Wenig Straftaten, hohe Aufklärungsquote: Der Landkreis Regensburg ist ein sicheres Pflaster

Die Verantwortlichen ziehen bei der Kriminalstatistik des Landkreises Regensburg ein positives Fazit.
Eine weiterhin ausgezeichnete Sicherheitslage im Landkreis Regensburg präsentierte Polizeipräsident Thomas Schöniger bei der Vorstellung der polizeilichen Kriminalstatistik 2022 im Landratsamt. Das jährliche Sicherheitsgespräch war gleichzeitig der Antrittsbesuch des neuen Polizeipräsidenten, der dieses Amt am 1. Juni übernommen hat.
„Das hervorragende Sicherheitsniveau im Landkreis Regensburg liegt deutlich über dem bayernweiten Durchschnitt und nimmt insbesondere bei der Kriminalitätsbelastung einen bayernweiten Spitzenplatz ein“, lautete Schönigers Fazit. Dies zeige sich im Zehnjahresvergleich zum einen am niedrigsten Stand der Straftaten, zum anderen an der höchsten Aufklärungsquote. Die enge Vernetzung mit den Sicherheitspartnern sei ein entscheidender Erfolgsfaktor für die sehr gute Sicherheitslage. Bei der Verkehrssicherheit sei ebenfalls erneut eine Verbesserung erreicht worden.
Landrätin Tanja Schweiger hatte zum diesjährigen Sicherheitsgespräch neben dem Polizeipräsidenten auch Polizeioberrat Vincent Bauer als stellvertretenden Sachgebietsleiter für Ordnungs- und Schutzaufgaben im Polizeipräsidium Oberpfalz, Leitenden Kriminaldirektor Robert Fuchs als den Leiter der Kriminalpolizeiinspektion Regensburg, Polizeidirektorin Carina Urban als die Leiterin der Verkehrspolizeiinspektion Regensburg sowie die Leiter der vier Polizeiinspektionen (PI) im Landkreis – Thomas Rölz (PI Neutraubling), Andreas Niebler (PI Nittendorf), Ludwig Hastreiter (PI Regenstauf) und Matthias Löffler (PI Wörth) – in den kleinen Sitzungssaal des Landratsamts eingeladen.
Werte aus Pandemiejahren konnten nicht gehalten werden
Bei den drei wichtigsten Parametern, die die Kriminalitätslage abbilden (Gesamtstraftaten, Aufklärungsquote, Häufigkeitszahl), konnten für den Landkreis Regensburg im Jahr 2022 nach Angaben des Polizeipräsidenten erwartungsgemäß die Werte aus den Pandemiejahren 2020 und 2021 nicht gehalten werden. Ursächlich hierfür sei der weitgehende Wegfall der Coronabeschränkungen im Jahr 2022 und die damit wieder einhergehende Normalisierung des gesellschaftlichen Lebens. Der Vergleich mit den Werten aus 2019 zeige aber eine Fortsetzung der damals bereits sehr guten Entwicklungen.
So konnte bei den Gesamtstraftaten (ohne Verstöße nach dem Aufenthaltsrecht) mit 4416 Delikten ein neuer Tiefstand erreicht worden; 2019 lag dieser Wert noch bei 4450. Die Aufklärungsquote (ohne Aufenthaltsrecht) sei mit 67,3 Prozent nochmals besser als 2019 mit 66,4 Prozent (Oberpfalz: 70,8 Prozent; Bayern 64.4 Prozent; Deutschland 55,6 Prozent). Und auch die Häufigkeitszahl, die die Kriminalitätsbelastung insgesamt darstelle, erreichte mit 2262 (ohne Aufenthaltsrecht) einen neuen Zehnjahresbestwert (Oberpfalz 3760; Bayern 4260; Deutschland 6490). 2019 hatte dieser Wert für den Landkreis Regensburg noch 2299 betragen.
Mit dieser sehr niedrigen Häufigkeitszahl von 2262 erreicht der Landkreis Regensburg im Ranking aller 96 Landkreise und kreisfreien Städte in Bayern Platz sieben. Die drei Kennzahlen bestätigten, so der Polizeipräsident, somit das unverändert hervorragende Sicherheitsniveau für den Landkreis Regensburg.
Auf verschiedene Deliktsbereiche näher eingehend, stellte Schöniger zum Bereich Wohnungseinbruchdiebstahl fest, dass mit 18 Fällen im vergangenen Jahr ein neuer Niedrigwert im Zehnjahresvergleich erzielt werden konnte. Gegenüber 2019 bedeute dies einen nochmaligen Rückgang um 38 Prozent.
Rauschgiftkriminalität: 430 Fälle zur Anzeige gebracht
Bei der Straßenkriminalität, die die Gesamtheit aller Straftaten auf öffentlichen Plätzen und Wegen beinhalte und für das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung eine hohe Bedeutung habe, ist im Vergleich zu 2019 ein Rückgang um zwölf Prozent zu verzeichnen, von 766 Delikten in 2019 auf 675 Delikte in 2022.
Bei der Rauschgiftkriminalität konnten 430 Fälle zur Anzeige gebracht werden, 18,5 Prozent mehr als im Vorjahr und im Zehnjahresvergleich ein neuer Höchstwert. Dies zeigt nach Schöningers Ansicht, dass dieser Kriminalitätsbereich zwar zunehme, es sich aber um ein Kontrolldelikt handle. Der Wert belege also auch, dass die Polizei bei der Verfolgung dieser Delikte sehr engagiert und erfolgreich sei.
Die Zahl der Verkehrsunfälle ist um 3,8 Prozent zurückgegangen auf 5830 im Jahr 2022. 2019 waren es noch 6058. Die Zahl der bei Verkehrsunfällen verletzten Personen ging von 891 in 2019 auf jetzt 835 zurück (minus 6,3 Prozent). Die Zahl der bei Verkehrsunfällen getöteten Personen sank von 15 im Jahr 2019 auf fünf im vergangenen Jahr (minus 67 Prozent). Bei den alkoholbedingten Unfällen ist allerdings ein Zuwachs festzustellen – von 59 Fällen im Jahr 2019 um knapp 14 Prozent auf 67 Fälle in 2022. Zurückgegangen sind die geschwindigkeitsbedingten Verkehrsunfälle: von 196 in 2019 auf 153 in 2022 (minus 21,9 Prozent). Bei Angriffen gegen Amts- und Mandatsträger sind 2022 oberpfalzweit 96 Taten registriert worden; bei sogenannten Hass-Postings waren es 35.
Landrätin Tanja Schweiger dankte den Vertretern der Polizei für die stets professionelle Zusammenarbeit mit dem Landratsamt in den unterschiedlichsten Tätigkeitsbereichen. Welch große Bedeutung generell die Sicherheitslage für die Bürger habe, zeige sich regelmäßig bei Umfragen, wo dieses Kriterium zu den am häufigsten genannten zähle, wenn es um die Lebens- und Wohnqualität einer Region oder eben auch eines Landkreises gehe.
Im Landkreis Regensburg sei ein hoher Schutz- und Sicherheitsstandard gegeben, dies habe der Sicherheitsbericht 2022 eindrucksvoll bestätigt. Dem Polizeipräsidium Oberpfalz mit all seinen Dienststellen gebühre dafür ein besonderer Dank.