Schwierige Stunden in den Regensburger Krankenhäusern: Notaufnahmen am Anschlag

Menschen, die am Montag in eine der drei Notaufnahmen in Regensburg mussten, haben schwierige Stunden hinter sich. Alle drei Anlaufstellen meldeten der Integrierten Leitstelle (ILS) an diesem Tag, an der Kapazitätsgrenze angelangt zu sein. Mindestens neun Patienten, die nach ihrer Behandlung ins Krankenhaus kamen, mussten deswegen in andere Häuser gebracht werden.
„Am Montag sind gerade ab nachmittags deutlich mehr Patientinnen und Patienten zu uns in die Notaufnahme gekommen als an einem Wochentag üblich“, beschreibt Sylvia Pemmerl, Medizinisch-Ärztliche Direktorin und Geschäftsführerin am Caritas-Krankenhaus St. Josef, die Situation. Mit der Hitze an diesem Tag habe das hohe Patientenaufkommen aber nichts zu tun gehabt, sagen sie und Andreas Hofmeister, Sprecher am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder.
Kliniken meldeten sich von der Leitstelle ab
Es seien aber viele Patienten wegen anderer Verletzungen und Erkrankungen gekommen. Und so habe sich die Notaufnahme im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder laut Hofmeister am Montag zeitweise von der ILS abgemeldet. Die Notaufnahme des Universitätsklinikums Regensburg (UKR) meldete der ILS die Kapazitätserschöpfung, sagt Markus Zimmermann, Leiter der Interdisziplinären Notaufnahme. Das tat Pemmerl zufolge auch das Josefskrankenhaus. In der Kreisklinik Wörth habe es laut Claudine Tauscher, stellvertretende Pressesprecherin am Landratsamt, am Montag ebenfalls viele Patienten gegeben, aber keinen Aufnahmestopp.
Die Meldung der Krankenhäuser an die ILS aktiviere einen Verteilungsalgorithmus, der sicherstelle, dass alle Patienten in einem Krankenhaus versorgt werden, sagt Zimmermann vom UKR. In dieser Situation lege die ILS das Krankenhaus fest. „Um die Wartezeiten insbesondere für Patienten, die keinen dringenden Behandlungsbedarf haben, nicht zu lange werden zu lassen“, erklärt Pemmerl vom Josefskrankenhaus. Zu solchen Situationen komme es immer wieder – auch, weil sich Notfälle nicht planen ließen.
Wartezeit in den Notaufnahmen deutlich erhöht
Zimmermann vom UKR sagt, dass in dieser Notaufnahme ein Patient bereits präklinisch umgeleitet worden sei. Neun weitere Patienten seien nach kompletter akutmedizinischer Versorgung in der Notaufnahme zur weiteren stationären Therapie in externe Krankenhäuser verlegt worden. „Wir haben niemanden weggeschickt, allerdings hat sich die Wartezeit für die Patienten, die nicht ganz so dringend waren, deutlich erhöht“, beschreibt Pemmerl vom Josefskrankenhaus die Konsequenzen. Für Mitarbeiter und Patienten bedeute so eine Situation natürlich einen erhöhten Stressfaktor, sagt sie. Dann werde so viel Personal wie möglich für die Notaufnahme bereitgestellt. „Aber das kann uns natürlich nur im Rahmen unserer personellen Möglichkeiten gelingen“, verdeutlicht die Chefin im Josefskrankenhaus.
Es könnte laut Pemmerl durchaus sein, dass die ILS dem Josefskrankenhaus Patienten zugeteilt hat, die an einem anderen Tag vielleicht in ein anderes Haus gekommen wären. Aber das könne sie nicht nachvollziehen. Die Kreisklinik Wörth jedenfalls habe am Montag laut Tauscher keine Patienten aus anderen Notaufnahmen erhalten.