Hemaus neuer „Stadt-Sheriff“: Dominik Faulhammer übernimmt Polizeiwache

Von David Santl · 7. Juli 2023 um 14:42

Er ist 30 Jahre jung, Polizist mit Leib und Seele und kennt den Tangrintel von klein auf.

Eigentlich ist Dominik Faulhammer damit wie gemacht für seinen neuen Job: Der Polizeihauptmeister ist ab sofort der neue Kontaktbeamte für die Stadt Hemau. Er übernimmt die Polizeiwache im Alten Rathaus von Anton Ferstl. Der 60-jährige Hauptkommissar verabschiedet sich nach gut drei Jahren in Hemau in den Ruhestand. Sein Nachfolger ist also erst halb so alt, wirkt aber bereits sehr erfahren und souverän.

Das wird ihm bei seiner wichtigsten Aufgabe sicher zugutekommen. „Mein oberstes Ziel ist es, in der Stadt präsent zu sein und das Sicherheitsgefühl der Bürger zu stärken“, sagt er. Welche Orte er dabei besonders im Blick haben muss, weiß Faulhammer. Schließlich verbrachte er seine Kindheit und Jugend in Hemau, ehe er heiratete und in Laaber ein Haus baute. Den Stadtpark, das Waldbad und den Volksfestplatz will der neue Ordnungshüter natürlich im Auge behalten, ebenso den Betrieb in der Innenstadt. Dazu muss er nur aus dem Fenster seines Büros im Alten Rathaus schauen. „Mein Amtszimmer ist wohl das Schönste weit und breit“, schmunzelt er.

Ein Freund und Helfer sein

Wenn es dann irgendwo zu Konflikten kommt, ist Faulhammer eines besonders wichtig: Augenhöhe. Natürlich werde er auch manchmal polizeiliche Autorität walten lassen müssen, weil sich eben nicht alle nur durch gute Kommunikation zur Einsicht bewegen lassen. „Aber ich will immer erst das Gespräch mit den Leuten suchen.“ Jemandem „von oben herab“ zu begegnen, sei nicht seine Art. Vielmehr will er ein echter „Freund und Helfer“ sein. Das soll auch das Ziel eines Kontaktbeamten sein, wie der Vizepräsident des Polizeipräsidiums Oberpfalz, Robert Fuchs, und der Leiter der Polizeiinspektion Nittendorf, Andreas Niebler, am Donnerstag bei einer kleinen Feierstunde im Alten Rathaus, betonten.

Genau diese Eigenschaft des Freundes und Helfers hätte laut Robert Fuchs auch den bisherigen Kontaktbeamten Anton Ferstl ausgezeichnet, der bei der Feierstunde offiziell in den Ruhestand versetzt wurde – nach über 40 Jahren Dienstzeit. Davon verbrachte er 23 Jahre bei der Polizeiinspektion Nittendorf und mehr als drei Jahre in der Polizeiwache in Hemau.

Lob für Anton Ferstl

„Sie standen den Leuten immer mit Rat und Tat zur Seite und gaben ihnen dadurch Vertrauen. Der Name Ferstl stand für Bürgernähe und ein starkes Sicherheitsgefühl“, lobte der Polizeivizepräsident. Genau deshalb gebe es auch Dienststellen mit Kontaktbeamten vor Ort. In Hemau wurde die Wache im Alten Rathaus vor gut 43 Jahren eingerichtet. „Und sie hat sich bewährt. Das objektive Sicherheitsgefühl vor Ort ist sehr hoch“, freute sich Fuchs. Dafür soll in Zukunft Dominik Faulhammer sorgen, den Fuchs als „sehr gute Wahl“ für diese Stelle bezeichnete.

Dieser Meinung war auch der momentan amtierende zweite Bürgermeister Robert Pollinger, der Faulhammer schon lange persönlich gut kennt. „Aber nur, weil er aus Hemau kommt und nicht, weil ich straffällig geworden bin“, schob er mit einem Lachen hinterher. Pollinger betonte, dass es die Aufgabe eines Kontaktbeamten sei, Konflikte vor Ort aus dem Weg zu räumen. „Ich weiß, dass du ein gutes Gespür für sowas hast. Das ist ideal für einen Stadt-Sheriff“, so der Vizebürgermeister. Für Anton Ferstl war der kleine Festakt derweil ein schöner Schlusspunkt an seinem letzten Tag im Dienst. Zum Abschied sagte er: „Hier ist die Welt noch gewissermaßen in Ordnung. Und ich hoffe sehr, dass auch in Zukunft nichts passiert.“

Den bisherigen Kontaktbeamten Anton Ferstl (r.) versetzt Vizepräsident Robert Fuchs in den Ruhestand.