Landkreis Regensburg hat sich die Hälfte der Grundstücke für die Südspange gesichert

Zehn Jahre hat es gedauert vom Planfeststellungsbeschluss bis zum Ende des Rechtsstreits um den Bau der Südspange R30. Für die Kreisräte gab es jetzt in ihrer Sitzung einen Sachstandsbericht zu dem Gesamtprojekt, für das Baukosten von fast 25 Millionen Euro veranschlagt sind.
Seit April laufen die Arbeiten am ersten rund 500 Meter langen Bauabschnitt bei Köfering. Derzeit erfolgen dort der Umbau der Kreuzung zur B15 und die Neuverlegung der Hauptwasserleitung. Noch heuer sollen die vorbereitenden Arbeiten für den zweiten Bauabschnitt von der Egglfinger Straße bis zur Kreisstraße R12 vergeben werden.
Zu den Baukosten kommen Grunderwerbskosten von rund zwölf Millionen Euro. Die Straße zwischen Poign und Köfering ist insgesamt 8,25 Kilometer lang und führt durch vier Gemeinden. Entlastet werden sollen durch sie vor allem die Ortschaften Wolkering und Gebelkofen, aber auch Egglfing und Köfering.
Insgesamt sind von dem Projekt 73 Grundstückseigentümer betroffen. Für vier Kilometer hat sich der Landkreis die Flächen bereits gesichert, aktuell wird für 1,75 Kilometer ein Zusammenlegungsverfahren des Amts für ländliche Entwicklung durchgeführt. Noch offen ist der Grunderwerb für 2,5 Kilometer Straße.
Leidenschaftlich forderte Alfons Lang, mit der R30 auch die geplante Ortsumfahrung von Niedertraubling umzusetzen. „Eine R30 ohne Weiterführung ist keine Lösung für die Verkehrsprobleme“, argumentierte der frühere Obertraublinger Bürgermeister. Er befürchtet, dass es in diesem Fall an der Einmündung der R30 in die B15 zu einer enormen Verkehrsbelastung kommt, „dass ein zweites Kreuz des Südens entsteht“, betonte Lang.
Landrätin Tanja Schweiger erklärte, dass sich der Landkreis hier weiter an den Beschlüssen des Kreistags orientiert. Demnach soll an den Planungen für die Ortsumfahrung festgehalten werden. Sie machte aber deutlich, dass es sich um um zwei unabhängig voneinander geplante Bauprojekte handelt. Deshalb müsse für die Ortsumfahrung die Fortschreibung des Ausbauplans für die Staatsstraßen im Freistaat abgewartet werden. Geklärt werden muss in diesem Zusammenhang auch, ob der geplante Stich nach Neutraubling gebaut werden kann. Die Stadt lehnt diese Verbindung ab, weil sie einen erheblichen Durchfahrtsverkehr befürchtet.