Bahn will Ponholzer Kurve korrigieren – Unternehmen informierte den Maxhütter Stadtrat

Die Begradigung der Ponholzer Kurve und damit eine teilweise Neutrassierung der Bahnlinie von Regensburg nach Schwandorf wird kommen. Das war die eindeutige Botschaft einer nichtöffentlichen Informationsveranstaltung von Bahnvertretern für den Stadtrat.
Zu der Frage, wann das so weit ist, wollte sich niemand festlegen. Jedoch, dass der Zeitplan für Infrastrukturprojekte dieser Größe ambitioniert ist, klang immer durch. Ein Bahnsprecher sagte dazu, dass derzeit die Vorplanungsphase laufe. Bereits im kommenden Jahr soll die Öffentlichkeit beteiligt werden. Dann würden betroffene Kommunen und Bürger Informationen jeweils vor Ort erhalten.
Was dafür spricht, dass das Vorhaben nicht auf der langen Bank landet, liegt an dem Wort Maßnahmengesetzvorbereitungsgesetz. Damit wurde die gesetzliche Grundlage geschaffen, Projekte ohne langwieriges Planfeststellungsverfahren, sondern per Gesetz zu beschließen.
Teil der Elektrifizierung, die klimaschonendere Züge und mehr Lärmschutz mit sich bringen würde
Das Vorhaben Ponholzer Kurve ist dabei Teil des Großprojektes Elektrifizierung der Bahnstrecke zwischen Regensburg und Marktredwitz, wie Bahnsprecher Anton Knapp auf Nachfrage mitteilte. Das würde klimaschonendere Züge und mehr Lärmschutz mit sich bringen. Der Ausbau bedeute auch schnellere Verbindungen in der Oberpfalz, den Einsatz von Fernverkehrszügen und zuverlässigere Umstiege für Reisende in den Knotenbahnhöfen Regensburg und Schwandorf.
Blickt man auf die Situation vor Ort heißt das, dass die Planung im Bereich Maxhütte-Haidhof eine Fahrzeitverkürzung von rund 265 Sekunden ermögliche, wie zu hören war. Was sich wenig anhört, wäre eine Voraussetzung dafür, auf der Strecke mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen und ein Puzzleteil für das große Ziel Deutschlandtakt. Gegen den hat wohl niemand etwas, im Detail aber haben die Räte Fragen. Die sogenannte Variante 3.3, die aus Sicht der Bahn, die Ziele Fahrzeitverkürzung, Minimierung des Aufwandes und den Schutz des Grundwassers vereint, läuft zwischen Harberhof und Linterweiher, außerdem tangiert sie die Photovoltaikanlage beim Schwarzhof.
Dazu sagt die Deutsche Bahn, dass die Strecke bei der sogenannten mittleren Variante mit einer Drei voraus, um rund 3,3 Kilometer kürzer werden könnte, die aus dem vorletzten Jahrhundert stammende Streckenführung im Bereich der Stadt Maxhütte-Haidhof insgesamt verbessert würde. Neben den verkehrlichen Vorteilen habe das Planungsteam der Deutschen Bahn bei der Variantenauswahl ein besonderes Augenmerk auf die Belange des Grundwasserschutzes gelegt: Während die Bestandstrasse auf sechseinhalb Kilometern durch das Wasserschutzgebiet verlaufe, könnte es künftig nur noch rund ein Zehntel der Länge sein.
Eine der Planungsvarianten tangiere das Schutzgebiet nur noch auf 660 Metern. Zudem wurden bei dem nichtöffentlichen Termin Versprechen zum Schutz des Grundwassers gemacht. So erhielte der Bahndamm, wo notwendig, Entwässerungsgräben und eine Folie zur Abdichtung.
Das zweite große Schlagwort neben Wasser lautete Lärmschutz. Denn eine Neutrassierung bedeutet eine Verschiebung von Lärm für bisher nicht betroffene Anwohner. Da heißt es von Knapp, dass der Lärmschutz maximal sein werde. Die Vorgabe sei, diesen zu planen wie bei einem kompletten Neubau der Strecke.
Aus Sicht der Stadt sagte Bürgermeister Rudolf Seidl (UWM) zur Informationsveranstaltung: „Wir wollen für unsere Stadt und unsere Bürger das Beste für den Schallschutz und den Wasserschutz erreichen.“ Dazu habe der Termin wertvolle Informationen geliefert.