Dreifach-Ausbau mit Glasfaser sorgt in Bad Kötzting für Ärger

Gleich drei Firmen verlegen derzeit Glasfaser-Leitungen in und um Bad Kötzting. Niemand wisse mehr, welche Firma wo unterwegs sei, sagt auch Bürgermeister Markus Hofmann, der das Ganze ein „schwieriges Thema“ nennt.
„Wir machen selber keine glücklichen Erfahrungen“, so Hofmann – doch verhindern könne die Stadt in dieser Sache nichts, maximal vermitteln.
Die Stadt sei nicht der Auftraggeber, sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Bauherr sei der Landkreis mit dem Eigenunternehmen sowie Leonet und die Telekom. „Das sind die Folgen der großen Politik in den vergangenen Jahrzehnten“, ist Hofmann überzeugt, der von vielen Anrufen in dieser Angelegenheit bei der Stadt zu berichten weiß.
Verlegung nicht gemeinsam
Konkret ging es ihm darum, dass die Firmen nicht in der Lage seien, sich auf eine gemeinsame Verlegung zu einigen. Leonet sei der erste Anbieter gewesen, so Bauamtsleiter Christian Kopf, die Telekom habe nachgezogen. Während Leonet am Schinderbuckel etwa bereits fertig und die Fahrbahn wieder geschlossen sei, beginne die Telekom gerade damit. Das sorge für Ärger bei den Anliegern. „Wir haben Druck gemacht“, sagt Kopf – doch auch in der Innenstadt zeichne sich ab, dass es wieder genauso werde wie am Schinderbuckel.
Während die beiden im Rathaus erzählen, sind die Arbeiten im Auftrag von Leonet bereits am Torweg angekommen. Die Innenstadt wird dann sehr bald folgen. Dabei wüssten alle jetzt schon, dass das nicht nur zu massiven Verkehrsbehinderungen über einen längeren Zeitraum in der Innenstadt führen werde, sondern auch, dass die Telekom wieder genau dasselbe tun werde, wenn Leonet abgezogen sei. Einzige Lösung wäre eine gemeinsame Verlegung gewesen, auf die sich die Unternehmen aber nicht hätten einigen können, so der Bürgermeister. Momentan seien alle drei Firmen im Stadtgebiet unterwegs – wobei der Landkreis mit dem Eigenbetrieb nur die Randgebiete erschließe, die von Telekom und Leonet ohnehin nicht ausgebaut würden. Leonet hatte die Westsiedlung im Ortsteil Gehstorf und das Wohngebiet Schinderbuckel nach der Winterpause bereits ausgebaut. „Fakt ist, dass wir keinen Auftrag vergeben haben. Wir freuen uns auch, dass was vorangeht, aber wir können da nichts dafür“, sagt der Bürgermeister.
Eine Möglichkeit wäre eine „Mitverlegung“ gewesen, wie Kopf sagt. Ein Beispiel dafür gebe es derzeit in Grub, wo Strom, Wasserleitung und Glasfaser in einen gemeinsamen Graben mit Spülbohrungen verlegt würden. Geteilt würden dabei nicht die Rohre, doch die Arbeiten würden auf einmal erledigt.
Abstimmung mit der Stadt
Doch das sei etwas, worauf sich Leonet und Telekom nicht hätten einigen können, sagt der Bürgermeister, dafür gebe es auch keine Verpflichtung. Natürlich müssten sich die Firmen für die Trasse mit der Stadt abstimmen, sagt Kopf. Verlegt werden dürfe ohnehin nur auf öffentlichem Grund. Doch komme es im Tiefbau erfahrungsgemäß immer wieder auch mit der besten Abstimmung zu Problemen. So etwa an der Westsiedlung und an der Riederstraße; hier sei es vorgekommen, dass das „Sub-Sub-Unternehmen“ bereits aufgegraben habe, bevor es die verkehrsrechtliche Anordnung der Stadt dafür gab. Allerdings seien das keine Probleme, die es nicht auch bei anderen Bauvorhaben dieser Art gebe. Doch unterm Strich bringe alle Aufregung nichts, sagt der Bürgermeister. „Aber man muss ja auch mal sagen können, dass es ein Wahnsinn ist, was hier passiert.“ Dass die Qualität der Arbeiten schlecht sei, wie auch behauptet werde, könne er bislang nicht sehen. Kopf fügt aber auch an, dass es noch keine Endabnahme vonseiten der Stadt gegeben habe. Doch am Schinderbuckel seien die Behinderungen noch verhältnismäßig gut zu handhaben, wissen Hofmann und Kopf. In der Innenstadt komme Leonet die nächsten Tage an und schon jetzt sei klar, dass die Telekom danach anschließen werde, wenn Leonet fertig sei.
Dabei befinde sich unter dem Pflaster ein Beton-Belag, der erst in den vergangenen Jahren bei der Sanierung der Marktstraße eingebaut worden war. Das werde die Arbeiten nun umso komplizierter machen. Dass alle drei Firmen derzeit in der Stadt Bad Kötzting unterwegs seien, sei ein sehr unglücklicher Umstand, mit dem niemand habe rechnen können – doch irgendwann sei auch die längste Maßnahme einmal vorbei ...