Schreiner sorgt sich um Burglengenfelder Schulzentrum – Gesche beruhigt

Albin Schreiner ist ein Zeitgenosse, der mit offenen Augen durch die Stadt streift. So fallen ihm auch vermeintliche Kleinigkeiten auf, die andere übersehen. Der Teich im Naabtalpark, in dem die Fische nach Sauerstoff schnappten, ist so ein Beispiel. Kaum war das Problem gelöst, legte der BWG-Stadtrat den Finger in die nächste Wunde.
Wenige Tage vor dem Fest der Grundschule am Freitag sorgt sich Schreiner um den Zustand der Gebäude im Schulzentrum. Der Familienvater ließ seinen Blick schweifen und ermittelte diverse offensichtliche Mängel.
Die Fassaden weisen an mehreren Stellen Beschädigungen und Verfärbungen auf, reklamiert Schreiner. Flecken und Verunreinigungen rund um die Fenster ließen sich vermutlich leicht mit einem Hochdruckreiniger beseitigen, einige Platten müssten aber vermutlich ausgetauscht werden.
So manche Tür müsste frisch gestrichen werden
Darüber hinaus hat der BWG-Rat festgestellt, dass einige Holzprofile „dringend einen neuen Anstich nötig hätten“. Unterlasse man dies, käme man nicht umhin, die Elemente in ein paar Jahren komplett zu ersetzen. Eine Tür sei offensichtlich in jüngerer Vergangenheit bereits gewechselt worden. „Diese Kosten hätte man durch rechtzeitige Instandhaltungsmaßnahmen vermeiden können“, mutmaßt Schreiner.
Auch der kleine Teich im Naabtalpark stand kürzlich im Fokus. Lesen Sie dazu: Wasserstand war abgesackt – Fische schnappten in Burglengenfeld nach Sauerstoff
Last but not least gebe der Zustand des sogenannten Geschichtsband-Brunnens am Pausenhof Anlass zur Sorge. „Die Bronze weist seltsame Veränderungen auf“, konstatiert Schreiner. Nach seiner Einschätzung sei wohl übersehen worden, auf den pH-Wert des Wassers zu achten.
Kurzum: Albin Schreiner wünschte sich, dass die Mängel beseitigt werden – möglichst noch vor dem Sommerfest am 21. Juli.
Bekanntlich investiert die Stadt gerade Millionen in die Erweiterung der Grundschule, was den Haushalt stark belastet. Kann es sein, dass die Kommune gezwungen sein wird, gleich im Anschluss an die Fertigstellung des Neubaus die nächsten Handwerker anzuheuern, weil der Zahn der Zeit am Bestand nagt?
Gesche spricht von „natürlichem Verschleiß“
Bürgermeister Thomas Gesche (CSU) widerspricht dieser Annahme energisch: Die Grund- und die Mittelschule seien „selbstverständlich kein Sanierungsfall“. Bei den von Schreiner genannten Mängeln handle es sich „größtenteils um natürliche Verschleißerscheinungen“. Diese hätten „keine Auswirkung auf die Substanz“. Schreiner habe hauptsächlich optische Schwachstellen entdeckt. Der Bauhof und auch das vor Ort zuständige Hausmeisterteam seien stets bemüht, derartige Mängel „zeitnah zu beseitigen“. Einfache Tätigkeiten würden selbst erledigt, aufwändigere müssten aber von Fachfirmen durchgeführt werden. Dies nehme Zeit in Anspruch, bedeute aber nicht, dass etwas übersehen werde.
Was den Brunnen betrifft, so gibt es laut Gesche zu beachten, dass hier der Künstler mit einzubeziehen sei und nur eine Fachfirma Hand anlegen dürfe. Der Bürgermeister beruhigt: „Es laufen bereits Gespräche.“
Grundschulleiterin Ingrid Donaubauer zeigte sich auf Anfrage über die „Mängelliste“ einigermaßen verwundert. Besucher aus nah und fern seien regelmäßig begeistert vom Zustand der Schule und könnten es gar nicht glauben, dass sie schon seit fast 20 Jahren in Betrieb ist.

