Trockenheit macht Nittenauer Bäumen schwer zu schaffen

Von Cornelia Lorenz · 12. Juli 2023 um 15:00

Im Nittenauer Rathaus will man den Zustand der Bäume im Stadtgebiet künftig besser im Blick behalten. Ein Kataster soll helfen: 1436 Bäume sind darin bereits erfasst – und bei vielen von ihnen besteht Handlungsbedarf.

Wie Josef Lingauer vom Bauamt den Mitgliedern des Bau- und Umweltausschusses am Dienstagabend erläuterte, hat Markus Auburger von der Firma Baumwelt aus Nittenau im Auftrag der Stadt im Frühjahr das Baumkataster erstellt. Vorrangig habe man bislang Bäume entlang von Gehwegen, im Bereich von Sportanlagen, Schulen, Kindergärten, Freibad und öffentlichen Grünanlagen ausgewählt.

Für jeden Baum werden im Kataster Informationen über seinen Standort, seine Größe und seinen Zustand dokumentiert. „Das Baumkataster soll das Bauamt bei der Verwaltung der Bäume unterstützen“, sagte Lingauer. Für jeden Baum werde deshalb auch festgehalten, welche Arbeiten bei ihm in welchem Zeitfenster nötig sind. Für rund 600 der erfassten Bäume seien Maßnahmen innerhalb der kommenden sechs Monate nötig. Meistens müsse Totholz entfernt werden oder es seien eingehende Untersuchungen am Baum nötig, um dessen Verkehrssicherheit korrekt einschätzen zu können.

Birken und Pappeln am Jahnweg haben Probleme

Konkret machte Auburger die Ausschussmitglieder auf die Bäume am Jahnweg aufmerksam. Ein Großteil der dort stehenden Birken werde voraussichtlich in den nächsten Jahren aufgrund von Hitze- und Trockenstress absterben und nicht mehr standsicher sein. Auch die alten Pappeln am Festplatz seien derzeit nicht verkehrssicher. Es bestehe die Gefahr, dass große Äste abbrechen könnten, ein Rückschnitt sei deshalb nötig. Grundsätzlich empfahl Auburger der Stadt, ein Konzept zu erarbeiten, welche Bäume man künftig wo pflanzen will.

Aufgrund der zunehmenden Trockenheit müsse man sich genau überlegen, auf welche Baumarten man künftig setzen wolle. Arten wie Säulenhainbuche, Feldahorn oder Platane kämen infrage – aber auch bei ihnen müsse man viel Aufwand betreiben, um den Wurzelraum zu schützen. Das sei wichtig, damit die Bäume mit den sich verändernden Klimabedingungen umgehen könnten.

Cafeteria soll zu Spielstätte werden

Grünes Licht gab es vom Bauausschuss für ein Vorhaben in der Nittenauer Altstadt: Die Automaten-Reitmeier GmbH aus Regensburg hatte beantragt, die bestehende Cafeteria in der Hauptstraße 29 zu einer Spielstätte erweitern zu dürfen – und bekam dafür die Zustimmung des Gremiums.

Abgelehnt wurde dagegen die Bauvoranfrage für ein Projekt in Kaspeltshub: Ein Bauwerber hatte auf diesem Weg klären wollen, ob er dort ein Grundstück mit einem Mehrfamilienhaus mit sieben Wohnungen und Nebengebäuden bebauen darf. Bürgermeister Benjamin Boml (FW) vertrat die Ansicht, dass sich das Bauvorhaben aufgrund seiner Dimensionen und des Pultdaches mit fünf Grad Dachneigung nicht ins Ortsbild einfüge. Das sah auch Florian Hummel (CSU), ebenso wie FW-Sprecher Michael Prasch.

Christoph König (Grüne) hatte mit dem geplanten Gebäude dagegen an sich kein Problem. Es sei durchaus sinnvoll, in die Höhe zu bauen, um Flächen zu sparen. Allerdings störte er sich an der aus seiner Sicht zu großen Versiegelung durch die geplanten Parkplätze. Hier sei eine Tiefgarage besser. Am Ende verweigerten die Räte dem Projekt mehrheitlich das Einvernehmen.

CSU-Rat Hummel fragte im Rahmen der Sitzung nach, ob auch das Buswartehäuschen in Neuhaus noch durch ein neues Modell ersetzt werde. Boml erläuterte dazu, dass es noch einige Bushäuschen im Stadtgebiet gebe, die ausgetauscht würden. Der Förderbescheid dazu sei mittlerweile eingetroffen. Er gehe deshalb davon aus, dass auch der Austausch in Neuhaus im Lauf des Jahres erfolgen werde.