Segen für eine „Landmarke“: 20,4 Meter hohes Holzbauwerk hat sieben Stockwerke

Aufgrund der Corona-Pandemie konnte erst am Sonntag der neue Aussichtsturm am Bleschenberg offiziell mit vielen Ehrengästen und Besuchern eröffnet und gesegnet werden.
Bereits im Oktober 1971, drei Jahre nach der Gründung des Naturparkvereins Waldmünchen, wurde ein Aussichtsturm in Holzbauweise zur touristischen Aufwertung der damaligen Gemeinde Sinzendorf gebaut. Dieser ist in die Jahre gekommen und 2016 begannen die Planungen für einen Ersatzbau. Im Mai 2019 begannen die Bauarbeiten. Die Stadt Waldmünchen hat in enger Kooperation mit dem Naturpark Oberer Bayerischer Wald und dem Landkreis Cham diese touristische Attraktion umgesetzt.
Turm hat sieben Stockwerke
Bürgermeister Markus Ackermann gab auch die Eckdaten des neuen Aussichtsturms bekannt. Der Turm hat sieben Stockwerke und ist insgesamt 20,40 Meter hoch. Das Fundament hat eine Größe von 4,50 × 4,50 Meter und die Aussichtsplattform 6,75 x 6,75 Meter. Der Bau kostete 275600 Euro, davon wurden 186000 Euro gefördert. Die Restkosten von 95000 Euro trugen zu einem Drittel die Stadt Waldmünchen und zwei Dritteln der Naturpark Oberer Bayerischer Wald.
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Der Aussichtsturm am Bleschenberg ist eine der „Landmarken“ in der Region „Aktionsbündnis Cerchov plus“. Der Standort des Turms hat auch eine historische Bedeutung. Vor 1000 Jahren gab es hier einen Wohnturm mit einer kleinen Burg. In dieser Zeit wurden die Burgen zur Verteidigung und Sicherheit der Einwohner und Absicherung der Grenze errichtet. 1261 hat ihn die letzte Besitzerin der Burganlage dem Schönthaler Kloster übergeben. 1417 wurde mit den Burgresten eine dem hl. Leonhard geweihte Kirche als Ziel einer Wallfahrt oder als kirchlicher Mittelpunkt errichtet. Die Grundmauern der Kirche und auch ein Teil des Wohnturms sind heute noch vorhanden. Diese wurden 2018/2019 vom Naturparkverein Waldmünchen mit dem Landesamt für Denkmalpflege restauriert. Auf dem ehemaligen Altarfundament steht heute die Salve-Regina-Kapelle.
Bürgermeister Markus Ackermann dankte allen, die beim Bau des Turms mitgewirkt haben. Der Geiganter Pfarrer Joseph Mingyuan Chen, Pfarrer Alfons Eder aus Döfering und die evangelische Pfarrerin Kathrin Nagel segneten den Aussichtsturm. Dazu spielte die Waldmünchner Saitenmuse mit Michaela Lindner, Regina Herrmann, Martina Hausladen und Elisabeth Bemerl. Nach der Segnung wurde als symbolischer Akt für die Eröffnung ein Band mit ehemaligen Vorsitzenden Johann Müller, Trefflsteins Bürgermeister Helmut Heumann, Landrat Franz Löffler, Bürgermeister Markus Ackermann, Initiator des ersten Turms Josef Brückl und Tiefenbachs Bürgermeister Ludwig Prögler durchtrennt.
Landrat Franz Löffler ging auf die Gründung des Naturparks 1968 ein: „Die heutige Zeit ist eine Konsumgesellschaft. Man hat die Wertschätzung und den Bezug zur Natur verloren. Die Bevölkerung wird aufgerufen, ein Stück entgegenzuhalten. Der Naturparkverein hat dies seit der Gründung im Blick. Sie haben auch einen Bildungsauftrag. Sie wollen das Bewusstsein den Menschen und vor allem den Kindern näher bringen. Im Landkreis Cham gibt es vier Naturparkschulen, eine davon ist die Grundschule in Waldmünchen.“
Anschließend versorgten am Wanderparkplatz die Sinzendorfer Vereine die Gäste mit Gegrilltem, Kaffee, Kuchen und Getränken. Im Aussichtsturm wurden Fotos von Ingrid Gschwendtner vom alten Aussichtsturm, vom Baufortschritt und auch den Turm in den verschiedenen Jahreszeiten gezeigt.
Identifikation auf dem T-Shirt
Die Sinzendorfer Vereine identifizieren sich auch mit ihrem Vereinsshirt mit dem Bleschenberg. Die kloane Blosmuse umrahmte den Nachmittag musikalisch. Für die jüngsten Besucher gab es eine Bastelstation. Die Naturparkranger Christian Pregler und Christoph Grausam boten Führungen durch den Wald an.
wfs



