Dreiste Masche: Stadt Schwandorf verliert etwa 25.000 Euro an Online-Betrüger

Von Johannes Hartl · 7. Juni 2023 um 19:00

Es kommt immer wieder vor, dass Kriminelle mit betrügerischen E-Mails Menschen um ihr Geld bringen. Jetzt hat es mit der Stadt Schwandorf auch ein prominentes Opfer getroffen. Die Täter gingen wohl äußerst raffiniert vor – und erbeuteten einen höheren Betrag.

Auf Anfrage bestätigt Stadt-Sprecherin Maria Schuierer entsprechende Informationen der Mittelbayerischen. „Die Stadt wurde Opfer eines Online-Betruges, bei dem der Täter sehr geschickt vorgegangen ist“, teilt sie mit. Dabei sei ein „unterer fünfstelliger Betrag überwiesen“ worden. Und weiter: „Es handelt sich hierbei um eine Ausgabe der Stadt.“

Die Betrugsmasche war für die Stadt Schwandorf kaum erkennbar

Wie viel Geld genau an den oder die Täter geflossen ist, lässt die Stadt zwar offen. Auch die Polizei spricht lediglich von einem niedrigen fünfstelligen Betrag. Doch nach Informationen unserer Zeitung soll es um eine Summe von ungefähr 25.000 Euro gehen.

Der oder die Täter sind offenbar äußerst raffiniert vorgegangen. „Es wurde über die Vortäuschung einer tatsächlich bestehenden E-Mail-Adresse und einer tatsächlich vorliegenden Rechnung ein Hinweis auf eine Änderung der Bankverbindung mitgeteilt“, sagt Schuierer. Daraufhin sei der Betrag überwiesen worden.

Wie in allen Fällen, sei die Überweisung nach den „Vorgaben der kommunalen Haushaltsführung“ erfolgt. Dabei werde die Rechnung laut Schuierer zunächst von einem Sachbearbeiter geprüft, der die Richtigkeit bestätigt. Dann gehe die Rechnung in die Kämmerei und werde dort zur Auszahlung angeordnet. Das wiederum übernehme die Stadtkasse.

Doch im konkreten Fall, so Schuierer, sei die Betrugsmasche „als solche nicht ersichtlich“ gewesen, weil „über eine bekannte E-Mail-Adresse kommuniziert wurde“. Das bestätigt auch die Polizei. Nach aktuellem Stand habe die Große Kreisstadt tatsächlich eine Bestellung getätigt und hierfür eine Rechnung per Mail erhalten, sagt Claus Feldmeier, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz. „In einer weiteren Mail“ sei dann von „einem bislang Unbekannten eine Bankverbindung mitgeteilt worden, an welche die Begleichung der Rechnung erfolgt ist“.

Die Versicherung ist über den Schaden informiert

Der mutmaßliche Betrüger habe sich „als Mitarbeiter dieser Firma“ ausgegeben und habe „dessen tatsächlich bestehende E-Mail-Adresse“ vorgetäuscht, sagt Polizeisprecher Feldmeier. „Ein Erkennen des Betrugs war damit deutlich erschwert.“

Tatsächlich fiel der Schwindel laut Stadt-Sprecherin Maria Schuierer erst auf, „als die Vertragsfirma die Bezahlung der Rechnung anmahnte“. Die Stadt habe daraufhin sofort Anzeige bei der Schwandorfer Polizei erstattet. Inzwischen liegt der Fall bei der Kriminalpolizei in Amberg. „Die polizeilichen Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen und werden aktuell noch gegen keine konkrete Person geführt“, sagt der Polizeisprecher.

Ob die Stadt eine Chance hat, das Geld wieder zurückzubekommen, ist offen. Auf jeden Fall sei der Schaden an die städtische Kassen-Versicherung gemeldet worden, wie Schuierer mitteilt. „Hier warten wir noch auf Rückmeldung.“ Die kommunale Kassenversicherung wird vorsorglich abgeschlossen; sie kann unter anderem auch für Vermögensschäden aufkommen, die durch Dritte entstehen – zum Beispiel bei einem Betrugsdelikt.

Tatsächlich ist die digitale Sicherheit von Kommunen ein Thema, über das immer wieder diskutiert wird. Auch im Schwandorfer Rathaus gebe es „laufende Fortbildungen zum Thema Informationssicherheit“, sagt Pressesprecherin Maria Schuierer. „Dieser Fall zeigt aber, dass hier die Mitarbeiter besonders zu sensibilisieren sind, da der Täter sehr raffiniert vorgegangen ist und der Betrug als solcher schwer zu erkennen war.“