Neumarkter können die Christuskirche neu entdecken

„Ins Licht“ lautete das Motto für die Sanierung der Neumarkter Christuskirche. „Es war ein radikaler Umbau“, sagt Vertrauensmann Bernhard Hammerbacher. Aber er freut sich, dass die evangelischen Christen nun ihre Kirche ganz neu entdecken können.
Eine erste Hochzeit hat bereits in dem völlig neu gestalteten Gotteshaus stattgefunden. Aber offiziell starten die Gottesdienste erst nach der feierlichen Wiedereinweihung mit Regionalbischof Klaus Stiegler am 25.Juni. Bis dahin stehen noch ein paar letzte Handgriffe an, zählt geschäftsführender Pfarrer Michael Murner auf: Maler bessern einzelne Schrammen aus, die Lautsprecheranlage wird komplettiert, der Bronzeguss in Form eines dreidimensionalen Kreuzes wird in der Mitte der Durchgänge aufgehängt. Und der Christus wird mithilfe eines Gerüsts an der Wand der neuen Kapelle angebracht.
„Die Christuskirche braucht keinen Schmuck. Sie lässt Raum, damit sich die Botschaft entfalten kann.“ Pfarrer Michael Murner
Er ist sehr gespannt, wie die Gemeindeglieder ihre neue Kirche aufnehmen. Der schlichte Kirchenraum erinnere an die Klosterkirche, die einst an der Kapuzinerstraße gestanden habe, sagt Murner. „Sie braucht keinen Schmuck. Sie lässt Raum, damit sich die Botschaft entfalten kann.“ Deshalb lädt er die Menschen ein, den hellen Raum mit seinem ausgeklügelten Lichtkonzept auf sich wirken zu lassen. Dieses startet automatisch, wenn ein Besucher die Kirche betritt. Dann wechseln die LED hinter den bespannten Kirchenfenstern ihre Farbqualität, das LED-Band im Durchgang zum neu geschaffenen Chor geht an und verlischt nach einiger Zeit wieder. Wer mag, könne sich dort auf den Boden setzen und meditieren. „Ich hoffe, dass sich die Menschen einfach mal hineinsetzen, in sich reinhören oder miteinander ins Gespräch kommen“, sagt Murner.
„Ohne den Kirchenvorstand wird kein Stein umgedreht.“ Bernhard Hammerbacher, Vertrauensmann
Das große Portal in Kreuzform wird nur für Gottesdienste geöffnet – der neue barrierefreie Zugang an der Seite zum evangelischen Zentrum jedoch ist immer offen.
Mit dem Abschluss der Bauarbeiten endet nicht nur für Murner eine anstrengende Zeit. „Ohne den Kirchenvorstand wird kein Stein umgedreht“, sagt Hammerbacher. Oft hätten die Sitzungen bis spät in die Nacht hinein gedauert. Es habe viele intensive Diskussionen gegeben. „Es freut mich, dass wir den Mut nicht verloren haben.“ Die nächste große Aufgabe werde nun sein, die Kirche mit Leben zu füllen.
Doch auch wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, braucht die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde noch finanzielle Unterstützung. So werden etwa Stuhlpaten gesucht und Paten, die helfen, die neuen Paramente zu finanzieren. Unter der Leitung der Architekten Brückner & Brückner wurde dafür ein Wettbewerb für Studenten des Studiengangs Textildesign an der Hochschule in Hof initiiert. Eine Jury wird die Entwürfe für die Unikate bewerten, dann erst werden sie hergestellt.
Wiedereinweihung der Christuskirche
Termin: Am Sonntag, 25.Juni, wird die Wiedereinweihung der Christuskirche mit Führungen, Mittagessen und Musik gefeiert.
Vorverkauf: Damit die Organisatoren planen können, werden im Vorfeld Bändchen für Essen und Getränke verkauft. Ein lila Bändchen fürs Mittagessen kostet zehn Euro, fünf Euro kostet das orangene für Kaffee und Kuchen. Kinder bis zwölf Jahre essen und trinken gratis.
Kontakt: Die Bändchen werden nach Gottesdiensten sowie im Pfarramt verkauft. Öffnungszeiten sind unter der Woche von 9 bis 12 Uhr.


