Nach tödlichem Rad-Unfall in der Adolf-Schmetzer-Straße: Stadt Regensburg reagiert

Ein halbes Jahr nach dem tödlichen Unfall einer Radfahrerin in der Adolf-Schmetzer-Straße nimmt die Stadt Regensburg Änderungen bei der Verkehrsführung vor.
Die am Montag beginnende Fahrbahnsanierung auf der Nibelungenbrücke hat weitreichende Folgen. Nicht nur auf dem wichtigsten innerstädtischen Donau-Übergang selbst, der bis 11. August erst in Richtung Norden und dann von 21. August bis 1. September in Richtung Süden voll gesperrt sein wird, sondern auch in den umliegenden Bereichen. In der Adolf-Schmetzer-Straße zum Beispiel wurde im Vorfeld eine neue Ampel angebracht und die Fahrbahn verengt.
Die nun auf Höhe der Einmündung Babostraße stehende Ampel ist klar als Provisorium zu erkennen. Ihren Sinn und Zweck erklärt die Stadt wie folgt: „Die Lichtsignalanlage ist Teil der an der an der Kreuzung Weißenburgstraße/Greflingerstraße beginnenden Radwegumleitung im Zuge der Sperrung der Nibelungenbrücke in Richtung Norden“, lautet die Auskunft. „Damit soll der Konflikt zwischen Kfz- und Radverkehr im unmittelbaren Kreuzungsbereich Weißenburgstraße/Adolf-Schmetzer-Straße vermieden werden.“
Regensburg: Rot-weiße Sicherheitsbaken in der Adolf-Schmetzer-Straße
Wenige Meter weiter stadtauswärts fallen auf der Adolf-Schmetzer-Straße rot-weiße Sicherheitsbaken und eine neue Bodenmarkierung ins Auge. Sie verengen die Fahrbahn bei der Einmündung der St.-Niklas-Straße auf eine Spur und verbreitern zugleich den mittleren Aufenthaltsbereich des dortigen Übergangs für Fußgänger und Radler. Es ist exakt die Stelle, an der im Januar dieses Jahres eine Fahrradfahrerin beim Überqueren der Adolf-Schmetzer-Straße von einem Auto erfasst und tödlich verletzt wurde.
Wie die Stadt mitteilt, hat auch diese Fahrbahnverengung etwas mit der Sperrung der Nibelungenbrücke zu tun und ist zunächst als Provisorium errichtet. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen: „Die Verengung hat aber auch einen Bezug zu dem tödlichen Verkehrsunfall zu Beginn des Jahres. Es ist geplant, das Provisorium zukünftig durch eine tiefbaulich angelegte Verengung zu ersetzen.“ Das bedeutet, dass engere Fahrbahn und breitere Querungshilfe zur dauerhaften Einrichtung werden.
„Das ist ein erster Schritt, aber wir sind noch nicht zufrieden“
Damit erfüllt die Stadt eine Forderung der Online-Petition mit dem Titel „Regensburg – Straßen für Kinder sicherer machen!“, die unter anderem Tempo 30 und den Rückbau der vierspurigen Straßen im Bereich Ostenviertel/Marina-Quartier/Candis zum Ziel hat. Mit-Unterzeichnerin Sara Kuhn sagt: „Das ist ein erster Schritt, aber wir sind noch nicht zufrieden. Die einzelnen Wohngebiete sind nämlich nicht miteinander verknüpft. Für Kinder ist es sehr gefährlich, von einem ins andere zu gehen.“ Sie würde sich daher wünschen, dass auch die erwähnte provisorische Ampel dauerhaft bestehen bleibt.
Klaus Wörle, Kreisvorsitzender vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC), sieht die Fahrbahnverengung ebenfalls positiv. „Die Adolf-Schmetzer-Straße ist ja quasi als Raser-Strecke konzipiert – schnurgerade und vierspurig, das lädt förmlich zu zu schnellem Fahren ein“, beschreibt er die Ausgangssituation. Durch die mittels Markierung verengte Fahrbahn könne die Geschwindigkeit verringert werden. Vor allem aber sei die Verbreiterung des Querungsbereichs ein Fortschritt. „Jetzt können hier auch Fahrräder mit Anhänger stehen, ohne gefährdet zu sein.“
In der Prüfeninger Straße hätten sich solche Querungshilfen bereits bewährt. „Die stellen für Fußgänger und Radfahrer wirklich eine Erleichterung dar“, sagt Wörle, der davon ausgeht, dass im Stadtgebiet noch „diverse Stellen“ so gestaltet werden könnten. Hier vermisst der ADFC-Mann allerdings eine systematische Herangehensweise seitens der Stadt: „Man müsste mit Zahlenmaterial und weiteren Untersuchungen ermitteln, wo solche Maßnahmen sinnvoll wären. Aber meistens gehen ihnen nur Zufallsbefunde voraus.“ Oder tödliche Unfälle.