Für diese Arbeiten am Ostbayernring braucht es einen Hubschrauber

Es waren spektakuläre Szenen, die sich am Dienstag bei Schmidgaden abspielten: Mit einem Helikopter ließ die Firma Tennet beim neu gebauten Ostbayernring Flugwarnkugeln und Vogelschutzmarkierungen installieren. Die Arbeiter schwebten in luftiger Höhe.
Nein, Höhenangst dürfen diese zwei Männer nicht haben. Unweit der A6, in der Nähe des Parkplatzes Stocker Holz, hängen die Monteure in einer speziellen Sitzkonstruktion über dem neu gebauten Ostbayernring. Es ist laut und dröhnt, denn über ihnen schwebt ein Helikopter, mit dem die Männer verbunden sind. Im Hintergrund kreist ein zweiter Hubschrauber.
Die Monteure nähern sich dem obersten Seil, das für den Blitzschutz dient und keinen Strom führt. Es ist eine Millimeterarbeit. Höchste Konzentration ist gefragt. Über Funk stimmen sich die Monteure und der Pilot über jeden Schritt ab.
Die A6 bei Schmidgaden war kurz gesperrt
Aus den Kopfhörern dringt ein leichtes, statisches Rauschen. „Fünf zum Greifen. Zwei. Einer. Halber“, meldet der Monteur über Funk. Dann passt alles. „Gut die Höhe, Toni.“ Jetzt können sich die Monteure mit der Leitung verbinden, um Vogelschutzmarkierungen in das Seil zu setzen.
Zwei Hubschrauber, die bei Schmidgaden in der Luft schweben, dazu zwei kurze Sperrungen auf der A6 zwischen Schmidgaden und Nabburg-West: Es waren spektakuläre Szenen, die sich am Dienstag abspielten. Der Grund: Der Netzbetreiber Tennet lässt derzeit im neu gebauten Ostbayernring nicht nur Flugwarnkugeln installieren, sondern auch Vogelschutzmarkierungen. Das geschieht in einem Spannfeld im Bereich Schmidgaden und Schwarzenfeld sowie gut vier Kilometer runter bis nach Schwandorf. Bisher fließt durch die Trasse kein Strom.
Die Flugwarnkugeln sind nötig, weil in der Nähe der Verkehrslandeplatz Schmidgaden liegt. Für das Radar von Flugzeugen und Helikoptern ist die Leitung so deutlich leichter zu erkennen, sie dienen also der Sicherheit. Diese Kugeln könnten nur aus der Luft per Helikopter installieret werden. Laut Tennet-Sprecher Markus Lieberknecht werden die Kugeln auf einer Länge von etwa sechs Kilometern montiert.
Für den Abschnitt, der über die A6 verläuft, musste am Dienstagvormittag zweimal kurz die Autobahn gesperrt werden. Mit einer Drosselfahrt hatte die Polizei zuvor den Verkehr angehalten. Insgesamt sind vier bis fünf Tage geplant, um die Flugwarnkugeln zu installieren. Für die weiteren Arbeiten sind aber keine Sperren mehr nötig.
Zwei Wochen Arbeitszeit für die Vogelschutzmarkierung
Die Vogelschutzmarkierungen funktionieren ähnlich wie ein Windspiel und sollen sicherstellen, dass Vögel nicht mit der Unterseite der Leitung kollidieren. Man setze so eine Vorgabe der Höheren Naturschutzbehörde um, sagt Tennet-Sprecher Lieberknecht. Insgesamt werde diese Technik auf einer Länge von rund 13 Kilometern installiert. Dafür seien rund zwei Wochen eingeplant.
Toni Rainer ist Einsatzpilot bei der Firma Wucher Helicopter aus Österreich. In einem weißen T-Shirt und mit olivgrünem Pilotenhelm saß er am Steuer des Airbus H135, als die Monteure gut 30 Meter unter ihm baumelten.
Über ein sogenanntes Bubble Window, ein gewölbtes Fenster, konnte er nach unten sehen. „Es geht darum, dass man für die fünf bis sieben Minuten die Position auf Arm- oder Arbeitslänge hält, damit die Leute vernünftig die Kugeln montieren können“, sagt er. Gerade im Sommer sei das Unternehmen viel beim Leitungsbau im Einsatz. „Das ist eigentlich unser tägliches Brot, solche Einsätze zu fliegen“, sagt Rainer.
Für Tennet spricht Markus Lieberknecht von einer „sehr professionellen Arbeit, die sehr, sehr spannend“ sei. Mit dem Helikopter Flugwarnkugeln zu installieren, sei „die Königsdisziplin beim Leitungsbau“.
Enges Teamwork in Schmidgaden
Zurück am Boden, wartet ein dreiköpfiges Team auf die Monteure. Sie tragen weiße Schutzhelme, zwei haben auch einen Kopfhörer mit Sprechfunkgerät. Mit ihren Händen greifen sie nach den speziellen Sitzvorrichtungen, um sie sicher auf den Boden zu bringen, während der Helikopter über ihnen schwebt und Wind aufwirbelt. Dann senkt sich der Hubschrauber langsam und setzt zur Landung an. Für die Monteure und den erfahrenen Einsatzpiloten war es nicht das letzte Mal, dass sie an diesem Tag in die Luft gingen.

