Schwarzhofen feierte buntes Marktfest – Brückenfreigabe gab den Startschuss

Von Ralf Gohlke · 11. Juni 2023 um 17:00

Die Marktgemeinde Schwarzhofen feierte gleich einen doppelten „Brückentag“ nach dem Fronleichnamsfest. Denn im Mittelpunkt des 11. Marktfestes stand die Einweihung und feierliche Übergabe der neuen Rad- und Fußgängerbrücke über die Schwarzach.

Dazu war auch der Bayerische Finanzminister Albert Füracker (CSU) als besonderer Gast erschienen. Den Auftakt bildete ein Feldgottesdienst an der Kapelle zu Ehren des Heiligen Nepomuk in der Schwarzachaue. Für Pfarrer Markus Urban bot sich das Brückenthema für seine Predigt besonders an. Viele Hindernisse ließen sich ohne Brücken nicht überwinden, sowohl räumlich aber auch im zwischenmenschlichen Bereich. Alle Menschen bräuchten Brücken, um die Sehnsucht nach Gemeinschaft zu überwinden, Krisen stand zu halten sowie geistige Zäune und Mauern zu überwinden. Sein Credo lautete – „schon ein Wort kann eine Brücke sein.“

Beim gleich anschließenden Festakt zur Brückeneinweihung hatte Bürgermeister Maximilian Beer (CSU) eine lange Liste von namentlich zu begrüßenden Ehrengästen abzuarbeiten. An der Spitze stand der Bayerische Finanzminister Albert Füracker. „Wenn er zu uns kommt, rollt der Rubel“, scherzte Beer und untermauerte den Satz in Erinnerung an die Breitbandförderung, die Ortsdurchfahrt oder zuletzt den Kindergartenneubau. Besonders hob er die Vertreter der Planungsbüros mit Roland Wach und Florian Fleischmann sowie des Wasserwirtschaftsamtes, mit seinem Leiter Mathias Rosenmüller hervor.

Corona und Ukraine-Krieg stellten Brückenprojekt vor ungeahnte Schwierigkeiten

Ausführlich ging der Bürgermeister auf die Historie ein, die nun zum Neubau der Brücke geführt habe: von der sofortigen Sperrung der alten Brücke bis zu dem glücklichen Umstand, in das Bundesförderprogramm zum Ausbau überörtlich bedeutsamer Rad- und Wanderwege aufgenommen worden zu sein. Dabei sei zunächst „nur“ der zeitlich begrenzte Rahmen die größte Herausforderung gewesen. Was Corona und der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine zusätzlich an Belastungen verursacht habe, sei da noch nicht eingerechnet gewesen.

Erwähnt wurde ebenso, das zwar der Brückenbau gefördert wurde, die Kosten zum Abbruch der alten Brücke aber noch im Raum standen. Letztendlich sei mit der Städtebauförderung auch dafür eine Lösung gefunden worden. Beer nannte schließlich als Gesamtkosten, einschließlich der Baunebenkosten, in Höhe von 949395 Euro. Nachdem alle Zuschussgeber die unverschuldeten Kostensteigerungen anerkannt hätten, lag die Gesamthöhe der Förderung bei 720000Euro.

Er fügte noch Details zur Baumaßnahme an sich hinzu, unter anderem die Erschwernisse durch Hochwasser. Schließlich richtete der Bürgermeister seinen Dank an alle Beteiligten, insbesondere auch an die Fachstellen beim Landratsamt, der Regierung der Oberpfalz, dem Wasserwirtschaftsamt und an die beteiligten Unternehmen wie die Firma Wutz und Subunternehmer wie die Firma Mühlbauer.

Marktfest begeisterte mit Livemusik und Schmankerl

Am Beginn seines kurzen Grußwortes nahm Albert Füracker eine scherzhaft gemeinte Anspielung von Max Beer zu künftigen Förderungen wörtlich und überreichte ihm schon mal 3,20 Euro aus seinem Privatportemonnaies. Er betonte zugleich, dass der ländliche Raum viel stärker der Unterstützer bedürften als die Städte. Oftmals sei hier mit kleineren Beträgen wesentlich wertvollere Ziele für die Gemeinschaft zu erreichen und diese damit zu stärken.

Der Planer, Florian Fleischmann stellte noch einmal heraus, dass dieses Projekt eigentlich nicht zu verwirklichen gewesen wäre, weil allein die wasserwirtschaftliche Genehmigung im Normalfall drei Monate gedauert hätte. Umso mehr sei allen Beteiligten ein großes Kompliment auszusprechen.

Nach der Brückensegnung und dem Durchschneiden eines Bandes ging es zum Marktplatz, wo das Marktfest, bei zünftiger Musik, mit vielen Schmankerl und einem bunten Rahmenprogramm seinen Verlauf nehmen konnte.

Der Musikverein Seebarn sorgte mit gepflegter Blasmusik und Gesang für den richtigen Rahmen des Marktfestes.
Nur wenige Schläge brauchte Bürgermeister Maximilian Beer, bis das erste Bier aus dem Fass liefen.
Die Gruppen des Schwarzachtal-Kindergartens hießen die Gäste mit einem eigens gedichteten Lied willkommen.
Zahlreiche Besucher ließen sich die Schmankerl schmecken und feierten gemeinsam.