Labor Kneißler in Burglengenfeld: Wachstum nicht nur in der Petrischale

Ein Kundenkreis, der kontinuierlich wächst, ein Leistungsspektrum, das ebenfalls immer umfangreicher wird, Investitionen im zweistelligen Millionen-Bereich und eine Unternehmensphilosophie, in der ein „sicheres Leben“ sowie ein verantwortungsbewusster Umgang mit der Natur verankert sind. Das sind einige Eckpunkte aus der Geschichte von Burglengenfels mittlerweile größtem Arbeitgeber, dem Labor Kneißler. Am kommenden Wochenende feiert die Firma in geschlossener Gesellschaft ihr 30-jähriges Bestehen.
Rückblende: 1993 legt der heute 68-jährige, aus dem Schwarzwald stammende Diplom-Ingenieur Arnolf Kneißler in der Nähe von Bayreuth den Grundstein für sein Unternehmen. Der Erfolg übertrifft alle Erwartungen, so dass sich Kneißler entschließt, seine Aktivitäten auszubauen – an einem strategisch günstigeren Ort. Die Wahl fällt auf Burglengenfeld, wo 1998 im Gewerbegebiet Am Brunnfeld ein erstes Gebäude bezogen wird.
2009 steigt Sohn Andreas ein, der Tiermedizin studiert hat, sich aber in einem Labor besser aufgehoben fühlt als in einer Klinik oder Praxis. Das Hauptbetätigungsfeld ist die prophylaktische Analyse von Lebensmitteln und Trinkwasser. Kuriere steuern täglich mehrere Großstädte in verschiedenen Bundesländern an, um Proben nach Burglengenfeld zu transportieren. 12000 Untersuchungen im Monat sind bald der Schnitt. Die Kneißlers loben das Interesse von Lebensmittelproduzenten an den Labor-Leistungen. Es werde immer häufiger und besser analysiert, um so die Qualität der Produkte weiter zu steigern.
Das Spektrum laufend erweitert
Dann kommt Corona. Andreas Kneißler und sein Vater erkennen rasch, dass die Pandemie auch eine Chance bietet. Sie erweitern ihr Angebot um Corona-Schnell- und PCR-Tests. Die Nachfrage ist in der Krise riesig. Viele Unternehmen der Region wissen es zu schätzen, vor Ort eine kompetente Anlaufstelle zu haben, die Klarheit bringt, ob sich Mitarbeiter infiziert haben oder nicht.
Das Familienunternehmen hat sich zu einem bedeutsamen Arbeitgeber entwickelt. Erst vor rund einem halben Jahr gab es eine Mitarbeiterehrung. Lesen Sie dazu: Betriebsjubilare arbeiten seit 245 Jahren bei Kneißler
Auch heute kann man sich noch ohne Weiteres bei Kneißler auf Covid-19 testen lassen. Anfragen gibt es dazu praktisch keine mehr. „Was auch gut ist“, fügt Andreas Kneißler an. Seit Dezember 2022 liegt auch die Akkreditierung als medizinisches Labor vor. Die Pandemie, so erklärt der Tiermediziner, habe das Verständnis dafür geschärft, dass die Gesundheit von Mensch und Tier eng verknüpft sind und zum Beispiel auch von der Ernährung und dem Umgang mit der Umwelt abhängen. Als Reaktion darauf wird der Firmenslogan von „Für sichere Lebensmittel“ in „Für sicheres Leben“ geändert.
Damit nicht genug: Die Kneißlers sind dabei, ihr Portfolio erneut auszuweiten. Diesmal geht es um die Früherkennung von Vogelgrippe. Das Screening soll helfen, Keulungen auf den betroffenen Bestand zu beschränken, also auch das Risiko der Virusübertragung auf benachbarte Mästereien zu minimieren.
Und schon wieder gibt es eine Baustelle
Das Wachstum des Unternehmens zwang die Eigentümer immer wieder zu Millionen-Investitionen. Der neue Hauptbau wurde erst vor zwei Jahren bezogen. Aktuell gibt es bereits die nächste Baustelle. Das Gebäude, in dem es im Sommer 2020 gebrannt hat, wurde entkernt. Es wird nun vergrößert und soll noch vor dem Wintereinbruch Parterre die chemische Abteilung beherbergen. In den Stockwerken darüber entstehen weitere Büros und eine Lüftungsanlage, mit der der Kälte- und Wärmeverlust aus bisherigen Anlagen deutlich gesenkt werden soll. „Es geht um Nachhaltigkeit. Wir wollen unseren CO2-Abdruck verringern“, bringt es Arnolf Kneißler auf den Punkt. Schon vor über zehn Jahren wurde das Labor durch den Einsatz von Wärmepumpen von Gas abgekoppelt.
Ein Sternekoch verwöhnt die geladenen Gäste
Wann die Grenze der Expansion erreicht ist? Weitere Baupläne lägen nicht in der Schublade, antwortet Andreas Kneißler. Aktuell richtet sich der Blick auf die Feier des Firmenjubiläums am Samstag. Seit Monaten laufen dafür die Vorbereitungen. Angehörige von Mitarbeitern sollen Einblick in die Laborräume bekommen.
Abends gibt es dann in der Stadthalle für ausgewählte Gäste ein Fest mit Musik und exquisitem Essen. Kulinarisch verwöhnt werden die Besucher von Sternekoch Anton Schmaus und seinem Team. An ihm fanden die Kneißlers beim Kennenlernen besonders sympathisch, dass er ein außergewöhnliches Bewusstsein für Hygiene in der Küche habe. Aber das mag natürlich auch der Betrachtung durch die Spezial-Brille von Lebensmittelexperten geschuldet sein.
