Der Countdown für das Neumarkter Volksfest läuft – Ein Blick hinter die Kulissen der Fahrgeschäfte

Von Mittelbayerische Zeitung · 4. August 2023 um 10:05

Knapp eine Woche ist es noch hin, bis das Neumarkter Volksfest eröffnet wird. Schon jetzt geht es auf dem Volksfestplatz rund: Mit tonnenschwerer Ladung im Gepäck reisen die Schausteller an und bauen ihre Attraktionen auf. Der 18-jährige Paul Janszen verrät, wie die Achterbahn „Crazy Mouse“ in die Höhe wächst.

Schon aus der Ferne sind sie zu sehen, die fünf Fahnen, die auf der Achterbahn am Neumarkter Volksfestplatz wehen. Daneben ragt ein weißer Kran 35 Meter in die Höhe. Mit dessen Hilfe hat das Team von Paul Janszen innerhalb von knapp zwei Tagen die „Crazy Mouse“ aus dem Boden gestampft. Zum zweiten Mal haben sie den Weg aus Hamburg in die Oberpfalz auf sich genommen und stellen heuer eines von insgesamt 16 Fahr- und Schaugeschäften auf dem Volksfest.

Der Aufbau für das Neumarkter Volksfest läuft auf Hochtouren

Der Aufbau rund um die Jurahallen läuft in diesen Tagen auf Hochtouren. Das Weinzelt steht bereits, die ersten Essensbuden säumen die „Fressmeile“ und aus Lastwagen wird tonnenschwere Ladung ausgeräumt und aufgebaut. Wenn Oberbürgermeister Thomas Thumann in knapp einer Woche das erste Fass Festbier anzapft, muss alles fertig sein.

Von Stress oder Hektik unter den Schaustellern ist aber nichts zu spüren. „Bisher läuft alles reibungslos“, sagt Jim Hinrichs, während er mit seinen beiden Kollegen das „Magic House“ aufbaut. Am Dienstag sind sie aus Großefehn an der Nordsee angereist und haben sich am Mittwochmorgen an die Arbeit gemacht.

Bis auf das Waschen und kleinere Reparaturen ist das Geisterlaufgeschäft nun beinahe fertig. Das 200 Meter lange Laufgeschäft, in dem rund 100 Luft- sowie elektronische Effekte die Gäste überraschen sollen, erstreckt sich über drei Etagen, die hergerichtet und hydraulisch ausgefahren werden.

Der Startschuss für das Neumarkter Volksfest fällt am Freitag

Nur wenige Meter weiter ist auch Paul Janszen in den letzten Zügen. Von kleinauf schaute er seinem Vater beim Aufbau der Achterbahn über die Schultern. Mit 13 Jahren packte der Sohn zum ersten Mal so richtig mit an und übernahm im Laufe der Jahre immer mehr Verantwortung. Inzwischen hat der heute 18-Jährige alleine den Hut auf und managt eine sechsköpfige Mannschaft.

Mit fünf Tiefladern sind sie am Montag aus dem Norden nach Neumarkt gekommen, haben zunächst die Auffahrt der 480 Meter langen Achterbahn aufgebaut und später die sogenannte Sohle, wie der Unterbau des Fahrgeschäfts genannt wird, navigiert und ausgerichtet. Anschließend wurden die sechs großen Träger aufgerichtet, welche die Bahn tragen, dann die Traversen angebracht und die Schienen aufgelegt. Zum Schluss wird verschraubt und positioniert, ehe die Stromkabel verlegt werden. „Wenn man das drin hat, geht das in zwei Tagen“, sagt Janszen.

Am Freitag fällt der Startschuss für das Jura-Volksfest. Insgesamt elf Tage lang wird in Neumarkt gefeiert. Einer der Höhepunkte ist der Volksfestzug am Sonntag, der heuer unter dem Motto „Weil i di mog“ steht und wieder Tausende von Besuchern anlocken wird.

Aus dem hohen Norden ist Jim Hinrichs mit seinem Geisterlaufgeschäft angereist.