Ganz Aichkirchen feiert die Reservisten beim Jubiläums-Biwak

Aus dem Kamin der großen Gulaschkanone dampft es unaufhörlich. Vor dem Herd stehen zwei Männer der Reservistenkameradschaft Aichkirchen in Bundeswehr-Uniform, schöpfen Gulaschsuppe aus einem großen Bottich und verteilen sie in Schüsseln an zahlreiche Gäste. Die sind aber nicht nur wegen der ungewöhnlichen Feldküche hier, sondern vor allem, um mit den Reservisten deren 45-jähriges Bestehen zu feiern.
Und das so, wie es seit einiger Zeit alle fünf Jahre Tradition ist: mitten in der Natur, mit Lagerfeuer, Zelten und Militär-Feeling. Denn die Aichkirchener Reservistenkameradschaft feiert ihre Jubiläen nicht wie jeder andere Verein, sondern geht mit den Jubiläums-Biwaks einen ungewöhnlichen Weg.
Viel Lob für Kameraden
Und das mit Erfolg: „Wir werden richtig überrannt. Ich bin begeistert. Das ganze Dorf mit all seinen Vereinen ist da“, sagte der Vorsitzende Konrad Pickl am Samstagabend, als der öffentliche Teil des Biwaks stattfand.
Dieser begann mit einer Feldmesse, die vom Aichkirchener Pfarrer Pater Jose Peter zelebriert wurde. Er stellte in seiner Predigt den Wert der Reservisten für die ganze Gesellschaft heraus: „Hier haben sich Männer freiwillig dazu entschieden, Zeit zu opfern, um Frieden und Sicherheit in unserem Land zu wahren“, lobte er. Großen Respekt zollte den Reservisten auch der zweite Bürgermeister Robert Pollinger: „45 Jahre sind eine Zeitspanne, in der sich die Sichtweise auf Soldaten verändert hat“, bemerkte er. Gerade wegen der Kaserne in Hemau sei es früher normal gewesen, dass Soldaten in Uniform durch die Stadt gingen. „Einige glaubten dann leider, wir bräuchten keine Soldaten mehr. Doch durch den Ukraine-Krieg ändert sich das wieder.“
Nach dem offiziellen Teil genossen die Gäste zahlreiche Spezialitäten, wie die Gulaschsuppe aus der Feldküche oder Steaks mit Bratkartoffeln. Diese wurden auf echten Holzbrettern serviert, die anschließend ins Lagerfeuer geworfen wurden. Dabei handelte es sich um einen spontanen Einfall der Reservisten. „Die Leute sind immer neugierig, was wir wieder für kreative Ideen hatten“, lacht Vorstand Konrad Pickl, der wieder besonders stolz auf das Engagement der Mitglieder ist. Genau wie Hans Obermeyer. Der 70-jährige ist Gründungsmitglied der Reservisten und war 30 Jahre lang Vorstand: „Die Kameradschaft bei uns ist unvergleichlich“, lobt er.
Spaß bei Wettbewerben
Dabei kommt auch der Spaß nicht zu kurz, wie sich am Nachmittag bei den Schießwettbewerben zeigte. Bei der Vereinsmeisterschaft der Reservisten Aichkirchen gewann bei den Männern Robert Prösl vor Martin Paulus und Tobias Meier, während bei den Frauen Martina Pickl Platz eins errang, gefolgt von Marion Riepl, Renate Ehrl und Katharina Nopper.
Beim Wettbewerb der Kameradschaften siegte die Gruppe eins der Reservisten-Arbeitsgemeinschaft vor der Gruppe zwei der SRK Hohenschambach und der RK Hemau. Ein besonderes Highlight war auch wieder die Dorfmeisterschaft: Hier belegte der Schnupftabakverein den ersten Platz, gefolgt von der Kirchenverwaltung und der Gruppe eins des SV Aichkirchen.

