Zwei verunglückte Mountainbiker binnen Kürze: DAV und BRK erklären ihre Sicht

Seit Anfang Mai ist der Diavolo Snake Trail befahrbar. Drei Unfälle mit verletzten Mountainbikern auf dem größten der Jura Trails oberhalb von Neumarkt werfen nun Fragen nach der Sicherheit auf. Die Macher sehen sich nichtsdestotrotz bestätigt.
Anfang Juni verletzte sich zunächst ein Mountainbiker und musste ins Klinikum gebracht werden. Wenige Tage später war dies auch bei einem zweiten Radler der Fall. Am Freitag kam laut Polizei ein dritter verunfallter Mountainbiker hinzu.
Philipp Kölbl, der gemeinsam mit einem Team des Neumarkter DAV das Projekt Jura Trails federführend entwickelt hat, sieht in den zwei zum Zeitpunkt des Gesprächs ihm bekannten Unfällen eher eine Bestätigung. Zwar sei jeder Unfall einer zu viel, aber Mountainbiken sei eben eine Sportart mit einem Restrisiko, dem sich die Sportler bewusst aussetzten, sagt der leidenschaftliche Biker Kölbl.
Auf dem Diavolo Snake Trail verunglückte Mountainbiker waren keine Anfänger
Vor allem jene, die sich verbessern wollen. Um genau solche soll es sich laut dem DAV-Mann bei den verunfallten Radlern (Kölbl: „Sie sollen schon wieder stehen, habe ich gehört“.) gehandelt haben. Es seien erfahrene Mountainbiker gewesen, die sich wie viele Sportler in anderen Sportarten auch im Bewusstsein des damit verbundenen Risikos hätten steigern wollen.
Dass es keine Anfänger gewesen seien, zeige, dass die mit Hilfe einer Firma gebaute Strecke genügend Sicherheitsreserven aufweise. Jedes Hindernis, jeder Sprung könne umfahren werden. Es gebe am Eingang zum Trail und an jedem Hindernis entsprechende Hinweisschilder.
So funktioniert das Rettungskonzept am Diavolo Snake Trail in Neumarkt
Die Unfälle haben aus Kölbls Sicht noch etwas gezeigt: Das mit Feuerwehr und BRK erarbeitete Rettungskonzept funktioniere. Dieses teilt die rund einen Kilometer lange Strecke in vier Rettungszonen ein, die entsprechend mit Nummern beschildert sind. Bei Notrufen kann also angegeben werden, in welchem Bereich die verunglückte Person ist und die Rettungskräfte wissen, welchen Zugangspunkt sie anfahren müssen. Das verkürze die Zeit, bis die Rettungskräfte beim Verunfallten seien, sagt Kölbl. Insgesamt gebe es drei Einstiege für die Retter.
Schätzungen des DAV zufolge sollen Mountainbiker schon rund 7000 Mal den Trail heruntergefahren sein. „Allein ich bin es sicher schon 70 Mal“, sagt Kölbl. Gemessen an diesen Zahlen deuteten zwei Unfälle nicht daraufhin, dass an der Strecke oder am Rettungskonzept etwas nicht stimme. Trotzdem: Man werde die Entwicklung im Blick behalten.
Das sagt das Neumarkter BRK zum Risiko auf dem Diavolo Snake Trail
Wie Björn Schülke, Leiter des Rettungsdienstes beim BRK in Neumarkt, erklärt, habe es bislang jene zwei Einsätze für das BRK am Diavolo Snake Trail gegeben. Angesichts dieser geringen Zahl könne er keine belastbaren Aussagen treffen, ob der Trail ein Unfallschwerpunkt ist und ob sich das Rettungskonzept bewährt hat.
Außerhalb von Neumarkt hat das Konzept Jura Trails inzwischen Aufsehen erregt – und das nicht wegen der Unfälle. Es habe schon mehrere Anfragen aus ganz Bayern gegeben, sagt Kölbl. In anderen Regionen will man wissen, wie Neumarkter es geschafft haben, so ein Projekt genehmigt zu bekommen und wie das Rettungskonzept aussieht.