Stufen für den Unteren Wöhrd – Großes Interesse am geplanten Hochwasserschutz

Nach sieben Jahren kam es zu einem Wiedersehen mit interessierten Anwohnern vom Unteren Wöhrd. Über 150 Besucher wohnten der Infoveranstaltung zum Hochwasserschutz bei und mehr als 110 Folien gab es am Abend zu besprechen. Gesamt-Projektleiter Rainer Zimmermann vom Wasserwirtschaftsamt schaffte diesen Kraftakt in gut 90 Minuten – und danach blieb noch Zeit, um Fragen zu beantworten.
Schnell wurde klar: Der Untere Wöhrd ist der schwierigste Hochwasserschutzabschnitt, der im Regensburger Stadtgebiet gebaut wird. Planerisch sind sehr viele Details zu berücksichtigen – und etliche davon haben sich erst mit der Zeit ergeben. Seit Dezember 2017 wird der Bauentwurf erstellt. Bis zum Ende des Jahres wollen die Planer damit fertig werden.
Viele Herausforderungen
„Warum dauert das so lange?“, griff Zimmermann jener Frage vor, die wohl viele Zuhörer auf den Lippen hatten. Neben besagten planerischeren Herausforderungen nannte er auch die Corona-Pandemie sowie einen „starken Personalwechsel“ sowohl beim Wasserwirtschaftsamt als auch bei der Stadtverwaltung.
Im Anschluss ging er auf die zahlreichen planerischen Details ein. Satte acht Teilabschnitte macht der Hochwasserschutzabschnitt H aus und nach Einschätzung des Wasserwirtschaftsamts dauert es gut vier bis sechs Jahre, bis der Abschnitt nach Baubeginn fertiggestellt ist. Erschwerend hinzu komme, dass er im erweiterten Welterbe-Areal liegt und somit dem Denkmalschutz gerecht werden muss.
Neben dem Hochwasser selbst ist auch die Ableitung des aufsteigenden Grundwassers ein wichtiger Aspekt. So ist für den Abschnitt H ein unterirdisches „Netz aus Drainageleitungen“ geplant, das mit insgesamt vier Pumpwerken ausgestattet werden soll. Wie Zimmermann erklärte, wird das Wasser an den Pumpwerken gesammelt und zurück in die Donau gedrückt.
Von besonderem Interesse waren die Teilabschnitte 6 und 7 entlang der Werftstraße. Dort kommt es optisch und verkehrstechnisch zu größeren Veränderungen. Wie Zimmermann erläuterte, wird die Anzahl der Parkplätze im Bereich der Schiffsanleger auf 21 reduziert.
Das Parken soll nur noch Anwohnern gestattet werden, zudem ist eine Stufenanlage zur Steigerung der Aufenthaltsqualität vorgesehen. Während der Hochwasserschutz im Abschnitt sechs (Fähranleger) ausschließlich aus mobilen Elementen besteht, ist im Abschnitt sieben (weiter in Richtung Altes Eisstadion) auch eine Mauer mit geringer Höhe vorgesehen. Ohne die mobilen Elemente, die dort bedarfsweise aufgesteckt werden können, bleibt sie unter einer Höhe von einem Meter. Grundsätzlich gilt für die Werftstraße die Maßgabe, diese zu einer Mischverkehrsstraße zu machen.
Auf 100 Jahre ausgelegt
Im Bereich des Brandner-Kanals (Übergang zum Beschlächt) wird der bestehende Erdwall erhöht und die Öffnung im Flutfall mit mobilen Elementen geschlossen.
Aus dem Publikum kam die Frage, für welchen Zeitraum der Hochwasserschutz ausgelegt ist. Zimmermann bezifferte diesen auf mindestens 100 Jahre, freilich müsse aber viel „Manpower“ für die Wartung und Instandhaltung aufgebracht werden. Da der Planungsprozess sehr komplex ist, würden bis zum Baubeginn noch mehrere Jahre vergehen.
