Umfrage zur OB-Wahl in Neumarkt: Wie die Ergebnisse einzuschätzen sind

Von Wolfgang Endlein · 29. Juli 2023 um 05:00

Viele Menschen haben bei der Umfrage unseres Medienhauses zur OB-Wahl in Neumarkt mitgemacht und für interessante Ergebnisse gesorgt. Aber wie sind sie einzuschätzen? Redakteur Wolfgang Endlein ist überzeugt: Sie sind eine echte Herausforderung für die Stadtpolitik.

Wichtig ist: Die Umfrage ist nicht repräsentativ. Es geht also eher darum, einen Eindruck zu bekommen. So wie ein Testspiel des FC Bayern in der Vorbereitung auch noch lange kein Beweis dafür ist, dass der FCB sicher wieder Meister wird.

Ob es nun wirklich zu einer Stichwahl kommen könnte, wie es eine Mehrheit der Umfrageteilnehmer einschätzt? Und ob Markus Ochsenkühn nun tatsächlich der Favorit ist? Es sind interessante Ergebnisse, die zum Diskutieren anregen können. Nicht weniger, aber eben auch nicht mehr.

Umfrage-Ergebnis ist für Neumarkter Politik kein Ruhekissen

Und doch zeigen die Abstimmungsergebnisse bei anderen Fragen Tendenzen, die belastbarer sind. Neumarkt hat in vielen Bereichen ein hohes Niveau, das zwar teils noch Spielraum für Verbesserungen bietet, – aber nicht für große Klagen. Innenstadt, Freizeit- und Einkaufsmöglichkeiten, Kinderbetreuung und Radwege sind Beispiele, bei denen eine Mehrheit der Umfrageteilnehmer zum Ergebnis kommt: Könnte besser sein, aber auch schlechter.

Für die Politik ist das kein Ruhekissen. Sportler wissen: Wer konditionell bei Null startet, verbessert sich leicht schnell. Wer schon ein gewisses Niveau hat, muss für Steigerungen härter arbeiten.

Auch für die Mitbewerber des amtierenden Rathauschefs Thomas Thumann bedeutet die Ausgangslage der Stadt eine sportliche Herausforderung. Anders ausgedrückt: Angesichts des hohen Niveaus müssen sie dem Wähler schon sehr präzise erklären, wo Neumarkt noch besser werden muss und wie sie das schaffen wollen.

MZ-Redakteur Wolfgang Endlein Foto: Moosburger/Altrofoto