Neue Chance für seltene Art: Wildlebensraumprojekt in Schwandorf stellt Rebhühner unter Schutz

Von Lothar Prechtl · 4. Juli 2023 um 11:12

Stellvertretend für sieben weitere Standorte eröffnete MdL Eric Beißwenger (CSU), Vorsitzender des Arbeitskreises für Umwelt und Verbraucherschutz im Bayerischen Landtag, am Rand des Stadtgebiets Schwandorf, in der Nähe von Stegen, das Wildlebensraumprojekt „Rebhuhn Mittlere Oberpfalz“.

Entlang von Naab und Schwarzach entstand in Zusammenarbeit mit dem Bayerischem Bauernverband, dem Maschinenring Schwandorf, dem Bayerischen Jagdverband, dem Landschaftspflegeverband, dem Landesbund für Vogelschutz und der Heinz-Sielmann-Stiftung ein Modellgebiet zum Schutz der letzten Rebhühner in der Oberpfalz.

Behördenleiter Georg Mayer konnte zur Eröffnung eine Reihe von Ehrengästen, darunter den stellvertretenden Landrat Jakob Scharf, begrüßen. Seit Jahrtausenden werde die Kulturlandschaft von Menschen gestaltet, sagte Mayer. Vor dem Naturschutz erfolgte dies in erster Linie zur Sicherung der Nahrungsmittelversorgung. Man befinde sich derzeit in einem Wandel hin zu einer größeren Bedeutung für den Ausbau der Lebensräume für Tiere und Pflanzen.

Biodiversität in der Kulturlandschaft fördern

Sabine Heinz von der Wissenschaftlichen Koordination Gesamtaufgabe Wildlebensraumberater der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) sprach sich für eine weitere Biodiversität in der Kulturlandschaft aus. In ihrer Arbeit transformiere sie wissenschaftliche Ergebnisse auf die praktische Arbeit vor Ort.

Sie dankte dem Grundstückseigentümer Marco Mulzer, dass mit ihm ein Leuchtturmprojekt in der Oberpfalz zum Schutz des Rebhuhns geschaffen werden konnte. Der Wildlebensraumberater des AELF Regensburg-Schwandorf, Balduin Schönberger, stellte das Projektgebiet vor.

Das Rebhuhn als Kurzstreckenflieger und Gleiter findet in einer abwechslungsreichen Agrarlandschaft von Äckern, Wiesen, Hecken, Gebüschen und Brachen ideale Lebensbedingungen. Mit einer extensiven Bewirtschaftung und dem Erhalt von kleinstrukturierten Flächen soll das Rebhuhn eine Rückzugsmöglichkeit und Deckung finden.

Schautafeln sollen Vorbeikommende informieren

MdL Beißwenger wies darauf hin, dass Kulturlandschaften für eine Artenvielfalt sorgen können, wenn Produktion, Jagd und Naturschutz in Koexistenz arbeiten. Als Eröffnungsakt wurde eine Tafel am Wegrand montiert. Sie soll vorbeikommende Spaziergänger und Radler informieren und die Zusammenhänge dieses Modellprojektes verdeutlichen. Im Mittelpunkt steht das Rebhuhn mit Erklärungen zu Lebensraum und Nahrung. Eine zweite Tafel weist auf die Notwendigkeit von Blühflächen in den Jahreszeiten hin. Die dritte Hinweistafel beschäftigt sich mit den Übergangsflächen und deren Pflege.