Das Neumarkter Hotel Wittmann˚s ist auf der Zielgeraden

Mit 30 Zimmern startet das Hotel Wittmann˚s kommende Woche sanft in den Betrieb, die beiden Restaurants sollen in drei Wochen eröffnen. Einige Highlights und Geheimnisse verrät Bauherr Norbert Wittmann schon jetzt.
„Das ist eben kein Reihenhaus“, sagt Norbert Wittmann, während er auf einer der Terrassen mit Blick auf die Stadt steht und sanft lächelt. Jetzt, wo dasGroßprojekt Wittmann˚slangsam dem Finale zusteuert, verblasst die Erinnerung an die schlaflosen Nächte, die vielen Steine, die aus dem Weg geräumt werden mussten, bis er hier stehen konnte.
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Doch zum Innehalten und Zurückblicken haben er und seine Familie noch längst keine Zeit. Nächste Woche checken die ersten Gäste ein. Bis dahin gibt es noch viel zu tun. Wittmanns Team wirbelt derzeit mit Staubsauger, Putzlappen und Co. durch die Restaurants, baut die Möbel in der Lobby auf und erledigt letzte Installationen. Zwar fehlt noch die Dekoration, doch schon jetzt strahlen die Räume das aus, was die Familie Wittmann erreichen wollte: „Handwerklich, gemütlich, trotzdem modern und aus natürlichen Materialien.“
Viel Holz und etwas Glamour
Dunkles, gemasertes Holz dominiert, kombiniert mit Metall und etwas Glamour durch goldene Elemente und viele Leuchten. Von der Bar bis zu den Tischen – nichts ist laut Wittmann von der Stange: „Es ist ein Container Holz gekommen und alles vor Ort gebaut worden.“ Vier Monate waren die Schreiner zu Gange, die wie rund 80 Prozent aller Handwerker und Firmen aus der unmittelbaren Umgebung stammen.
Das Gemeinsame ist der Grundgedanke, der die einzelnen Bereiche des Unternehmens Wittmann verbindet. Hotel, Metzgerei, Restaurants, Bar – nichts soll isoliert für sich stehen, alles ist über kurze Wege und Fenster miteinander verbunden. Das soll ein Gewinn für alle sein, betont Norbert Wittmann: „Wer am Samstag nach dem Einkaufen im Laden noch einen Cappuccino trinken will, kann direkt zur Bar durchgehen oder vorher ins Restaurant zum Frühstücksbuffet.“
Alle Neumarkter Biersorten an der Bar „Hüftgold“
Der Hotelgast betritt das Wittmann˚s über die Lobby, wo ein Trinkwasserbrunnen zu den Highlights gehört, der aus einem eineinhalb Tonnen schweren Findling gefertigt wurde. Entweder von hier aus oder vom separaten Eingang daneben geht es ins Restaurant „Meisterstück“, zur Bahnhofstraße hin gelegen. Die Glasfront lässt sich öffnen. Wo jetzt noch Sandwüste zu sehen ist, soll bald ein Biergarten entstehen, denn im „Meisterstück“ wird traditionelle, oberpfälzische Küche serviert.
Direkt daneben wird gerade die Bierbar „Hüftgold“ vorbereitet. Hier serviert das Team künftig alles, was die Neumarkter Brauerei-Landschaft hergibt. Aber auch weitere Biersorten aus der Region sowie Cocktails. Und noch ein kleines Geheimnis verrät Norbert Wittmann: Wenn nicht nur die Gäste, sondern auch deren Smartphone „durstig“ ist, können sie ihr Gerät einfach auf den Tresen legen. Darin ist nämlich Technik zum induktiven Laden verbaut.
Eine andere Besonderheit gibt es im zweiten Restaurant nebenan, dem Steakhouse „52Grad“. Zur Wohnzimmer-Atmosphäre gibt es statt offenem Kamin eine Dry-Aging-Kammer. Hinter einer Glasscheibe werden die ganzen Rinderrücken inszeniert, die dort bis zu sieben Wochen kontrolliert getrocknet und veredelt werden. „Das ist eine Wissenschaft für sich“, erklärt Wittmann. Diese besonderen Steaks kommen später im Restaurant auf den Teller.
Im gleichen Stil wie das Erdgeschoss sind auch die 58 Doppelzimmer gestaltet. Der Großteil davon ist neu. Einige befinden sich im nahtlos angebauten Bestandsbau, wurden aber im gleichen Stil überarbeitet, sodass kein Unterschied mehr zu erkennen ist. Außerdem sei das gesamte Hotel barrierefrei. „Das ist für die Gäste gut, aber auch für die Arbeitswege unserer Mitarbeiter“, weiß Wittmann.
Viel Lob für das neue Gebäude an der Bahnhofstraße
Entworfen hat das Gebäude das Architekturbüro Kunzendorf aus Nürnberg, die Inneneinrichtung Köck + Bachler aus Tirol. Ursprünglich hätte ein anderes Büro aus Tirol das gesamte Gebäude geplant. Doch weil das Genehmigungsverfahren so lange gedauert hatte, sprang es ab. „Wir bauen ein Hotel auf 2000 Metern schneller als bei Ihnen in Neumarkt“, habe der Chef des Büros zu Norbert Wittmann gesagt.
Nun ist er froh, endlich auf der Zielgeraden zu sein, und bekomme viel Lob für den Bau. Er betont aber: „Das ganze funktioniert nur, wenn man die Familie hinter sich hat.“ Darauf ist er stolz. Seine Tochter Jana ist die Hotelchefin. Jetzt freut sich das Team, darunter zehn neue Mitarbeiter, nach einem halben Jahr Verzögerung auf die ersten Gäste. Dann können sich die Abläufe einspielen, bis in fünf Wochen auch die übrigen Zimmer bezugsfertig sein.


