungsgemäß steigen. In Neunburg werden bereits im Frühjahr weitere Kinder in der Waldkita aufgenommen, kündigte Weigl an.

Auch wenn die Gruppe erst mal etwas kleiner ist, spare das BRK nicht am Personal. Von Anfang an werden sich drei Erzieherinnen um die Kleinen kümmern. Erfahrungen mit Waldkindergärten haben sie alle: Veronika Baumgärtner und Daniela Schückel waren zuvor in der Einrichtung im Schwandorfer Ortsteil Richt tätig, Radmila Vujicic besuchte als Kind eine solche Kita.

Zweite Bürgermeisterin schaut sich alle Waldkitas an

Aber auch die Stadt Neunburg hat einiges getan, damit der Waldkindergarten entstehen kann. Die 2. Bürgermeisterin Margit Reichl (CSU) hatte sich im Vorfeld alle bestehenden Waldkitas im Landkreis Schwandorf angeschaut – und das zu unterschiedlichen Jahreszeiten. Es seien neue Erfahrungen gewesen, so was zu sehen, meinte die Stellvertreterin beim Infoabend. Bei den Gesprächen mit den Erzieherinnen hätten ihr diese erklärt, dass sie nicht mehr in eine normale Kita zurückwollen. In Neunburg entstehe nun natürlich der schönste Waldkindergarten, ist die Kommunalpolitikerin überzeugt.

„Wir versuchen, die Kinder so gut wie möglich unterzubringen“, so Margit Reichl. Dafür wird das Gelände unweit des Neunburger Bauhofes momentan vorbereitet. „Die Container kommen nächste Woche“, kündigte Reichl an.

Die Stadt bereitet den Waldkindergarten aber nicht nur baulich vor, sondern hat auch ein Budget zur Verfügung gestellt, von dem eine Erstausstattung angeschafft werden konnte. Die Erzieherinnen dankten der Stadt dafür. „Das ist es uns wert“, meinte die 2.Bürgermeisterin.