Der Falkensteiner Marktrat beschäftigte sich erneut mit Planungen für Arrach

Als sich die ersten Gewitterwolken über Falkenstein zusammenbrauten, sank auch die Stimmung im Sitzungssaal beim Marktrat merklich: Das letzte Thema des Abends widmete sich der Neugestaltung der Außenanlagen des Friedhofs in Arrach.
„Eines will ich gleich vorwegnehmen: Dass seit Jahren nichts vorangegangen ist bei diesem Thema liegt nicht am Gemeinderat. Ich erinnere mich, dass bereits 2014 20000 Euro für das Projekt vorgesehen wurden. Auch davor waren die Außenanlage der Arracher Kirche schon Thema“, sagte Bürgermeisterin Heike Fries. Ihrem Tonfall war anzumerken, dass sie des Themas überdrüssig war.
Lange ist nicht passiert
Sie begrüßte Wolfgang Rösel und Architektin Fehrmann vom Planungsbüro Lichtgrün Landschaftsarchitekturbüro. Rösel stellte die Planung vor. Es sei schnell erklärt: „Auch uns waren Jahre lang die Hände gebunden. Falkenstein ist Pächter des Friedhofs und zahlt 150 Euro Pacht im Jahr an die Kirche. Im Pachtvertrag steht, dass der Pächter für die Instandhaltung zuständig ist. Es war schwierig herauszufinden, wer was bezahlen muss. Die Diözese erteilte keine Freigabe, weil sie der Meinung waren, das sei Sache der Gemeinde“, erklärte Rösel.
Man hätte sich jetzt mit der Diözese so geeinigt, dass einen Teil die Kirche selbst übernehmen würde. Das seien 130 Quadratmeter Weg, den man im „wilden Verband“, also zweifarbige Gestaltung, von Betonpflaster möglichst barrierefrei gestalten wolle.
„Wir verzichten auf den Bau einer Entwässerungsleitung. Eine Untersuchung hat ergeben, dass wir bis zu der Tiefe, die wir für die Wege brauchen ohne archäologische Begleitung graben dürfen, allerdings nicht tief genug für eine Entwässerungsleitung“, erklärte Rösel. Das Wasser könne in Richtung Friedhof versickern. Außerdem werden der Schöpfbrunnen und die Beleuchtung erneuert und optisch ansprechender gestaltet. „Wir werden unseren Teil auf jeden Fall machen. Ob dann die Gemeinde ihren Teil macht liegt bei euch“, sagte Rösel in Richtung Gemeinderat.
Friedhof ist keine Einnahmequelle
Die Gemeinde ist für einen Bereich von 70 Quadratmetern verantwortlich. „Ihr müsst das nicht machen. Dann machen wir nur den Teil, den die Kirche betrifft“, so Rösel weiter. Allerdings werde er dann in Zukunft auf die Instandhaltung bestehen. Dies sei die letzten Jahre versäumt worden. Der Arracher Friedhof brächte der Gemeinde auch Einnahmen und in den letzten 30 Jahren sei trotzdem nichts gemacht worden.
Rechnungsprüfer Fuchs Andreas warf ein: „Der Friedhof ist keine Einnahmequelle, es ist ein kostendeckender Posten.“ Den Einnahmen stünden auch Ausgaben gegenüber. Eberhard Semmelmann stellte die Frage nach dem Zeitraum der Maßnahmen, „denn wenn wir uns dafür entscheiden unseren Teil zu übernehmen, sollte das Hand in Hand zum selben Zeitpunkt passieren.“
Rösler erklärte: „Das Leistungsverzeichnis ist bereits erstellt mit Los eins und zwei. Los eins betrifft die Kirchenstiftung, das zweite die Gemeinde. Es wird alles im Gesamten ausgeschrieben. Je nach Entscheidung der Gemeinde würde er sich vorbehalten, nur ein Los zu vergeben.
Debatte dauerte lange
Fehrmann warf ein: „Wir haben generell die ganze Planung immer im Gesamten gesehen. Als ein Konzept für den ganzen Friedhof.“ Die Frage nach der Belastbarkeit der Wege wurde ebenfalls beantwortet: „Die Wege halten die Belastbarkeit eines Autos aus, ein Minibagger zum Beispiel ist leichter. Das sollte also kein Problem darstellen.“
Nachdem Rösel darstellte, dass im Friedhof Falkenstein viel mehr instand gesetzt wurde als in Arrach, meldete sich Fries noch mal zu Wort und wiederholte deutlich, dass der Gemeinderat bereits mehrfach das Geld dafür freigemacht hatte. Jedoch seitens der Kirche nichts passiert sei.
Die Debatte dauerte noch einige Zeit an, ohne zu hitzig zu werden. Die Diskussion wurde bewusst in die nicht-öffentliche Sitzung verschoben. Seitens des Gemeinderats wurde noch klargestellt, dass der Friedhof kein Eigentum der Marktgemeinde sei und diese lediglich für die Instandhaltung zuständig sei, nicht aber für den Neubau der Wege.
Joachim Eberl beendete die Diskussion: „Wir kennen jetzt die Planung, haben unsere Fragen gestellt und die Diskussion führen wir in der nichtöffentlichen Sitzung fort.“ Dem pflichtete Hans Stangl bei; „ Das war die Stoffsammlung. Jetzt heißt es Einnahmen und Ausgaben gegenüberzustellen.“
Gesamtkosten betragen 193 000 Euro
Die geplanten Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf rund 193000 Euro. Davon übernimmt rund 146000 Euro die Kirche und rund 47000 Euro soll die Gemeinde übernehmen.
