Neue Räume des Digitalen Gründerzentrums eröffnet: Minister loben Pionierarbeit

Von Markus Rath · 17. Juni 2023 um 05:00

Das Digitale Gründerzentrum (DGZ) Parsberg expandiert: Am Donnerstag wurden die neuen Räume eröffnet. Dabei verriet Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, warum er glaubt, dass hier aus eins und eins drei werden kann.

In seiner Festrede machte Aiwanger deutlich, dass der Freistaat Bayern nicht darauf warten will, dass gemäß Gründermythos zu Hause in der Garage Weltkonzerne gegründet werden.

„Wir wollen es nicht dem Zufall überlassen, dass jemand den Unternehmergeist, die passende Liegenschaft und das nötige Kleingeld dafür hat. Wir wollen dem Glück ein bisschen auf die Sprünge helfen“, sagte er. Dazu habe der Freistaat Bayern rund 120 Millionen Euro in die Hand genommen und an 19 Standorten in ganz Bayern insgesamt 28 Digitale Gründerzentren geschaffen.

Zauberwort „Vernetzung“

Dabei gehe es aber nicht nur darum , Existenzgründern Orte zu geben, an denen sie beginnen können und sie zu begleiten, sondern auch darum, sie zu vernetzen. Aiwanger: „Der entscheidende Gedanke kommt angeblich meistens dann zustande, wenn sich zwei Firmen, die vorher gar nichts miteinander zu tun hatten, zufällig in der Kaffeeküche treffen.“ Der eine hätte eine spezielle Sensortechnik, der andere eine künstliche Intelligenz.

Diese beiden Komponenten würden dann plötzlich eine ganz neue Maschine ergeben, die weder der eine noch der andere alleine hätte erfinden können.“ Wenn dann gleichzeitig noch die „jungen Spinner“ mit den alteingessenen Unternehmern ihre Karten zusammenlegen würden, sei es möglich Synergien zu heben und den entsprechenden Mehrwert zu erzielen.

Dass Parsbergs Bürgermeister Josef Bauer zusammen mit dem Abteilungsleiter Kreisentwicklung des Landkreis Neumarkt, Michael Gottschalk, dafür vor Ort die geistigen Grundlagen geschaffen hat, bestätigte Finanzminister Albert Füracker, der dem DGZ ebenfalls seine Aufwartung machte.

Eine bessere Symbiose als zwischen Technologie Campus Parsberg-Lupburg und dem DGZ könne er sich nicht vorstellen. „Hier haben wir als Staat genau das getan, was sich der Finanzminister vorstellt. Wir fördern dann, wenn es vor Ort Initiativen und Bereitschaft gibt, selbst auch Geld in die Hand zu nehmen“, sagte er.

Und genau das sei in Parsberg der Fall: Bürgermeister, Landrat und auch Unternehmer hätten die Chancen erkannt. Deswegen handle es sich hier um Investitionen. Füracker: „Ich gebe das Geld nicht aus, damit hier ein Gebäude steht, sondern dass irgendwann, wie der Altbayer sagt, ein Return of Invest entsteht.“

Bayerns Finanzminister Albert Füracker lobt Investor

Positiv stellte Füracker heraus, dass sich mit Christian Mederer ein „potenter Investor gefunden hat“, der das neue Gebäude gebaut hat. „Das ist ein Beitrag dafür, dass dieses digitale Gründerzentrum nicht nur den Status quo gut verwalten kann, sondern auch Entwicklungsmöglichkeit hat.“ Gleichzeitig sei es ein tolles Beispiel dafür, dass nicht alles der Staat oder die Kommune machen müsse.

Wie gut dieses Prinzip in Parsberg funktioniert, zeigte Bürgermeister Josef Bauer auf. Schließlich sei die jährliche Förderung des Freistaats Bayern mit 50000 Euro und zusätzlichen Mitteln für den Ausbau nur der Grundstock für den Betrieb des Gründerzentrums. Die regionalen Unternehmen würde das DGZ jährlich noch einmal mit 70000 Euro unterstützen. „Für mich als Bürgermeister war es damals völliges Neuland, Fördergelder aus der freien Wirtschaft zu generieren. Aber ich bin überall mit offenen Armen und nicht als Bittsteller empfangen worden“, sagte Bauer, der feststellte: „Nur durch die Sponsorengelder ist dies alles hier möglich geworden.“

Die Minister Albert Füracker und Hubert Aiwanger besichtigten zusammen mit Landrat Willibald Gailler und Bürgermeister Josef Bauer eine von Philipp Flier (links) erfundene Hanferntemaschine.
Nachts strahlt die Fassade des DGZ und beleuchtet so den gesamten Vorplatz.