90-Prozent-Zuschuss in Gefahr: Parsberg plant um und gibt mehr Geld aus

Von Markus Rath · 7. Juni 2023 um 17:00

Kuriosum! Wegen explodierender Gesamtkosten hatte die Stadt Parsberg die Planung für den Volksfestplatz abgespeckt. Jetzt erfolgte in der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses eine Kehrtwende.

Das Gremium musste bei der Bearbeitung der vorliegenden Bauanträge auch über eine eigene Angelegenheit befinden und dieser das gemeindliche Einvernehmen erteilen. Die Tekturplanung für das Funktionsgebäude an der Kolpingstraße sieht jetzt nämlich vor, dass ein begehbares Dach mit Pergola erstellt wird.

Gestiegene Baukosten: Stadt wollte Geld sparen

Dies hatte der Planer in der Entwurfsplanung so vorgeschlagen. Die Idee fiel dann aber den hohen Baukosten zum Opfer, welche die Ausschreibung gebracht hatte. Damals entschied sich die Stadt – obwohl sie angesichts der 90-Prozent-Förderung des Vorhabens nur den geringeren Anteil dieser Mehrkosten selbst hätte tragen müssen – dazu, die Planung zu verändern und neu auszuschreiben, um die Baukosten erträglich zu halten.

Die grundsätzliche Ausrichtung des Vorhabens auf innenstadtnahe Parkplätze zur Entlastung der Parkgarage, Jugendverkehrsschule, Mehrzweckgebäude mit Toiletten und Wohnmobilstellplätze blieb dabei zwar gleich. Es wurden aber neben dem begehbaren Dach mit Pergola auch die Ausführung des Oberflächenbelags auf günstigeren Schotterrasen reduziert.

Warum man jetzt dem Bauausschuss beim Funktionsgebäude die Änderung von der Änderung vorlegte, erläuterte Bürgermeister Josef Bauer. Er berichtete, dass die abgespeckte Planung nicht die Zustimmung der Regierung der Oberpfalz fand.

Regierung der Oberpfalz lehnt Parsberger Sparpläne ab

Hier wacht Wiebke Fett über die Fördergelder. Sie attestierte der abgespeckten Planung fehlende Aufenthaltsqualität. Bauer: „Wir haben alles versucht und damit argumentiert, dass die Parkplätze ja der Aufenthaltsqualität in der Innenstadt dienen. Doch das wurde nicht akzeptiert.“ Man habe der Stadt mitgeteilt, dass Parkplätze nicht gefördert werden.

Die Argumentation der Regierung der Oberpfalz würde zwar weder er selbst noch die Mitarbeiter in der Stadtverwaltung verstehen, aber nachdem die Förderung des gesamten Projekts auf der Kippe gestanden hätte, wenn man den Wünschen nicht folgen würde, hätte man die alte Planung wieder aufleben lassen.

Die Folge: „Es wird zu Mehrkosten kommen. Die Höhe können wir bisher noch nicht beziffern“, sagte Bauer. Sie seien aber angesichts der hohen Bezuschussung zu verschmerzen.