Aus der Seilfähre über den Regen zwischen Roding und Trasching wird wohl nichts

Von Beginn an hatte Bürgermeisterin Alexandra Riedl zur Zurückhaltung gemahnt – dabei hörte sich der Plan so attraktiv an: Eine Seilfähre über den Regen bei Imhof sollte einen Radweg von Roding nach Trasching möglich machen. Sie hatte einen guten Riecher: Das Projekt hat die Stadt gecancelt, wie eine Nachfrage ergab – die Suche nach einer Lösung geht weiter.
Seit Jahren sucht der Stadtrat wie die Stadt einen Weg, um Roding und Trasching über einen sicheren Radweg miteinander zu verbinden. Der direkte Weg schied dabei aus, da die Straße zu eng am Regen entlang läuft, so dass keine sichere Wegführung gefunden werden kann. Viele Überlegungen in diese Richtung scheiterten – bis die Stadt auf ein neues Förderprogramm des Bayerischen Verkehrsministeriums aufmerksam wurde, dass offen ist für innovative Lösungen zu Radwegen.
80 Prozent Förderung lockte
Das war im Februar 2022, als die Stadt nach dem einstimmigen Votum für solch eine Lösung den Antrag für eine Förderung der Planungskosten in Höhe von 80 Prozent auf den Weg brachte. Bereits wenige Wochen später sahen sich viele in ihrer Euphorie bestätigt, denn Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter überreichte Bürgermeisterin Alexandra Riedl eine Förderurkunde, die der Stadt 80 Prozent der Planungskosten zusagte. Bis Mitte Juli dieses Jahres hatte damit die Stadt die Chance, bei ihren Planungen erste Kostenschätzungen zu ermitteln und ins Detail zu gehen, die genaue Strecke für den Radweg festzulegen, die Grundlagen etwa mit dem Wasserwirtschaftsamt für die vorgesehene Seilfähre zu klären oder auch einen womöglich nötigen Grunderwerb für den Bau des Radwegs voranzubringen.
Im Stadtrat war der Plan für den Radweg mit viel Vorschusslorbeeren versehen worden. Richard Seidl sprach gar von einem „Jahrhundertprojekt“, wenn das gelinge. Traschings Ortssprecher Fabian Janker betonte damals, einen solchen Radweg wünschten sich viele seit Jahren, deshalb seien so viele Zuhörer in der Sitzung: „Wir haben jetzt die Chance und sollten das anpacken!“ Auch 2. Bürgermeister Reinhold Schoierer lobte die Idee, da sie auch weg vom Standard führe. Stadtrat Seidl erinnerte an viele Überlegungen dazu. Seit 30 Jahren sei er dahinter, doch immer wieder gescheitert. Mit dem damaligen Staatssekretär Markus Sackmann sei er die Strecke abgegangen, auch diese Route, die jetzt zur Disposition stehe. „Es gab keine Chance, das zu verwirklichen!“, so Seidl. Bislang galt das als unmöglich, auch wenn es immer wieder Vorstöße gab. Zu beengt sind die Möglichkeiten für einen Radweg am Perlbach entlang, zu groß die Gefahren an der Hauptstraße und das Gelände zu hügelig und waldig.
Anziehungspunkt für Touristen
Eine solche Seilfähre als außergewöhnliches Verkehrsmittel wurde auch als Anziehungspunkt für Radtouristen oder auch Wanderer begrüßt, zudem stelle sie ein Alleinstellungsmerkmal Rodings im Landkreis Cham dar, so der Stadtrat Anfang 2022.
Die Strecke sollte über landwirtschaftliche Wege zwischen der Straße Am Weberbachl und dem Steinbruch bei Mackenschleif führen. Die Staatsstraße 2650 sollte vor dem Steinbruch überquert werden. Ausgebaut werden sollte der Waldweg zwischen der Einmündung der Gemeindeverbindungsstraße aus Loibling und der Einmündung der Gemeindeverbindungsstraße aus Imhof.
Doch am Ende gelingt es nun doch nicht, den Gordischen Knoten zwischen Roding und Trasching zu zerschlagen. Dabei war von die laufenden Planungen im Hintergrund über Monate nicht viel zu hören.
Projekt zu teuer?
Eine Anfrage beim Verkehrsministerium ergab die überraschende Antwort. „Die Stadt Roding hat den Antrag auf Förderung des Radwegs zwischenzeitlich zurückgezogen. Wir bitten um Verständnis, dass wir aus diesem Grund keine Informationen zum aktuellen Stand des Projekts geben können“, antwortete Baudirektor Thomas Harant vom Verkehrsministerium.
Bürgermeister Alexandra Riedl zeigte sich überrascht, dass das Ministerium dazu Auskunft gegeben habe. Es sei richtig – die Stadt habe den Antrag auf Förderung beim Verkehrsministerium zurückgezogen, so Riedl. Sie wolle eigentlich nichts zu den Gründen sagen, da die nähere Erläuterung erst in der Juni-Sitzung des Stadtrats vorgesehen sei. „Das Projekt war technisch nicht umsetzbar“, so Riedl. Sie betonte zudem, dass eben nur die Planungen mit 80 Prozent gefördert werde – die Umsetzung des Projekts jedoch nicht.
Es gebe mehrere Gründe, warum die Verwirklichung nicht möglich sei. Sie werde sich im Stadtrat im Juni dazu äußern. Man werde dennoch weiter nach einer Lösung für einen Radweg zwischen Roding und Trasching suchen.
Demnach liegt der Haken wohl zum einen bei der Finanzierung, die die Stadt allein tragen müsste und die ihr zu teuer wird. Ein weiterer Grund könnte auch ein Grunderwerb für den Radweg sein, der nicht gelingt oder zu viel Geld verschlingt.
