Der Forstbetrieb Weismann aus Langenthonhausen wird mit dem Deutschen Forstpreis ausgezeichnet

Der Deutsche Waldpreis 2023 in der Kategorie „Forstunternehmen des Jahres“ geht in die Oberpfalz, genauer gesagt nach Langenthonhausen in der Marktgemeinde Breitenbrunn: Der Betrieb Weismann erhielt den mit 2000 Euro dotierten Preis des Forstportals forstpraxis.de.
Mit dem Deutschen Waldpreis ehrt das Forstportal, ein Medium aus dem Hause dlv Deutscher Landwirtschaftsverlag, seit 2018 jährlich Persönlichkeiten, die sich in besonderer und vorbildlicher Weise für den Wald engagieren und sich für die Forstbranche stark machen. Am 6. Juli wurde der 6. Deutschen Waldpreis mit Unterstützung des Deutschen Forstwirtschaftsrats (DFWR) bei einer festlichen Abendveranstaltung im Kaisersaal der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft, in direkter Nachbarschaft zum Bundestag in Berlin, verliehen. Die Schirmherrschaft der Veranstaltung übernahm der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen).
„Das ist das Höchste, was man als Forstunternehmer erreichen kann und eine große Ehre. Nachdem wir heuer in der Kategorie Forstunternehmen des Jahres nominiert worden waren, haben wir gehofft, den Preis entgegen nehmen zu dürfen. Aber endgültig daran geglaubt haben wir erst, als wir die Urkunde und die dazugehörige Plakette in den Händen halten durften.“ Mit diesen Worten beschreibt Geschäftsführer Walter Weismann, der mit seinem Sohn Günther in die Bundeshauptstadt gereist war, in einem Gespräch mit unserer Zeitung seine Gefühle. Im Frühjahr, nach einer von Fachpresse und diversen Kamerateams begleiteten Vorführung eines Durchforstungs-Harvesters, war sein vor 25 Jahren gegründeter Forstbetrieb für den Deutschen Waldpreis nominiert worden. „Der schwedische Hersteller hat diese neuartige Holzerntemaschine extra zur Vorführung durch unsere Firma in die Oberpfalz gebracht“, erzählt Weismann. Wer den Preis in den Kategorien „Waldbesitzer des Jahres“, „Förster des Jahres“ und „Forstunternehmer des Jahres“ in Empfang nehmen durften, bestimmten nach der Vorauswahl durch eine Jury dann letztendlich die Leser des Nachrichtenportals „agrarheute“ per Onlinevoting.
Das Forstunternehmen Weismann ist in der Region eine feste Größe, wenn es um Holzernte, Holzrücken, Problembaumfällung, Holztransporte, Vermarktung sowie um den Handel mit Forstpflanzen und Holzhackschnitzel geht. „Von Holzpflanzen über die Holzernte bis hin zum Holztransport setzen wir den Anspruch an unsere Arbeit, der da lautet ‘schnell und sauber‘ konsequent und zur Zufriedenheit unserer Kundschaft um“, erklärt Walter Weismann. Er und seine Söhne Günther, Peter und Markus sind in der Regel in den Wäldern im Umkreis von circa 50 Kilometer um Langenthonhausen, ab und an auch im Bayerischen Wald, mit ihren Maschinen anzutreffen.
Begonnen hat dies alles wie gesagt im Jahr 1998, als die Stadt Dietfurt jemand suchte, der im Schutzgebiet am Wolfsberg das Holzrücken mit Pferden übernimmt. Bei Walter Weismann, dessen Leidenschaft schon seit jeher den mächtigen Kaltblütern gehört, wurde die Stadt fündig. „Danach ging alles Schlag auf Schlag, die Aufträge häuften sich und so haben wir noch im selben Jahr den ersten Rückezug gekauft, erzählt der Firmenchef, der auch heute noch ab und an mit seinen Pferden beim Rücken im Forst anzutreffen ist. Denn Pferde, besonders die kräftigen Noriker, haben es ihm bis heute angetan. Er hält sie zum Hobby und ist mit ihnen immer wieder auf Wettbewerben und großen Veranstaltungen zu sehen, wie beim Rossmarkt in Berching oder beim Martiniritt in Velburg.
Günther Weismann, Walter Weismanns ältester Sohn, ist der Rückezugführer im Team. Der Forwarder-Fahrer hat es schon zur Deutschen Meisterschaft, zur Europameisterschaft und zur Vize-Weltmeisterschaft auf dem Rückezug gebracht. Sein ein Jahr jüngerer Bruder Peter ist zunächst Seilschlepper gefahren. Seit sein Vater 2006 den ersten Harvester gekauft hat, sitzt er im Führerstand der schweren Holzerntemaschinen. Markus Weismann, der dritte Bruder, ist als gelernter Forstwirt im Betrieb. Ihn kann man unter anderem im Cockpit des firmeneigenen Holz-Lkw antreffen, wenn er Rundholz zu den Sägewerken in der Umgebung fährt.
Walter Weismann und seine Söhne haben die Zukunft des Waldes in der Region im Blick. „Ich bin dann zufrieden, wenn auch unsere Waldbauern und Waldbesitzer mit unserer Arbeit zufrieden sind“, sagt er und betont: „Dazu gehört Verlässlichkeit und das Vertrauen darauf, dass ein einmal gegebenes Wort seine Gültigkeit behält.
Vor elf Jahren ist am Ortsrand von Langenthonhausen das weitläufige Firmengelände des Forstbetriebs Weismann entstanden. Dort ist in großen Hallen Platz für den umfangreichen Fuhrpark der auf einer gesunden finanziellen Basis stehen Firma. Dazu gehören zwei Harvester, zwei große Rückezüge, ein 540 PS starker Kurz-Holz LKW und ein 750 PS starker Transporter. Dazu der Firmenchef: „In Zeiten von Käferbefall und Klimawandel wird der Waldschutz immer wichtiger. Eine schnelle Verarbeitung und Abtransport des Hackguts wird durch unseren Lkw mit Schubboden möglich.“ Außerdem stehen noch weitere Fahrzeuge in den Garagen. Beispielsweise ein Transporter mit kompletter Werkstatteinrichtung. Freuen darf sich Walter Weismann darüber, dass seine Firma, die heute etwa zu 80 Prozent in der Selbstwerbung und zu 20 Prozent als Dienstleister arbeitet, eine gute Zukunft hat. Einer oder mehrere seiner Söhne, in welcher Konstellation auch immer, werden das Unternehmen wohl weiterführen. Und die Enkel-Generation steht ja auch schon bereit.

