Eiserner Steg bleibt finanzielles Sorgenkind in Neunburg

Von Edgar Pielmeier · 30. Juli 2023 um 15:00

Auf Einladung der CSU kam Albert Füracker, Bayerischer Staatsminister für Finanzen und Heimat, nach Neunburg vorm Wald. Nach einer Beschäftigung mit den aktuellen Problemen der Stadt sollte es anschließend zurück ins Mittelalter gehen, denn am Wochenende fand der Mittelaltermarkt mit Hussitenlager statt.

Nach einer kurzen Begrüßung kam 2. Bürgermeisterin Margit Reichl schnell zur Sache. Der „Eiserne Steg“, die Brücke über die Konrad-Adenauer-Straße, ist nach ihren Worten seit 2020 kaputt. Ein Bagger blieb bei der Durchfahrt daran hängen und zerstörte das Bauwerk. Die Bürgermeisterin erläuterte dem Minister die Bedeutung der 80 Jahre alten Brücke als wichtige Verbindung zwischen Altstadt und den Schulen sowie Rathaus und Kirche. Der Neubau der Brücke wird geschätzte zwei Millionen Euro kosten. Daher ging es Reichl um die Frage, woher möglichst hohe Zuschüsse kommen könnten. Sie verwies darauf, dass Roding kürzlich den Zuschlag für eine Seilbahn im Rahmen des Radwegenetzausbaus erhalten habe. Dieses Geld wäre wohl besser in der Neunburger Brücke angelegt, so Reichl.

Minister verweist auf Städtebauförderung

Der Minister vermied eine Bewertung und verwies stattdessen auf die Finanzierungsmöglichkeiten aus dem Programm der Städtebauförderung. In diesem Zusammenhang warnte Füracker vor den Folgen der geplanten Einsparmaßnahmen bei dem Förderprogramm der Dorferneuerung. „Da lässt uns der Bund jetzt hängen“, kritisierte er.

Beim anschließenden Altstadtrundgang konnte der Minister dann eine weitere „Problemzone“ Neunburgs kennenlernen, den Burgvorplatz. Hier besteht nach Aussagen von begleitenden Stadträten ein Investitionsbedarf in zweistelliger Millionenhöhe.

Wie öffentliche Fördergelder sinnvoll im Rahmen einer privaten Baumaßnahme eingesetzt werden, zeigte der Besuch in der „Alten Canzley“, die von der Architektenfamilie Steidl seit 2021, unter anderem mit Mitteln der Städtebauförderung, saniert wird.

Bummel über den mittelalterlichen Markt

Anschließend gab es dann, zusammen mit Darstellern aus dem Burgfestspiel, einen Bummel über den Mittelaltermarkt. Dabei versuchte sich der Minister erfolgreich beim Streitaxtwerfen. Für das abschließende Grußwort musste er dann bei einer Brotzeit warten, bis der Gaukler sein Kinderprogramm beendet hatte.

Die Delegation auf dem Mittelaltermarkt, zusammen mit „Pfalzgräfin“ Julia Grund“ (Mitte), Manuel Winkler, dem Burgvogt und Vorsitzenden des Festspielvereins (3. v. l.) und „Pfalzgraf“ Michael Hellmuth (3. v. r.) Foto: Edgar Pielmeier