Harte Beats und lässige Stimmung beim Regensburger Jahninselfest

Das Wetter am Wochenende in Regensburg spielte mit. Und so überzeugte das gut organisierte Jahninselfest seine vielen Besucher als erfrischend fröhliches Festival.
Seit 2013 trägt Rupert „Rupi“ Streidl zum Gelingen des Jahninselfests bei und übernahm nach und nach Verantwortung. Heute ist er Organisationsleiter, bei ihm laufen alle Fäden zusammen. „So ein Fest fällt und steht mit dem Wetter. Heute haben wir Glück“, sagt er. In der Tat gab es zu Beginn des Fests ein paar unbedeutsame Tröpfchen vom Himmel, was aber niemanden störte.
Das Jahninselfest hatte auch Kindern etwas zu bieten
Das Programm konnte sich sehen lassen. Die Kinder, meist mit Kopfhörern zum Schutz ausgestattet, konnten an Spielestationen ihr Geschick ausprobieren, während sich die Erwachsenen zum einen an der tollen Musik erfreuten, zum anderen die ein oder andere kulinarische Spezialität genießen konnten. Zudem bot am Freitag die „Stage Horizon Show“ Jonglage auf hohem Niveau gepaart mit klassischer und Rockmusik einen erfrischen Kontrastpunkt.
Den Anfang macht die einheimische Band Zustand, denn die angekündigten Musiker aus Straubing (Element Void) mussten krankheitsbedingt absagen. Umbau und Technik klappten hervorragend. Die Musik war nie zu laut. „Es ist neben dem Jazz-Festival das einzige Musikfestival mitten in der Stadt. Mit einem solchen Blick direkt an der Donau auf den Dom können nur wenige Festivals aufwarten“, ist sich Daniel Wedekind von der Organisation sicher. Mächtig Stimmung machen Heavy Goat aus Regensburg. Frontsängerin „Perle“ Sarah wird es in der Abendsonne ziemlich heiß auf der Bühne. „Großen Applaus für die Veranstalter für den Erhalt der Subkultur. Die Kultur lebt“, rief sie den Gästen zu, die das mit großem Beifall zu würdigen wussten. Musikalisch der absolute Hammer sind Silk Road Special. Was da auf der Bühne abgeht, reißt jeden mit.
Raps von Pöbel MC mischen sich mit Blasmusik
Skurril wird es, als der Rapper von Pöbel MC seine Beats raushaut und der Rasen vor der Bühne voll ist. Geht man dann in Richtung Ausgang, dringen die Klänge einer Blasmusik vom Spitalgarten herüber und vermischen sich mit den harten Beats – das hat schon was.
Der zweite Tag bringt noch mehr Gäste. Punk in Reinform liefern die Schwedinnen von The Guilt. Wenn die Sängerin nicht auf der Bühne „jumpt“, hüpft sie von der Bühne ins Publikum und reißt alle mit – auch die „Zaungäste“ auf der Steinernen Brücke, das nicht zahlende Publikum. Eigentlich unfair: Die, die unten sind, zahlen und unterstützen die Kleinkunst und Kultur insgesamt. Die anderen sehen von oben zu, ohne einen Cent zu zahlen. „Daran haben wir uns schon gewöhnt, damit müssen wir leben“, erklärt „Rupi“. Für die Veranstalter rechne es sich, wenn rund 800 Konzertbesucher kommen und die waren bereits am Freitag da.
Höhepunkt des Festivals waren die Punk Rocker Toxoplasma aus Neuwied, die es zum Abschluss so richtig krachen ließen. Seit 1980 steht die Band in unterschiedlichen Besetzungen auf der Bühne und ist eine der Größen in der Szene. Fazit: ein erfrischend fröhliches und musikalisch durchaus ansprechendes Musikfestival.


