Regensburg: Protest vor der Wache – Klimaaktivist nach Festnahme wieder frei

Der Klimaaktivist Simon Lachner ist wieder auf freiem Fuß. Der Regensburger wurde am Montag gegen 19.15 Uhr aus dem Polizeigewahrsam entlassen. Beamte hatten das Mitglied der „Letzten Generation“ am Mittagin seiner Wohnung festgenommen, weil er vor einigen Tagen eine Blockadeaktion der Gruppe angekündigt hatte.
Vor der Polizeiinspektion Regensburg Süd, in der sich Lachner in Gewahrsam befand, versammelten sich am Montagabend zeitweise knapp 30 Unterstützer, um sich mit dem Klimaaktivisten zu solidarisieren. Einige Teilnehmer brachten ihre Unterstützung auf Plakaten zum Ausdruck. Auf einem stand „#freeSimon“, auf einem anderen „Klimaschutz ist kein Verbrechen.“
Applaus nach Freilassung
Gegen 19.15 Uhr teilte ein Polizist den Aktivisten mit, dass sich Lachner wieder auf freiem Fuß befindet. Er sei von der Polizei in die Wahlenstraße gebracht worden, da er dort an einer Veranstaltung teilnehmen wolle, sagte der Beamte. Diese Nachricht sorgte für Applaus bei den Demonstranten. Die Versammlung wurde vom Leiter unmittelbar nach der Freilassung Lachners beendet.
In der Wahlenstraße wurde am Abend im „Degginger“ die Regensburger Nachhaltigkeitswoche eröffnet. An der Veranstaltung soll auch Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) teilnehmen.
Markus Reitmeier, Sprecher der Polizeiinspektion Regensburg Süd, begründete die Verhaftung Lachners am Mittag auf MZ-Anfrage so: „Wir haben Kenntnis erlangt, dass die betreffende Person eine Straftat plant, deswegen wurde sie in Gewahrsam genommen.“ Cornelia Blankenhorn, Sprecherin des Amtsgerichts, sagte wenig später, dass das Gericht die Maßnahme der Polizei nach einer Anhörung Lachners für zulässig erklärt habe. Die „Letzte Generation“ kritisierte das Vorgehen der Behörden in einer Pressemitteilung scharf.
Trotz Verhaftung: „Letzte Generation“ blockiert Straße in Regensburg
Der Verhaftung Lachners zum Trotz blockierten sieben Aktivisten der „Letzten Generation“ am Montag gegen 16.40 Uhr den Fußgängerüberweg an der Kreuzung von Furtmayr- und Galgenbergstraße. Schnell bildete sich Stau. Bei der Blockade verwendeten die Klimaaktivisten diesmal auch Beton – ein Novum in Regensburg. Dadurch waren sie einem Polizeisprecher zufolge etwas schwerer zu lösen. Nach rund zwei Stunden war die Straße wieder frei.
Einige der Aktivisten, die sich noch am Spätnachmittag auf die Straße geklebt hatten, fanden sich unmittelbar nach der Aktion bei der Polizeiinspektion Regensburg Süd ein, um ihre Solidarität mit ihrem Mitstreiter Simon Lachner zu bekunden. Zu erkennen waren sie am Verband an ihren Händen.
