Neues Postverteilzentrum in Neunburg offiziell in Betrieb genommen – Mehr Mitarbeiter als vorher

Ihre Arbeit am neuen Standort hatten die 55Postler bereits Anfang des Jahres aufgenommen, ohne dass die Kunden davon etwas bemerkt hätten. Am Dienstagnachmittag wurde der Zustellstützpunkt der Deutschen Post in Neunburg ganz offiziell seiner Bestimmung übergeben.
Man sei aus einer kleinen Immobilie in ein größeres Gebäude umgezogen, um vor allem den zunehmenden Paketdienst managen zu können, erklärte Albert Bachmann, Leiter der Niederlassung der Deutschen Post in Nürnberg. Neunburg gehört zu den 89Zustellstützpunkten der Nürnberger Niederlassung.
Zuvor war das Postverteilzentrum in der Söltlstraße neben Netto zu finden. Dort sei es aber sehr beengt zugegangen, berichtete Standortleiter Florian Böhm. Mit Blick auf das stark wachsende Paketgeschäft – plus sieben bis acht Prozent – sei deshalb die Entscheidung für einen Neubau gefallen.
Zeitenwende: Vom gemieteten Standort zur eigenen Immobilie
Die Gespräche mit der Stadt Neunburg über mögliche Grundstücke seien sehr gut vorangekommen, lobte Sascha Weigl, Abteilungsleiter der Niederlassung Nürnberg. Auch Bürgermeister Martin Birner (CSU) zeigte sich dankbar, dass der Standort an der Industriestraße so schnell entwickelt werden konnte.
Neunburgs Rathauschef freute sich, dass die Deutsche Post diese Investition getätigt hat und dass damit der Zustellstützpunkt in der Pfalzgrafenstadt gesichert werden konnte. Für die Post bedeutet das neue Verteilzentrum eine Zeitenwende: Bisher war das Unternehmen in Neunburg immer eingemietet, nun wurde eine eigene Immobilie errichtet.
Das Gebäude ist laut Angaben der Deutschen Post als CO2-neutraler Standort in seiner Bauweise besonders zukunftsfähig und nachhaltig. So wurde eine Photovoltaik-Anlage zur Energieversorgung eingebaut, ebenso wie eine Luft/Wasser-Wärmepumpe mit Fußbodenheizung.
Deutsche Post will Elektrifizierung vorantreiben
Darüber hinaus werde der Einsatz von E-Fahrzeugen vorbereitet, kündigten die Vertreter der Deutschen Post an. Geplant ist die Anschaffung von Street Scootern und Mercedes E-Vitos. Für kurze Distanzen und die letzte Meile treibt die DHL Group die Elektrifizierung seiner Fahrzeugflotte voran. Ziel sei es, dass bis 2030 insgesamt 60 Prozent der weltweiten Lieferfahrzeuge elektrisch angetrieben werden.
Die Mitarbeiter seien aber das Wichtigste, was man habe, meinte Sascha Weigl: „Sie machen den Standort erst zu einem Standort.“ Mit 55 Beschäftigten ist noch nicht der Endpunkt erreicht, erläuterte Florian Böhm. In den nächsten drei Monaten soll das Team weiter vergrößert werden, so dass dann etwa 65 Mitarbeiter in Neunburg beschäftigt sind.
35 Mitarbeiter waren an der Söltlstraße beschäftigt, jetzt kamen noch 20 dazu
Bereits mit dem Umzug ist die Mitarbeiterschaft aufgestockt worden – an der Söltlstraße haben zuvor 35 Beschäftigte die Briefe und Pakete sortiert und verteilt. Unter den neuen Kollegen sind zwölf Postler aus Bruck, wo der Poststandort aufgegeben wurde.
Auch Postangestellte aus Steinberg am See und Wackersdorf sind jetzt in Neunburg im Einsatz. Das liegt daran, weil Neunburg nun die beiden Gemeinden bedient. Bisher erfolgte dies aus Schwandorf. Da aber die Große Kreisstadt selber gewachsen ist und die Örtlichkeiten zu klein wurden, sollten Steinberg und Wackersdorf einem anderem Zustellstützpunkt zugeordnet werden. Zur Auswahl standen Schwarzenfeld und Neunburg. Die Entscheidung fiel letztlich auf die Pfalzgrafenstadt.
Das freut auch den stellvertretenden Landrat Jakob Scharf (CSU), der bei der feierlichen Übergabe des neuen Zustellstützpunktes dabei war. Er habe als Vize-Landrat schon viele Termine absolviert, die Übergabe eines Postverteilzentrums sei aber eine Premiere für ihn, meinte der 75-Jährige. Er habe bisher nur positive Erfahrungen mit Post und DHL in Sachen Pünktlichkeit und Freundlichkeit gemacht, erklärte Scharf. Und das soll auch in Zukunft so bleiben, so sein Wunsch. Das hoffen natürlich auch die Vertreter der Post. Die gesamte Region werde mit dem versorgt, was täglich wichtig ist, versicherte Sascha Weigl.
Wissenswertes zum neuen Postverteilzentrum in Neunburg
Zuständigkeit: Neunburg, Bruck, Bodenwöhr, Wackersdorf, Rötz, Neukirchen-Balbini, Schwarzhofen, Steinberg am See, Dieterskirchen und Thanstein
Zustellbezirke: 30
Kunden: 16834 Haushalte werden von den Postangestellten bedient.
Mitarbeiter: 55 Beschäftigte aus fünf verschiedenen Nationen arbeiten im Postverteilzentrum.
Sendungen: Verteilt werden pro Woche im Schnitt 80500 Briefe und 12500Pakete. Die Anzahl der Briefe geht um drei bis vier Prozent zurück, die der Pakete wächst um sieben bis acht Prozent.
Fuhrpark: In Zukunft soll der Standort mit zwei Street Scootern „Gigabox“ und 20 Mercedes E-Vito ausgestattet werden.



