Hemau will ein Wärmenetz und beschließt Studie für Baugebiet Sixenfeld

Hemau. Die Stadträte, eingeladene Experten und Zuhörer müssen zurzeit Durchhaltevermögen beweisen. Angesichts vieler Themen dauern die Sitzungen des Hemauer Stadtrats etwas länger.
Auch am Dienstag beendete Bürgermeister Herbert Tischhöfer (CSU) den öffentlichen Teil erst nach über drei Stunden – nicht ohne den Gästen für ihr „Sitzfleisch“ zu danken. Dafür erlebten sie einen Querschnitt durch viele Themen.
So spielte die kommunale Wärmeplanung eine Rolle. Zudem ging es um die Frage, wie effiziente Wärmenetze im Baugebiet Sixenfeld aussehen könnten. Hierzu stand Prof. Markus Brautsch Rede und Antwort.
Förderung möglich
Im Sixenfeld ist es nach seinen Angaben möglich, eine Bundesförderung für effiziente Wärmenetze in Anspruch zu nehmen. Dabei seien ein Transformationsplan und eine Machbarkeitsstudie zu erstellen. Bei Letzterer sollen das Untersuchungsgebiet analysiert und Potenziale ermittelt werden. Dazu braucht es einen groben Entwurf der Bebauung. Tischhöfer erklärte, dass die Stadt einen Antrag für Förderungen gestellt habe und es gelte, beim Bebauungsplan voranzukommen. Der Stadtrat beschloss, in die kommunale Wärmeplanung einzusteigen und im Baugebiet Sixenfeld zu prüfen, wie Wärmenetze aussehen könnten.
In der Sitzung wurde der Bau des Kinderhauses beschlossen, das hinter der evangelischen Kirche entstehen soll (MZ berichtete). Dort soll eine Aufstockung möglich sein, die wie ein Türmchen aussehen soll. Hier kam im Bauausschuss vor zwei Wochen die Frage auf, ob die Aufstockung auf der kompletten Gebäudeseite, die in Richtung Kirche geht, möglich wäre. Das wäre laut Planer Georg Kartini denkbar, allerdings gäbe es ein Problem mit der Spielfläche im Garten. Deren Größe muss sich nach der Anzahl der Kinder richten. Und bei einer größeren Aufstockung – und mehr Kindern – würde diese nicht mehr ausreichen.
Weiterhin unzufrieden zeigten sich einige Stadträte mit der Verkehrsproblematik. „Die Situation mit den Parkplätzen und dem Anliefern der Kinder ist nicht entschärft“, kritisierte die Fraktionschefin der Freien Wähler, Christine Lammert. Sie befürchtet Chaos und regte an, einen Vertrag zu schließen, dass das Personal Parkplätze der Kirche nutzen könnte. Bürgermeister Tischhöfer versprach, sich des Themas anzunehmen. „Aber wir werden es nicht schaffen, dass es zu keinen schwierigen Parksituationen kommt. Das ist bei anderen Kindergärten nicht besser.“
Thomas Semmler (CSU) und Peter Ostenrieder (Grüne) machten sich dafür stark, den Kindergarten aus Holz zu bauen. Dies würde mehr kosten. Jedoch gibt es einen EU-Schwellenwert, dessen Überschreitung das Ausschreibungsverfahren komplexer machen würde. Daher beschloss der Stadtrat, dem Plan für das Kinderhaus zuzustimmen und eine Holzbauweise anzustreben. Sollte der Wert überschritten werden, wird es in Massivbauweise errichtet. Weiter informierte Tischhöfer, dass mit dem BRK über eine Trägerschaft des Kinderhauses verhandelt wird.
Familienstützpunkt geplant
Außerdem möchte Hemau mehr für Familien tun. Gemeinsam mit Beratzhausen und Laaber soll ein Familienstützpunkt errichtet werden. Dies soll in Kooperation mit dem Landkreis geschehen.Alexandra Winkler und Ute Raffler aus dem Landratsamt stellten das Konzept vor. Bislang gibt es im Landkreis sieben Familienstützpunkte. Diese sollen Orte der Beratung und Begegnung sein und eine familiengerechte Bildung anbieten. Zudem sollen sie bei Anliegen, wie Geburt, Partnerschaft, Pubertät oder Konfliktbewältigung eine Lotsenfunktion haben. Der Stadtrat beschloss, mit Beratzhausen und Laaber einen Familienstützpunkt zu errichten.