„Eine Sensation“: Große Freude in Manching über Fahndungserfolg

Von Oliver Konze, Markus Messner · 19. Juli 2023 um 19:26

Es war einer der spektakulärsten Museumseinbrüche der vergangenen Jahre: Ende November 2022 stiegen Einbrecher ins Kelten- und Römermuseum in Manching (Landkreis Pfaffenhofen) ein und stahlen den größten Keltischen Goldschatz, der im 20. Jahrhundert entdeckt wurde. Nun scheint der Fall geklärt. Die Freude in Manching darüber ist groß.

Bereits kurz nach dem spektakulären Einbruch im Manchinger Kelten- und Römermuseum im November 2022 hatte sich Nicolas Kaczynski, Chef der Ingolstädter Staatsanwaltschaft, zuversichtlich gezeigt, die Einbrecher zu fassen. „Alle Täter kochen nur mit Wasser“, sagte er und verband diese Aussage mit dem Hinweis, dass man durchaus Mittel und Wege habe, ihnen auf die Schliche zu kommen. Nun, rund acht Monate später, bewahrheitet sich seine Prophezeiung.

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Nach monatelangen Ermittlungen der Soko Oppidum hat das Landeskriminalamt (LKA) am Mittwoch vier Tatverdächtige festgenommen – offenbar bei Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern und in Halle/Westfalen. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa wurden im Rahmen der Durchsuchungen auch Teile des Schatzes gefunden. In welchem Zustand sich die Münzen befinden und wie viele der ursprünglich 483 geborgen werden konnten, ist bislang unklar. Einzelheiten dazu will das LKA an diesem Donnertag um 11 Uhr in München bekannt geben.

Nerb: „Hoffen, dass Goldschatz nach Manching zurückkommt“

„Eine Sensation“ war die erste Reaktion von Manchings Bürgermeister Herbert Nerb (FW). „Wir hoffen jetzt natürlich, dass der ganze Goldschatz nach Manching zurückkommt. Aber auch wenn es ein paar weniger sind, freuen wir uns.“ Nerb wusste nach eigener Aussage von nichts, war auf einem Termin im Landratsamt Pfaffenhofen. Dann klingelte sein Handy, ohne aufzuhören. „Bald ist der Schatz wieder in Manching. Dort, wo er auch hingehört.“

Reiner Goldwert liegt bei 250.000 Euro

Verschiedene Experten, darunter Rupert Gebhard, Direktor der archäologischen Staatssammlung in München, hatten befürchtet, dass die Münzen eingeschmolzen werden könnten. „Sie sind nicht am Markt handelbar“, sagte Gebhard. Der reine Goldwert liegt demnach bei rund 250.000 Euro, der ideelle Wert dürfte bei mehreren Millionen Euro liegen.

Der Einbruch hatte deutschlandweit für Aufsehen gesorgt. Die Diebe waren sehr professionell vorgegangen. Sie hatten nur neun Minuten für ihren Coup benötigt. Zuvor hatten sie offenbar die Alarmanlage lahmgelegt, indem sie Glasfaserkabel der Telekom in Manching kappten. Der Einbruch wurde erst nach etwa acht Stunden am nächsten Vormittag bemerkt. Die Sicherungsanlage zeichnete zwar auf, dass sich jemand unbefugt Zutritt verschafft hatte, doch die Alarmierung ging wegen der unterbrochenen Leitung ins Leere. Wie später bekannt wurde, war das Museum nur unzureichend mit Sicherheitstechnik ausgestattet. Die Aufnahmen waren schlecht. Beschlossen wurde ein halbes Jahr nach dem Raub: Das soll sich ändern. Laut Museumszweckverband ist eine „beachtliche Erweiterung“ der Videoüberwachung geplant.

Unter dieser dicken Glasscheibe war der Goldschatz im Museum ausgestellt. Sie wurde von den Dieben zertrümmert. Foto: Richter