Wie teuer ist Sterben? Regensburger Bestatter sprechen über Kosten und spezielle Wünsche

Von Marion Neumann · 9. Juli 2023 um 05:00

Von der Beisetzung im kleinsten Kreis bis zur opulenten Trauerfeier: Die Kosten, die bei einer Bestattung anfallen, variieren stark. Regensburger Bestattungsunternehmer sprechen über die Preise.

Eigentlich kann Christian Handl mit der Frage „Was kostet eine Beerdigung?“ wenig anfangen. „Das ist, wie wenn Sie fragen: Was kostet ein Auto? Da kommt es auch darauf an, ob man einen Dacia oder einen BMW will.“ Trotzdem ist dem Bestattermeister Transparenz sehr wichtig.

Bereits auf der Internetseite des Bestattungsinstitutes Abschied, das in der Stadt und im Landkreis Regensburg vertreten ist, gibt es deshalb eine Preisliste. Eine einfache Urnenbeisetzung liegt mit Steuern inklusive aller Leistungen und Grabgebühren bei 2640 Euro. Die einfache Erdbestattung kostet inklusive Steinmetzkosten und Grabgebühren 6850 Euro brutto.

„Nach oben gibt es allerdings keine Grenzen“, sagt Handl, „auch bei Bestattungen hat schließlich jeder ganz individuelle Vorstellungen.“ Von einfachen Beisetzungen im engsten Kreis bis hin zu der Trauerfeier einer Adelsfamilie, die kostentechnisch „im oberen sechsstelligen Bereich“ lag, hat er schon alles erlebt.

Hochwertige Särge ab etwa 1000 Euro

Von der Überführung des Toten über Kosten für Urne oder Sarg bis hin zur Trauerfeier kämen viele Einzelpunkte zusammen, die Trauernde vorab oft nicht präsent hätten. Im Familienunternehmen der Handls werden deshalb alle Kostenpunkte detailliert aufgelistet. „Es ist gut, wenn Angehörige sehen, welche Leistungen hinter dem Gesamtpreis stecken. So gibt es auch im Nachhinein keine Beschwerden.“

Hochwertige Särge biete das Bestattungsunternehmen ab etwa 1000 Euro an, erklärt Handl. Für eine Einäscherung gebe es aber erheblich günstigere Modelle. Doch auch beim Thema Sarg könnten natürlich Sonderwünsche umgesetzt werden – von der Leiste mit Swarovski-Steinen bis hin zum Sarg aus Mahagoni-Holz. Die Kosten für den Steinmetz könnten ebenfalls stark variieren. „Auch hier kommt es darauf an, ob Sie einen schlichten Grabstein oder die Gruft mit italienischem Marmor wollen.“

Stadt kann Kostenfrage nicht pauschal beantworten

Die Frage nach dem Preis einer Bestattung findet im Übrigen nicht nur Handl schwierig. Auch bei der Stadt Regensburg gibt es darauf keine eindeutige Antwort. „Die Frage wird der Abteilung Bestattungswesen häufig gestellt. Leider kann man sie nicht pauschal beantworten.“

Die Gestaltung der Trauerfeier und die Art der Beisetzung bestimme die Kosten. Durch die Auswahl von Sarg, Ausstattung, Blumenschmuck, Zeitungsanzeigen, Grabstätte und Steinmetz sei der Beitrag selbst beeinflussbar. „Sofern keine Bestattungsvorsorge zu Lebzeiten abgeschlossen wurde, liegt die Entscheidung über Bestattungsart, Krematorium und Friedhof allein bei den Angehörigen“, so die Stadt.

Grundsätzlich könnten private Bestattungsunternehmen die Preise selbst bestimmen, teilt die Stadt noch mit. Werden die Leistungen der Städtischen Bestattung, des Städtischen Krematoriums oder der Städtischen Friedhöfe in Anspruch genommen, richten sich die Gebühren nach der aktuell geltenden Bestattungsgebührensatzung der Stadt Regensburg.

Das Gebührenverzeichnis, das im Internet einsehbar ist, enthält eine Vielzahl einzelner Posten. Auch die jährliche Grabgebühr, also die Bereitstellung der Grabstätte in den städtischen Friedhöfen, ist gelistet. Für „Grabstätten allgemeiner Art“ fallen hier beispielsweise 50 Euro an, Urnengräber liegen bei 48 Euro.

Grundpaket liegt bei 2200 Euro

Online zu finden ist auch die Preisliste beim Bestattungshaus „plan b.“ in der Regensburger Altstadt. Die Bestatterinnen Magdalena Schwarzwald und Anni Klostermeier bieten darauf neben Einzelleistungen ein Grundpaket für 2200 Euro brutto an. Darin enthalten: „Gespräche und Begleitung der Zu- und Angehörigen, Versorgung der verstorbenen Person, Abholung und Überführungen, Papierkram“.

Individuell festgelegt wird, welche Leistungen dazukommen. „Wir haben uns bei den Grundleistungen für einen Paketpreis entschieden, weil er Übersichtlichkeit schafft“, sagt Schwarzwald. Ein Sarg für eine Erdbestattung koste beispielsweise 400 Euro. „Wir bieten nur ein Modell an – aus Nachhaltigkeitsgründen, aber auch, um uns in der Arbeit mehr auf die Begleitung als auf die Auswahl von Produkten konzentrieren zu können“, sagt sie.

Die Bestatterin weist noch darauf hin, dass es staatliche Unterstützung in Form von Sozialleistungen gebe, wenn die Kosten nicht selbst getragen werden könnten. „Generell versuchen wir, allen Menschen einen möglichst guten Abschied zu bereiten. Dabei sind wir auch offen für alternative Lösungen.“

Der Krematoriumssarg, der keine Griffe hat, kostet bei „plan b.“ 350 Euro. Foto: plan b.