Absolventen haben Zukunft in der Tasche: 86 Azubis mit Benachteiligung feiern Abschied

Ihre Zukunftsaussichten sind vielversprechend: 86 Absolventinnen und Absolventen werden das Berufsbildungswerk (BBW) St. Franziskus Abensberg in diesem Sommer mit neuen Zielen verlassen. Beim Festakt mit Staatspreisverleihung waren Freude und Erleichterung spürbar.
Die meisten Absolventen haben bereits feste Pläne für Job oder Studium. Dank der guten Prüfungserfolgsquote herrschte unter den jungen Leuten bei der Zeugnisübergabe und bei dem späteren Festakt in der bis zum letzten Platz gefüllten Turnhalle eine gelöste Stimmung. Mehr als zwei Drittel der Absolventinnen und Absolventen haben bereits eine verbindliche Jobzusage, einen Studienplatz oder einen Arbeitsvertrag in der Tasche.
Erleichtert nach harter Zeit
„Die Ausbildungszeit war eine brutal anspruchsvolle Zeit, die für mich nicht immer einfach war“, sagte ein Verkäufer-Azubi beim Festakt und nannte vor allem die Anforderungen der Corona-Pandemie. „Aber jetzt bin ich nur noch glücklich und mein Traum hat sich erfüllt.“ Das BBW unterstützt junge Menschen mit Behinderung und Benachteiligungen in der Berufsausbildung.
Lediglich vier der 86 Azubis werden ihre Prüfungen in einem zweiten Anlauf noch einmal versuchen. Sollten diese auch bestehen, „wovon wir derzeit ausgehen“, wie Silvia Haumer vom BBW sagte, dann liege die Erfolgsquote bei 95 Prozent. Und nicht nur das: Viele haben ihre Prüfungen nicht nur gut, sondern sehr gut absolviert. Felix Fößel (Kaufmann im Einzelhandel) und Tobias Hölzl (Fachlagerist) erhielten für ihre herausragenden Leistungen die Traumnote 1,0 und wurden mit dem Staatspreis ausgezeichnet. 11 Absolventinnen und Absolventen erhielten eine Eins vor dem Komma.
Die frisch gebackene Fachkräfte kommen aus einer Vielzahl unterschiedlicher Fachbereiche – darunter Metall, Bau, Elektro, Ernährung, Fachinformatik, Büromanagement, Holz, Farbe, Körperpflege, Verkauf, IT, Hotel & Gastronomie, Gartenbau, E-Commerce und Logistik.
„Sie haben alle ihr Bestes gegeben“, lobte der stellvertretende BBW-Gesamtleiter Thomas Winkler die Azubis angesichts der zurückliegenden Ausbildungsjahre. „Sie haben eine wichtige Voraussetzung für den weiteren Berufsweg erworben: Durchhaltevermögen und eine berufliche Identität, die ihnen niemand mehr nehmen kann“, sagte Winkler weiter und wünschte alles gute für die Zukunft, „mögen Ihre erworbenen Fähigkeiten und Erfahrungen ihnen auf ihren weiteren beruflichen Weg begleiten und ihm viele aufregende Möglichkeiten bieten.“
Den Glückwünschen schloss sich Johannes Magin von der KJF Regensburg an. Er dankte auch allen Eltern, Mitarbeitern und auch den Geldgebern. Ermunternde Worte richtete Julian Hötzel, Vorsitzender der Teilnehmendenvertretung, an seine Weggefährten und die künftigen Auszubildenden. „Ihr habt eine bedeutende Etappe eures Lebens erfolgreich abgeschlossen“ sagte Hötzel und würdigte Leistungen und Engagement während der Ausbildungszeit, „geht mit Stolz und Zuversicht in eure Zukunft, denn ihr habt es verdient.“
Bürgermeister rappt Grüße
„Respekt" zollte auch der designierte Bürgermeister der Stadt Abensberg Bernhard Resch. Er packte seine Gratulation in einen Rap der Fantastischen Vier: „Ich packe meine Sachen und bin raus mein Kind, auf der Reise und hab Rückenwind. Ich sag es euch auf diese Weise, alle die am Suchen sind, sind mit mir auf der Reise, haben Rückenwind – Alles Gute.“
Er würdigte damit auch die Arbeit des BBW St. Franziskus Abensberg, das unter der Trägerschaft der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg steht. Dessen 450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen junge Menschen mit Benachteiligungen tagtäglich bei beruflicher Diagnostik, Berufsvorbereitung und Ausbildung. Differenzierte Wohnformen und spezialisierte Fachdienste fördern die Persönlichkeitsbildung und ermöglichen die Betreuung komplexer Störungsbilder. Am Ende soll aber vor allem ein erfolgreicher Start in das Berufsleben stehen. Dies wurde auch bei der Abschlussfeier klar, die mit einem gemütlichen „Get-together“ mit Essen und einer Diskoparty endete.